Warum behÀlt der Tannenbaum seine Nadeln?
06.12.2024 - 03:00:36Wohl niemand kĂ€me auf die Idee, sich eine kleine Birke als Weihnachtsbaum hinzustellen. Logisch: Die ist im Winter ganz kahl, wĂ€hrend NadelbĂ€ume weiter in sattem GrĂŒn stehen. Der Grund: Nadeln - im Grunde nur anders geformte BlĂ€tter - sind wintertauglich gebaut. LaubblĂ€tter in der Regel nicht.
Nadeln sind dicker und haben mehr robustes Festigungsgewebe. Ăber ihre vergleichsweise kleine, von einer Wachsschicht ĂŒberzogene OberflĂ€che verdunstet weniger Wasser - und Nadeln enthalten Substanzen, die wie Frostschutzmittel wirken.
Weniger effektiv - dafĂŒr ganzjĂ€hrig
Der Preis fĂŒr solche robusten KnubbelblĂ€tter ist, ĂŒber die kleinere OberflĂ€che weniger energiespendende Photosynthese betreiben zu können. Zum Ausgleich gibt es aber auch einen groĂen Vorteil: NadelbĂ€ume können das ganze Jahr ĂŒber Sonnenenergie sammeln.
LaubbĂ€ume können das nur, solange sie grĂŒne BlĂ€tter haben: Im Herbst ziehen sie möglichst viel der in Zellstrukturen gebundenen Energie in den Stamm zurĂŒck und werfen die BlĂ€tter ab. Die empfindlichen, dĂŒnnen LaubblĂ€tter wĂŒrden im Winter schnell erfrieren, auch Schneelasten wĂ€ren fĂŒr den Baum dann ein Problem.
Nadeln können richtig alt werden
Ein Nadelbaumblatt bleibt hingegen jahrelang an seinem Zweig. Bei Fichten in Berglagen kann es etwa ein Jahrzehnt dauern, bis Alt von Neu ersetzt wird. Als Weihnachtsbaum ins warme Zimmer verfrachtete Tannen und Fichten allerdings werfen oft rasch ihre Nadeln ab - ein BaumstĂ€nder mit tĂ€glich aufgefĂŒlltem Wasserreservoir kann die Frischephase des Baumes deutlich verlĂ€ngern.
Weder Laub- noch Nadelbaum ist ĂŒbrigens der Ginkgo, die Ă€lteste Baumart der Erde und vermutlich auch insgesamt das Ă€lteste lebende Fossil der Pflanzenwelt. Er wirft seine BlĂ€tter ab, verleiht ihnen zuvor aber eine zauberhaft goldgelbe FĂ€rbung. Eine weitere Besonderheit im BlĂ€tterwald stellt die LĂ€rche dar: Sie ist ein Nadelbaum, wirft ihre Nadeln aber im Herbst ab. Manche Laubgehölze wie Hainbuchen, Rotbuchen und bestimmte Eichenarten wiederum entledigen sich ihrer - lĂ€ngst welken - BlĂ€tter erst im FrĂŒhjahr.
Aufgeteilte StammplÀtze
LaubbĂ€ume haben sich erst mehr als 130 Millionen Jahre nach den NadelbĂ€umen entwickelt, die es seit etwa 270 Millionen Jahren gibt. Die moderne Baumvariante hat das alte Nadelmodell aber keineswegs verdrĂ€ngt: Allein in Sibiriens riesigen NadelwĂ€ldern stehen nach SchĂ€tzungen etwa ein FĂŒnftel aller BĂ€ume weltweit. Ein gewaltiger NadelwaldgĂŒrtel zieht sich ĂŒber Skandinavien, Nordrussland und Kanada.
Das liegt daran, dass die Baumgruppen unterschiedliche ökologische Nischen besetzen: NadelbĂ€ume kommen mit KĂ€lte und Trockenheit, oft zudem mit kargen Böden besser klar. LaubbĂ€ume wiederum haben die effizientere Photosynthese und sind unter den milderen Bedingungen gemĂ€Ăigter Klimazonen oft im Vorteil.











