Black Friday 2026: Über 10.000 Fake-Shops imitieren 166 Marken
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 16:46 Uhr | Redaktion boerse-global.deVerbraucherschutzbehörden und Sicherheitsanalysten warnen vor einer ungewöhnlich frühen Welle betrügerischer Angebote und gefälschter Werbeanzeigen im Vorfeld des Black Friday 2026. Kriminelle Akteure setzen verstärkt auf künstliche Intelligenz und gefälschte Online-Präsenzen, um Schnäppchenjäger mit vermeintlichen Rabatten zu täuschen.
Nach Einschätzung von Ermittlern und Verbraucherschützern setzt der Anstieg der betrügerischen Aktivitäten in diesem Jahr deutlich früher ein als in den Vorjahren, in denen entsprechende Maschen meist erst nach dem eigentlichen Aktionstag ihren Höhepunkt erreichten.
Automatisierte Fake-Shops und großflächige Netzwerke
Das Ausmaß der Bedrohung verdeutlichen aktuelle Erhebungen von IT-Sicherheitsunternehmen. Eine Untersuchung des Anbieters NordVPN mit Stand vom 3. November 2026 identifizierte ein weltweites Netzwerk von über 10.000 Fake-Shop-Domains, die insgesamt 166 Mode- und Luxusmarken in 26 Ländern nachahmen.
Davon seien 1.549 Internetauftritte aktiv betrieben worden. Zu den am häufigsten imitierten Marken zählen Adidas mit 52 Domains, Ralph Lauren mit 30 sowie Dr. Martens mit 29 Adressen, gefolgt von Crocs und Massimo Dutti mit jeweils 28 sowie Birkenstock und Stradivarius mit je 25 Domains.
Gefälschte Verkaufsseiten boten beispielsweise Turnschuhe von Adidas für 38 bis 89 Euro oder Bekleidung der Marke Vero Moda für 12 bei 22 Euro an. Die Analyse ergab zudem, dass 597 dieser Domains über einen verifizierten Zugang zur Google Search Console verfügten und 109 Adressen auf 14 zentrale Sammel-Shops umleiteten.
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Laut dem Bericht „2026 Holiday Shopping Scam Report“ von Savi Security nutzten 75 Prozent der untersuchten betrügerischen Plattformen KI-generierte Medien, Bilder und Begleittexte. Nutzer des Dienstes Scamwise meldeten rechnerisch etwa alle drei Minuten einen neuen gefälschten Onlineshop.
Als häufigste Domainbasis bei bestätigten Fällen verzeichnete der Dienst Myshopify.com. Die am stärksten betroffenen Warenkategorien sind Kleidung, Elektronik sowie Werkzeuge und Ausrüstung.
Auch staatliche Frühwarnsysteme registrieren eine hohe Aktivität. Der Prüfdienst CERTiffy der kroatischen Sicherheitsbehörde CARNET-ov Nacionalni CERT erfasste 1802 potenziell gefährliche Onlineshops. Von Jahresbeginn 2026 bis Ende Oktober wurden über diesen Dienst insgesamt 34.652 verdächtige Internetadressen überprüft.
Verlagerung auf soziale Medien und Messenger
Verbraucherorganisationen wie das BBB of South Texas registrierten allein in einer Woche zehn Betrugsmeldungen. Viele Betrüger schalten gezielt Werbeanzeigen auf Facebook oder versenden Phishing-Kurznachrichten, in denen Geschenkkarten oder angebliche Produktmängel vorgetäuscht werden. Beim Better Business Bureau Mid-South bildet Online-Shopping-Betrug die am häufigsten gemeldete Kategorie im Scam Tracker.
Nach Erhebungen des britischen National Cyber Security Centre (NCSC), über die das Institut Monzo informierte, entfielen 43 Prozent der erfassten Shopping-Betrugsfälle auf soziale Netzwerke und knapp 19 Prozent auf Online-Marktplätze.
Ankit Gupta, Chief Technology Officer von Policybazaar, wies darauf hin, dass sich die Vorgehensweisen von klassischem Phishing hin zu gezieltem Identitätsdiebstahl, gefälschten Angeboten und der Umleitung von Zahlungswegen verlagern.
Zunehmend diene auch der Nachrichtendienst WhatsApp als Verbreitungsweg für schädliche Shopping-Links. Sicherheitsexperten betonen zudem, dass Rechtschreibfehler infolge präziser Sprachmodelle als verlässliches Warnsignal weitgehend wegfallen.
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Gleichzeitig verzeichnete Consumer Reports für das Vorjahr 41.632 Fälle von entwendetem Guthaben bei physischen Geschenkkarten im Einzelhandel mit einer Gesamtschadenssumme von 217 Millionen US-Dollar, bei denen Barcodes vor dem Kauf manipuliert wurden.
Empfohlene Schutzmaßnahmen für den Einkauf
Verbraucherschützer und Sicherheitsbehörden raten bei Online-Einkäufen zu erhöhter Vorsicht. Webadressen von Händlern sollten stets manuell im Browser eingetippt werden, statt auf Links in Kurzmitteilungen, E-Mails oder Werbebannern zu klicken. Vor einer Bestellung empfiehlt sich die genaue Prüfung der Internetadresse, der Rückgabebedingungen sowie externer Kundenbewertungen.
Für Zahlungen raten Experten vorzugsweise zu Kreditkarten anstelle von Debitkarten oder direkten Banküberweisungen, da erstere oft bessere Möglichkeiten für Rückbuchungen im Schadensfall bieten. Zudem sollten niemals Passwörter, Einmal-Codes oder PINs an Dritte weitergegeben werden.
