Urlaubsparadies, Santorini

Steht dem Urlaubsparadies Santorini ein großes Beben bevor?

05.02.2025 - 08:36:34 | dpa.de

Blauer Himmel, weiße DĂ€cher und steile FelswĂ€nde: Santorini ist eines der beliebtesten Reiseziele der ÄgĂ€is. Aktuell erschĂŒttern kleine Beben die Idylle. Könnte ein großes, zerstörerisches folgen?

  • Blick auf das HĂ€usermeer der griechischen Insel Santorini. - Foto: Cindy Riechau/dpa
    Blick auf das HĂ€usermeer der griechischen Insel Santorini. - Foto: Cindy Riechau/dpa
  • Menschen steigen im Hafen von PirĂ€us von einer FĂ€hre, mit der sie Santorini verlassen haben. - Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
    Menschen steigen im Hafen von PirÀus von einer FÀhre, mit der sie Santorini verlassen haben. - Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
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Eigentlich ist es ein Urlaubsparadies. Doch aktuell bebt immer wieder die Erde: Zuletzt haben viele - bisher eher kleinere - Beben die griechische Insel Santorini und die umliegenden Eilande erschĂŒttert. Griechische Seismologen rechnen damit, dass ein großes Beben erst noch bevorstehen könnte. Von den rund 16.000 Einwohnern Santorinis hĂ€tten mehr als zwei Drittel die Insel verlassen, berichten griechische Medien.

Dass es gerade um Santorini herum immer wieder zu Erdbeben kommt, hat konkrete GrĂŒnde. «Santorini ist Teil von einem vulkanischen Komplex, der von Athen bis an die tĂŒrkische KĂŒste reicht», sagt der Geophysiker Christian Berndt vom Geomar Helmholtz-Zentrum fĂŒr Ozeanforschung in Kiel. Der vulkanische Komplex entstehe dadurch, dass sĂŒdlich von Kreta eine große Erdplatte in den Erdmantel abtauche. «Und diese Plattenbewegung löst an verschiedenen Stellen Erdbeben aus.» Zum Beispiel auf Kreta, aber auch in der etwa 120 Kilometer nördlich davon gelegenen Region um Santorini.

Immer wieder auch grĂ¶ĂŸere Erdbeben

Was man gerade um Santorini beobachten könne, sei ein sogenannter Erdbebenschwarm, erklÀrt Berndt. Davon spreche man dann, wenn mehrere Erdbeben rÀumlich und zeitlich zusammenfielen, also gehÀuft auftauchten.

Zwar bebe in der Region regelmĂ€ĂŸig die Erde - etwa einmal im Monat. «Aber besonders ist jetzt, dass es so viele Erdbeben auf einmal gibt.» Das letzte Mal habe es 2012 Ă€hnlich viele Erdbeben gegeben. «Die waren aber genau unter Santorini, und jetzt sind sie ein bisschen weiter östlich.»

In der Vergangenheit habe es immer wieder Phasen mit mehr seismischer AktivitĂ€t gegeben. «Und da gab es auch sehr, sehr große Erdbeben», sagt Berndt. 1956 habe es auf Amorgos ein Erdbeben der StĂ€rke 7,7 gegeben. «Das war eines der verheerendsten Erdbeben, die in der Region in historischer Zeit stattgefunden haben.»

Vorhersage der Entwicklungen schwierig

Wie sich der aktuelle Erdbebenschwarm weiter entwickle, sei schwierig zu sagen. Mit jedem Beben könne sich die Situation verĂ€ndern, erklĂ€rt Berndt. Die Spannung im Untergrund könne zunehmen und ein grĂ¶ĂŸeres Erdbeben auslösen. Denkbar sei aber auch, dass die kleineren Erdbeben die Spannung abbauen und ein grĂ¶ĂŸeres Beben ausbleibt.

Eine generelle Vorhersage dazu, wann es zu Erdbeben komme, sei grundsĂ€tzlich nicht möglich. «Was möglich ist, ist zu sagen, wie oft diese Erdbeben im Durchschnitt wieder auftreten», sagt Berndt. Wenn sich grĂ¶ĂŸere Spannungen entladen hĂ€tten, dauere es erst mal, bis wieder ein neues großes Erdbeben auftreten könne. 

«GrundsĂ€tzlich wĂŒrde ich vor Panikmache warnen»

Berndt betont aber auch: «GrundsĂ€tzlich wĂŒrde ich vor Panikmache warnen.» Denn solche ErdbebenschwĂ€rme trĂ€ten durchaus hĂ€ufiger auf, und in den meisten FĂ€llen passiere dann nichts Großes. «Insofern ist das kein direktes Anzeichen dafĂŒr, dass jetzt ein großes Erdbeben kommt.»

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