Blockchain-Premiere, SEC

Blockchain-Premiere: SEC registriert Paxos als Wertpapierverwahrer

30.05.2026 - 06:42:21 | boerse-global.de

Paxos Securities Settlement Company wird als erster blockchain-basierter Zentralverwahrer von der SEC registriert und tritt gegen die DTCC an.

Blockchain-Premiere: SEC registriert Paxos als Wertpapierverwahrer - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Blockchain-Premiere: SEC registriert Paxos als Wertpapierverwahrer - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Das ist eine Premiere fĂĽr die Blockchain-Branche.

Der Schritt, der Ende Mai 2026 bekannt gegeben wurde, macht Paxos Securities Settlement Company zur ersten blockchain-basierten Firma, die in den USA als zentraler Wertpapierverwahrer operieren darf. Das Unternehmen bietet künftig Clearing- und Abwicklungsdienste für US-Aktien an – und tritt damit in direkte Konkurrenz zur Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC), die den Markt seit Jahrzehnten dominiert.

Der Sprung zur Same-Day-Abwicklung

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Der entscheidende technische Fortschritt: Statt des aktuellen Branchenstandards T+1 (Abrechnung am nächsten Handelstag) ermöglicht das Paxos-System eine T+0-Abwicklung – also noch am selben Tag. In Pilotphasen hat die private, genehmigte Blockchain bereits gezeigt, dass sie nahezu sofortige Abwicklungen stemmen kann.

Für Broker-Häuser bedeutet das weniger Risiko und niedrigere Kosten. Die sofortige Endgültigkeit von Trades senkt die benötigten Sicherheitsleistungen erheblich. Liquidität, die bislang während der Wartezeit gebunden war, wird frei.

Sieben Jahre bis zur Zulassung

Der Registrierung ging ein jahrelanger Prozess voraus. Bereits 2019 erhielt Paxos ein No-Action-Schreiben der SEC, das erste Tests erlaubte. Im Februar 2020 startete das Unternehmen ein Pilotprogramm – mit dabei: Bank of America, Credit Suisse, Societe Generale, Instinet, Wedbush und ABN AMRO.

Die formelle Zulassung erfolgte in mehreren Schritten:

  • Juli 2025: Einreichung des offiziellen Antrags auf Clearing-Agentur-Status
  • August 2025: Veröffentlichung im Bundesregister zur öffentlichen Kommentierung
  • April 2026: Paxos Labs nahm rund 12 Millionen Euro ein

Die Genehmigung ist vorläufig und mit Auflagen verbunden. Sie ersetzt die temporäre Erlaubnis von 2019 durch einen formalen, wenn auch zunächst befristeten Status.

HĂĽrden auf dem Weg

Der Erfolg kommt nicht aus dem Nichts. Paxos durchlief eine Phase intensiver regulatorischer Prüfung. 2023 drohte die SEC mit einem Verfahren wegen des BUSD-Stablecoins – die Sache wurde 2024 eingestellt. Im August 2025 einigte sich Paxos mit der New Yorker Finanzaufsicht auf einen Vergleich über 48,5 Millionen Euro.

CEO Charles Cascarilla bezeichnete die SEC-Zulassung als Höhepunkt einer siebenjährigen Zusammenarbeit mit der Behörde. Die Genehmigung zeige, dass Blockchain-Infrastruktur innerhalb eines streng regulierten Rahmens funktionieren könne.

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Was das fĂĽr den Markt bedeutet

Branchenanalysten sehen in der Anerkennung einen Katalysator für die Tokenisierung realer Vermögenswerte durch institutionelle Anleger. Das neue System schafft eine regulierte Umgebung für blockchain-basierte Abwicklung – und beseitigt damit ein zentrales Hindernis für die Nutzung der Distributed-Ledger-Technologie im Mainstream-Finanzwesen.

Die DTCC arbeitet eigenen Angaben zufolge an eigenen Tokenisierungsdiensten, um nicht abgehängt zu werden. Mit Paxos zieht nun ein direkter Wettbewerber in den Markt ein. Das PSSC-System ist zunächst für die Abwicklung von Wertpapieren institutioneller Partner ausgelegt – auf einem Ledger, der Transparenz schafft und manuelle Abstimmungen zwischen den Intermediären überflüssig macht.

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