Blockchain-Zahlungen, Südkoreas

Blockchain-Zahlungen: Südkoreas größte Bank startet ab August

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Südkoreas größte Bank integriert ab August die Blockchain-Plattform Kinexys von JP Morgan für schnelle Dollar-Überweisungen im Außenhandel.

KB Kookmin Bank: JP Morgan Blockchain für Firmenkunden
Digitale Darstellung globaler Finanznetzwerke und Blockchain-Knoten auf einem professionellen Büromonitor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Südkoreas größte Bank steigt in die Blockchain-Welt ein – und das mit einem prominenten Partner.

Die KB Kookmin Bank mit rund 552 Milliarden Euro Bilanzsumme will ab August 2026 die Blockchain-Plattform Kinexys von JP Morgan in ihr Firmenkundengeschäft integrieren. Das gab das Institut am 26. Juli bekannt. Damit ist die südkoreanische Großbank das erste Geldhaus des Landes, das die sogenannte Permissioned Blockchain für kommerzielle Import-Export-Abwicklungen nutzt.

Schnelle Dollar-Überweisungen in zehn Länder

Der Startschuss für den neuen Dienst fällt im August. Zielgruppe sind Unternehmenskunden im internationalen Handel. Über Kinexys – früher unter dem Namen Onyx bekannt – will die Bank nahezu sofortige Dollar-Überweisungen ermöglichen. Die typischen Verzögerungen des traditionellen Korrespondenzbankensystems sollen so der Vergangenheit angehören.

Das Netzwerk unterstützt zunächst Überweisungen in zehn Länder: die USA, Singapur, Saudi-Arabien, Indien, Thailand, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Südafrika. Abwickeln lässt sich der Service über die Filialen der KB Kookmin in Südkorea sowie über deren Niederlassung in Singapur. Technisch basiert die Plattform auf tokenisierten Einlagen in einem berechtigungsbasierten Hauptbuch – das ermöglicht rund um die Uhr programmierbare Zahlungen.

Die Bilanz des Kinexys-Netzwerks kann sich sehen lassen: Über vier Billionen Dollar an Transaktionsvolumen hat die Plattform bereits umgesetzt, täglich kommen rund sieben Milliarden Dollar hinzu. Um die Kompatibilität mit bestehenden Finanzstandards zu wahren, bleibt die Anbindung an das SWIFT-System erhalten.

Swift treibt Blockchain-Hauptbuch voran

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Der Trend zu rund um die Uhr verfügbaren grenzüberschreitenden Abwicklungen gewinnt weltweit an Fahrt. Auch Swift treibt seine Blockchain-Strategie voran: Das auf Hyperledger Besu basierende Shared Ledger hat die MVP-Phase (Minimum Viable Product) erreicht. Noch in diesem Jahr sollen erste reale Transaktionen folgen.

Das Besondere an Swifts Ansatz: Die teilnehmenden Banken behalten die Kontrolle über ihre Vermögenswerte und Abwicklungsprozesse, während tokenisierte Einlagen über verschiedene Jurisdiktionen hinweg übertragen werden können. Mehr als 25 Banken sollen bis Juni 2026 das Retail-Zahlungssystem von Swift übernehmen – ein Schritt, der sofortige Abwicklungen in über 200 Länder ermöglichen soll.

Projekt Pangea: Europa und Südkorea im Schulterschluss

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Neben einzelnen Bankenkooperationen entstehen derzeit auch größere Konsortien. Das Projekt Pangea etwa vereint über 47 europäische und südkoreanische Banken. Ihr Ziel: die atomare T+0-Abwicklung für das Währungspaar Euro und Südkoreanischer Won.

Beteiligt sind unter anderem die Shinhan Bank, die JB Bank und die Kbank. Sie nutzen das Cross-Chain-Interoperabilitätsprotokoll (CCIP) von Chainlink sowie regulierte Stablecoins. Der Adressat des Projekts ist gigantisch: Der tägliche Devisenmarkt umfasst rund 9,6 Billionen Dollar. Auf europäischer Seite stützt ein Konsortium aus 37 Banken die Abwicklung mit einem Euro-Stablecoin.

Die Initiative reiht sich ein in Südkoreas digitale Transformationsbemühungen. Erst am 23. Juli bestätigte die KB Kookmin ihre Teilnahme an einem nationalen Pilotprojekt für Depot-Token. Für das vierte Quartal 2026 ist zudem ein breiter angelegter Pilotversuch für tokenisierte Einlagen geplant. Die Botschaft der Branche ist eindeutig: Interoperable digitale Geldformen sind keine Zukunftsmusik mehr – sie werden zur Notwendigkeit.

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