Blutdruckkrisen: KI erkennt drohende NotfĂ€lle bis zu 72 Stunden frĂŒher
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 14:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deKĂŒnstliche Intelligenz kann das Auftreten einer hypertensiven Krise anhand von Wearable-Daten bis zu 72 Stunden im Voraus prognostizieren. Dies geht aus einer vorlĂ€ufigen Abstract-Studie hervor, die bei den anstehenden Scientific Sessions 2026 der American Heart Association (AHA) vom 6. bis 9. November in Chicago vorgestellt wird.
Die Untersuchung konzentrierte sich auf Erwachsene mit einer bereits bestehenden Stadium-2-Hypertonie, definiert durch Blutdruckwerte von mindestens 140/90 mm Hg. Eine hypertensive Krise beschreibt demgegenĂŒber einen gefĂ€hrlichen Anstieg auf ĂŒber 180/120 mm Hg, der mit einer akuten SchĂ€digung von Endorganen einhergeht.
Analyse von Vitalparametern und Schlafgewohnheiten
FĂŒr die frĂŒhzeitige Erkennung analysierte das eingesetzte KI-Modell insgesamt 47 Merkmale. Zu den berĂŒcksichtigten Parametern zĂ€hlten neben klassischen Blutdruckschwankungen auch VerĂ€nderungen des Schlafs, der morgendliche Blutdruckanstieg, die Herzfrequenz sowie die HerzfrequenzvariabilitĂ€t. Das System wurde auf Basis von 80 Prozent der erfassten Teilnehmerdaten trainiert und anschlieĂend an den verbleibenden 20 Prozent validiert.
Als besonders aussagekrĂ€ftige PrĂ€diktoren fĂŒr eine drohende Krise stellten sich zwei spezifische AuffĂ€lligkeiten heraus: Ein fehlender nĂ€chtlicher Blutdruckabfall erhöhte die Wahrscheinlichkeit fĂŒr das Eintreten eines Notfalls um fast das FĂŒnffache. Ein abrupter Blutdruckanstieg von mehr als 35 mm Hg unmittelbar nach dem Erwachen wies eine fast vierfache Wahrscheinlichkeit auf.
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Signifikanter RĂŒckgang von NotfĂ€llen durch frĂŒhe Intervention
Innerhalb der untersuchten Kohorte erlebten 312 Teilnehmer insgesamt 418 hypertensive Krisen, was einer Rate von rund 7 Prozent entspricht. Das Vorhersagemodell wies dabei eine beachtliche TrennschÀrfe auf: Gab das System eine positive Warnung aus, folgte in etwa 32 Prozent der FÀlle tatsÀchlich ein krisenhafter Zustand. Wurde hingegen keine Warnung ausgegeben, blieben 97,4 Prozent der Patienten krisenfrei.
Die Studienergebnisse deuten zudem darauf hin, dass ein schnelles therapeutisches Handeln schwerwiegende Folgen abwenden kann. Wurde die medikamentöse Behandlung innerhalb von 24 Stunden nach einer Systemwarnung angepasst, lag das Auftreten von hypertensiven Krisen um etwa 61 Prozent niedriger. Gleichzeitig sank der Bedarf an Einweisungen in Notaufnahmen um rund 45 Prozent.
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Trotz der vielversprechenden Resultate betonen die beteiligten Forscher die methodischen EinschrÀnkungen der Erhebung. Die zugrunde liegenden Daten stammen aus nur einem einzigen medizinischen Zentrum in Pakistan. Zudem handelt es sich um ein vorlÀufiges Studien-Abstract, das das wissenschaftliche Begutachtungsverfahren durch unabhÀngige Fachkollegen noch nicht durchlaufen hat.
