BlutdruckmessgerÀte: British Heart Foundation rÀt zur Wartung alle zwei Jahre
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie regelmĂ€Ăige Kontrolle des Blutdrucks gehört fĂŒr Millionen Menschen zur medizinischen Routine. Doch was als einfache Standardprozedur gilt, birgt bei bestimmten Patientengruppen erhebliche Gefahren. Kardiologische Fachleute warnen mit Nachdruck davor, Blutdruckmanschetten an Armen mit einer Dialysezugangsfistel anzulegen. Eine solche Messung gefĂ€hrdet nicht nur den ĂŒberlebenswichtigen GefĂ€Ăzugang, sondern liefert auch unzuverlĂ€ssige Werte.
Gefahr fĂŒr den Dialysezugang durch Manschettendruck
Dr. Khaled Al-Nimr, Berater fĂŒr Herzkrankheiten und Arterienkatheterisierung, weist darauf hin, dass die Messung des Blutdrucks an einem Arm mit einer Dialysefistel unbedingt vermieden werden muss.
Beim Aufblasen der Manschette wird der arterielle Blutfluss vorĂŒbergehend unterbrochen. Dieser Druckanstieg erhöht das Risiko von Thrombosen, GefĂ€ĂverschlĂŒssen oder Verengungen der Fistel massiv. Zudem sind die an diesem Arm ermittelten Messwerte ungenau.
Vor jeder Messung ist medizinisches Personal deshalb angehalten, gezielt nach bestehenden Shunts oder frĂŒheren Operationen an den Armen zu fragen. Gleichzeitig sollten Patientinnen und Patienten diese Information eigenstĂ€ndig vorab mitteilen, um Komplikationen zu verhindern.
Abweichungen zwischen beiden Armen richtig deuten
FĂŒr verlĂ€ssliche Ergebnisse spielt die Wahl des richtigen Arms generell eine entscheidende Rolle. Dr. Shubhra Gupta, Senior Consultant an den RG Hospitals im indischen East of Kailash (Neu-Delhi), erlĂ€utert, dass eine systolische Differenz von 5 bis 10 mmHg zwischen beiden Armen im normalen Bereich liege.
Wiederkehrende Unterschiede von 10 bis 15 mmHg oder mehr dĂŒrften jedoch nicht ignoriert werden, da sie auf GefĂ€Ăverengungen, Durchblutungsstörungen oder Probleme der Arterien und des Herzens hindeuten können.
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Mögliche Ursachen fĂŒr solche Differenzen sind eine unterschiedliche GefĂ€Ăanatomie, aber auch Anwendungsfehler wie falsch sitzende Manschetten oder ein nicht auf Herzhöhe gelagerter Arm. Ebenso können der Konsum von Tee und Kaffee sowie körperliche Anstrengung kurz vor der Untersuchung die Werte verzerren.
Fachleute wie Gupta und Mari Blek-Vehkaluoto von der finnischen Organisation SydĂ€nliitto empfehlen daher, initial an beiden Armen zu messen. Ergibt sich eine Differenz von mehr als 10 mmHg, sollten kĂŒnftige Kontrollen stets an dem Arm mit dem höheren Messwert erfolgen.
Liegen erhebliche Unterschiede vor und treten gleichzeitig Symptome wie Brustschmerz, Atemnot, plötzliche SchwÀche oder Sprachstörungen auf, ist umgehend die Notaufnahme aufzusuchen.
Typische Messfehler und die Bedeutung der richtigen Manschette
Messfehler im Alltag fĂŒhren hĂ€ufig zu gravierenden FehleinschĂ€tzungen. Eine Untersuchung der Johns Hopkins Medicine an 133 Erwachsenen im Alter von 18 bis 80 Jahren verdeutlicht den Einfluss der Körperhaltung: Liegt der Arm wĂ€hrend der Messung auf den Knien, steigt der Blutdruckwert im Schnitt um 3,9 mmHg systolisch und 4 mmHg diastolisch. HĂ€ngt der Arm frei herunter, fallen die Werte sogar um 6,5 mmHg systolisch und 4,4 mmHg diastolisch zu hoch aus.
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Nur eine stabile Auflage auf einem Tisch auf Herzhöhe liefert verlÀssliche Ergebnisse. Andernfalls drohen Fehldiagnosen: Ein tatsÀchlicher Wort von 123 mmHg kann bei fehlerhafter Haltung auf 130 oder 140 mmHg ansteigen, was das Risiko einer ungerechtfertigten Einstufung als Hypertonie zweiten Grades samt unnötiger Medikamentenverordnung birgt.
Ebenso entscheidend ist die Passform der Manschette. Eine Studie an 195 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 54 Jahren zeigte, dass eine zu kleine Standardmanschette bei Personen, die eigentlich ein ExtragroĂ-Modell benötigten, den systolischen Wert im Schnitt um 19,5 mmHg zu hoch auswies.
War eine groĂe Manschette erforderlich, betrug der Messfehler im Schnitt plus 4,8 mmHg. Eine zu groĂe Manschette fĂŒhrte hingegen zu einer UnterschĂ€tzung um 3,6 mmHg.
Empfehlungen fĂŒr den Alltag und verlĂ€ssliche Werte
Fachorganisationen wie die British Heart Foundation raten zur Nutzung validierter Oberarm-GerĂ€te, die alle zwei Jahre gewartet und kalibriert werden sollten. FĂŒr eine korrekte DurchfĂŒhrung empfiehlt das Fachpersonal, vor der Messung mindestens fĂŒnf Minuten ruhig zu sitzen, beengende Kleidung abzulegen, beide FĂŒĂe flach auf den Boden zu stellen und den RĂŒcken abzustĂŒtzen.
Bei HalbseitenlÀhmungen muss stets am gesunden Arm gemessen werden. Zudem sollten Betroffene vier Grundregeln beachten: stets zur gleichen Zeit, an derselben Stelle, in identischer Körperposition und mit demselben GerÀt messen.
Einzelmessungen in der Praxis spiegeln den tatsĂ€chlichen Verlauf oft unzureichend wider, da PhĂ€nomene wie die WeiĂkittel-Hypertonie das Bild verzerren können. Heimkontrollen liefern wertvolle ErgĂ€nzungen, ersetzen bei unklaren Befunden jedoch keine 24-Stunden-Langzeitmessung. MedikamentenĂ€nderungen sollten niemals auf Basis einzelner Messwerte erfolgen.
