Blutdruckmessung, Hause

Blutdruckmessung zu Hause: Arm auf dem Schoß verfälscht Werte um 4 mmHg

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt höhere Messwerte bei ungünstiger Armposition; der Artikel vergleicht zudem zwei tragbare Blutdrucksysteme.

Blutdruck zu Hause messen: Armhaltung beeinflusst die Werte
Ein heller, ruhiger Raum mit einem Holztisch und einem Stuhl in einer neutralen, minimalistischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die korrekte Haltung des Körpers und des Messarms spielt bei der häuslichen Blutdruckkontrolle eine zentrale Rolle für verlässliche Ergebnisse. Eine am 7. Oktober 2024 in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine veröffentlichte Untersuchung der Johns Hopkins University (DOI 10.1001/jamainternmed.2024.5213) mit 133 Erwachsenen im Alter von 18 bis 80 Jahren belegt den Einfluss der Armposition deutlich: Gegenüber der empfohlenen Haltung, bei der der Arm auf einem Tisch auf Herzhöhe abgestützt ist, fiel der systolische Messwert bei auf den Schoß gelegtem Arm im Schnitt um 3,9 mmHg höher aus, der diastolische Wert um 4,0 mmHg. Haltungsfehler können somit zu systematischen Abweichungen führen.

Vorgaben für Positionierung und Messroutine

Messfehler durch Fehlhaltungen treten nicht nur bei Oberarmmanschetten, sondern verstärkt auch bei Handgelenk-Blutdruckmessgeräten auf. Diese Modelle zeichnen sich zwar durch ihre kompakte Bauform aus, reagieren jedoch empfindlich auf die Haltung; das Handgelenk muss sich während des Vorgangs exakt auf Herzhöhe befinden.

Zu den wesentlichen Kriterien bei der Geräteauswahl gehören eine passende Manschettengröße, eine gut lesbare Anzeige und eine unkomplizierte Bedienung.

Anwender sollten vor Beginn der Messung eine Ruhephase einlegen und auf gleichbleibende Messbedingungen achten. Bei bestehenden Vorerkrankungen oder Schwierigkeiten, das Handgelenk stabil und ruhig zu positionieren, gelten Oberarmgeräte als die geeignetere Wahl.

Zur Etablierung verlässlicher Messreihen empfiehlt die München Klinik, dreimal täglich zu unterschiedlichen Zeiten zu messen und die Manschette dabei stets auf Herzhöhe zu führen.

Grenzwerte und Vorgehen bei auffälligen Werten

Für die Heimmessung gilt ein Richtwert von unter 135/85 mmHg. Zeigen sich wiederholt Werte von über 140/90 mmHg, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Zum Vergleich: In der ärztlichen Praxis liegt der Grenzwert bei 140/90 mmHg, während für das Tagesmittel einer 24-Stunden-Messung 135/85 mmHg, für den gesamten 24-Stunden-Wert 130/80 mmHg und für das Nachtmittel 120/70 mmHg als Referenz dienen.

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Wird bei einer Einzelmessung ein systolischer Wert von über 150 mmHg festgestellt, raten Fachberichte zu einer Ruhepause und einer Wiederholungsmessung nach 15 bis 30 Minuten. Die Deutsche Herzstiftung und die Mayo Clinic weisen darauf hin, dass plötzliche Blutdruckspitzen durch verschiedene Faktoren bedingt sein können.

Dazu zählen vergessene oder zu niedrig dosierte Blutdrucksenker, Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Ibuprofen oder Diclofenac, Störungen von Niere, Schilddrüse oder Hormonen sowie Schlafapnoe, Stress, Alkohol oder der Konsum von Lakritze.

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Bei Werten über 200/100 mmHg ohne oder mit leichten Beschwerden sollten sich Betroffene hinlegen und nach 15 bis 30 Minuten erneut messen; bleiben die Werte anhaltend hoch, ist eine umgehende Behandlung nötig.

Liegen die Werte deutlich über 180/110 mmHg oder treten akute Begleitsymptome wie Brustschmerzen, Atemnot, Sprach- oder Sehstörungen auf, muss unverzüglich der Notruf gewählt werden. Notfälle manifestieren sich typischerweise bei Werten von 200–220/100–120 mmHg, können im Einzelfall jedoch auch darunter auftreten.

Technologischer Vergleich: Manschette versus optische Sensorik

Neben stationären Messgeräten für den Heimgebrauch prüfen Tests zunehmend tragbare Systeme. In einer Untersuchung der Fachzeitschrift Connect wurden die Huawei Watch D3 und das Hilo Band gegenübergestellt. Die Watch D3 nutzt zur Messung eine integrierte Manschette, benötigt keine Kalibrierung und wich im Test maximal um ±3 mmHg von einem Oberarmgerät ab (UVP 449 Euro).

Das Hilo Band erfasst Werte optisch und erfordert zunächst eine mehrtägige Kalibrierung mit einer Oberarmmanschette, die etwa alle 30 Tage erneuert werden muss; das System misst rund 25-mal täglich bei einer Akkulaufzeit von etwa zwei Wochen.

Im 24-Stunden-Vergleich ermittelte die Watch D3 einen Mittelwert von 119/79 mmHg, während das Hilo Band 127/83 mmHg anzeigte. Bei ausschließlicher Betrachtung der Tageswerte lag die Differenz bei rund 6/2 mmHg. Von 50 geplanten Messungen brachen bei der D3 tagsüber 16 ab oder waren fehlerhaft, nachts trat ein Fehler auf.

Preislich steht das Hilo-Starterpaket inklusive Zwölf-Monats-Abo für 199,98 Euro (Folgejahre je 119,99 Euro) über einen Dreijahreszeitraum mit rund 440 Euro vergleichbar da, verursacht ab dem vierten Jahr jedoch höhere Gesamtkosten als die Smartwatch.

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