Mediziner: Mehr AufklĂ€rung ĂŒber Bluthochdruck notwendig
16.05.2024 - 13:05:48Millionen Menschen in Deutschland haben ihn und es werden tendenziell mehr: einen zu hohen Blutdruck. Um der als Volkskrankheit bezeichneten Hypertonie vorzubeugen, brĂ€uchte es aus Sicht von Kai Lopau, Internist am Uniklinikum WĂŒrzburg, vor allem mehr AufklĂ€rung.
«Gesundheitsbildung sollte dazu bereits in KindergĂ€rten und Schulen ansetzen und ĂŒber die Risikofaktoren aufklĂ€ren, die auch fĂŒr viele andere Krankheiten von groĂer Bedeutung sind», sagte der Kommissarische Leiter der Nephrologie anlĂ€sslich des Welthypertonietags an diesem Freitag (17. Mai).
Tendenz steigend
Zwischen 20 und 30 Millionen Menschen sind nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga bundesweit von Bluthochdruck betroffen. Angesichts der Alterung der Gesellschaft erwartet der Mediziner Lopau, dass die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren zunehmen wird. Die Risikofaktoren seien bekannt: hohes Alter, Ăbergewicht, Typ-2-Diabetes, eine ungesunde ErnĂ€hrung, Bewegungsmangel und wenn bereits die Eltern Bluthochdruck hatten.
Bis zum Alter von 50 Jahren sind laut Lopau mehr MĂ€nner als Frauen davon betroffen, ab 50 Jahren sei es umgekehrt. Von den ĂŒber 65-JĂ€hrigen haben laut Robert Koch-Institut rund zwei Drittel einen zu hohen Bluthochdruck.
Der Internist spricht sich angesichts solcher Zahlen fĂŒr regelmĂ€Ăige Screening-Routinen fĂŒr Blutdruck aus. Denn: Solange der Bluthochdruck nicht besonders hoch ist, bemerke man ihn in der Regel nicht. «Ist der Blutdruck dagegen sehr hoch, können zum Beispiel Kopfschmerz, Nasenbluten, Herzschmerzen und Sehbeschwerden die Folgen sein. Das wĂ€ren auf jeden Fall GrĂŒnde, den Blutdruck von einem Arzt ĂŒberprĂŒfen zu lassen.»
Ănderung des Lebensstils
Sei der Bluthochdruck zu hoch, brauche es Zeit, ihn wieder zu senken. «Das Ganze ist ein Prozess und nichts, was innerhalb weniger Wochen zu schaffen ist», sagte Lopau. Sind die Werte noch nicht zu stark erhöht und bestehen keine FolgeschÀden, sollte man sich laut dem Arzt als Erstes seinen Lebensstil ansehen. «Um den Bluthochdruck zu senken, sind eine gesunde ErnÀhrung und ausreichend Bewegung wichtig. Rauchen und Alkohol trinken schaden dagegen.»
LĂ€sst sich der Bluthochdruck allein ĂŒber eine Ănderung des Lebensstils nicht dauerhaft senken, sind Medikamente gefragt. Die möglichen Langzeitfolgen von Bluthochdruck wiegen schwer: Zu ihnen zĂ€hlen etwa HerzschwĂ€che, Schlaganfall, NierenschwĂ€che und Sehstörungen.


