Bluthochdruck: Konservierungsmittel erhöhen Risiko um 29 Prozent
22.06.2026 - 16:43:50 | boerse-global.de
Bestimmte Konservierungsmittel und Antioxidantien in verarbeiteten Lebensmitteln könnten das Risiko fĂŒr Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöhen. Das zeigt eine aktuelle Langzeitstudie des französischen Forschungsinstituts Inserm.
Acht kritische Stoffe identifiziert
Die im Mai 2026 im European Heart Journal veröffentlichte Untersuchung wertete Daten von 112.395 Teilnehmern der NutriNet-SantĂ©-Kohorte aus. Ăber acht Jahre beobachteten die Wissenschaftler, welche Zusatzstoffe mit kardiovaskulĂ€ren Problemen zusammenhĂ€ngen.
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Besonders kritisch: Konservierungsstoffe wie Kaliumsorbat (E202), Kaliummetabisulfit (E224) und Natriumnitrit (E250). Aber auch vermeintlich harmlose Antioxidantien wie AscorbinsĂ€ure (E300), Natriumascorbat (E301) oder ZitronensĂ€ure (E330) stehen im Verdacht, die GefĂ€Ăe zu belasten.
Die Zahlen sind alarmierend: Teilnehmer mit dem höchsten Konsum dieser Stoffe hatten ein um bis zu 29 Prozent höheres Risiko fĂŒr Bluthochdruck. Das Risiko fĂŒr schwere Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall stieg um 16 Prozent.
AllgegenwÀrtig in der Nahrung
Besonders brisant: Fast alle Studienteilnehmer â rund 99,5 Prozent â nahmen regelmĂ€Ăig mindestens eines der untersuchten Konservierungsmittel zu sich. Die Stoffe stecken in Fertiggerichten, Wurstwaren, Softdrinks und vielen anderen Produkten.
Die Forscher fordern daher eine Neubewertung durch die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die US-amerikanische FDA. Die Ergebnisse reihen sich ein in frĂŒhere Studien, die bereits ZusammenhĂ€nge zwischen Zusatzstoffen und Krebs sowie Typ-2-Diabetes nachwiesen.
Was hilft gegen Bluthochdruck?
Trotz der Warnung vor Zusatzstoffen: Nicht alle verarbeiteten Lebensmittel sind tabu. ErnĂ€hrungsexperten empfehlen die DASH-DiĂ€t â reich an Kalium und Ballaststoffen. HĂŒlsenfrĂŒchte, fetter Fisch oder Tomatenprodukte aus der Dose liefern wertvolle NĂ€hrstoffe wie Omega-3-FettsĂ€uren und Lycopin.
Ein einfacher Trick: Konserven vor dem Verzehr grĂŒndlich abspĂŒlen. Das reduziert den Salzgehalt um bis zu 40 Prozent.
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Neue TherapieansÀtze in Sicht
Parallel zur Zusatzstoff-Debatte gibt es Fortschritte bei der Behandlung von Bluthochdruck. Eine Langzeitstudie mit 450.000 Teilnehmern zeigte: Wer seinen Blutdruck regelmĂ€Ăig zu Hause misst und die Daten mit dem Arzt teilt, senkt das Risiko fĂŒr schwere kardiovaskulĂ€re Ereignisse um 34 Prozent.
Im Mai 2026 lieĂ die FDA zudem den Wirkstoff Baxdrostat zu â ein Aldosteron-Synthase-Inhibitor, der in Studien den systolischen Blutdruck signifikant senkte. FĂŒr Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck könnte das eine neue Option bedeuten.
Auch die Grundlagenforschung liefert Hoffnung: Forscher der UniversitĂ€t ZĂŒrich entdeckten einen epigenetischen Mechanismus, bei dem EntzĂŒndungssignale aus dem Fettgewebe die GefĂ€ĂwĂ€nde schĂ€digen. Mit BET-Protein-Inhibitoren lieĂ sich dieser Prozess in Modellen umkehren â ein möglicher Ansatz fĂŒr kĂŒnftige Therapien gegen GefĂ€ĂschĂ€den bei Adipositas.
