Bluthochdruck, Nussverzehr

Bluthochdruck: Nussverzehr reduziert Risiko um bis zu 26%

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Analysen zeigen Risiken salzreicher Fertigprodukte und mögliche Vorteile von NĂŒssen, Bewegung sowie regelmĂ€ĂŸigen Blutdruckkontrollen im Alltag.

Bluthochdruck: Salz, NĂŒsse und Bewegung beeinflussen das Risiko
Nahaufnahme von WalnĂŒssen und Mandeln auf einer rustikalen HolzoberflĂ€che in natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Kardiologen warnen vor den gesundheitlichen Auswirkungen einer salzreichen ErnĂ€hrung, die maßgeblich durch den Konsum verarbeiteter Lebensmittel beeinflusst wird. Aktuelle Analysen und wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen den Zusammenhang zwischen tĂ€glichen Essgewohnheiten und dem Risiko fĂŒr Bluthochdruck (Hypertonie).

Hoher Salzgehalt in Fertigprodukten als Risikofaktor

Untersuchungen beliebter Fertigsalate im Vereinigten Königreich weisen auf erhebliche Mengen an verstecktem Salz hin. Demnach enthÀlt ein Itsu Thunfisch-Poké 5,2 g Salz, was 86 % der empfohlenen Tagesdosis entspricht. Ein LEON Rote Bete Salat kommt laut Analyse auf 6 g Salz.

Auch bei Produkten von Marks & Spencer (M&S) wurden hohe Werte festgestellt: Ein HÀhnchen-Caesar-Salat (261 g) enthÀlt 2,6 g Salz, 8,4 g gesÀttigte FettsÀuren und 551 kcal. Ein KÀse-Nudelsalat von Asda (365 g) weist 596 kcal sowie 14 g gesÀttigte FettsÀuren auf.

Positive Bewertungen erhielten hingegen Produkte wie der M&S 35-Pflanzen-Salat und das Tesco HĂ€hnchen-TaboulĂ©. Experten betonen, dass ein ĂŒbermĂ€ĂŸiger Salzkonsum zu den Hauptursachen fĂŒr Bluthochdruck zĂ€hlt, von dem weltweit mehr als 1,4 Milliarden Menschen betroffen sind.

PrĂ€ventive Wirkung von NĂŒssen und pflanzlichen Ölen

Eine Metaanalyse der Organisation Plant-Based Health Professionals UK und des Imperial College London, die am 04.08.2026 im British Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, unterstreicht das Potenzial einer pflanzenbetonten Kost.

Die Auswertung von acht Studien mit ĂŒber 143.000 Teilnehmenden ergab, dass ein regelmĂ€ĂŸiger Nussverzehr das Bluthochdruck-Risiko um rund 16 % senkt. Bei einer tĂ€glichen Menge von 28 g reduziere sich das Risiko um 20 %, wĂ€hrend 30 g tĂ€glich eine Senkung um 26 % gegenĂŒber einem Verzicht bewirken. Ein darĂŒber hinausgehender Konsum erbringe jedoch keinen nennenswerten Zusatznutzen.

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Die Stiftung Warentest empfiehlt zur PrĂ€vention von Herz- und Hirnerkrankungen eine ErnĂ€hrung, bei der Fette bevorzugt aus NĂŒssen, fettem Fisch, Lein- oder Chiasamen sowie Avocados bezogen werden.

Bei Speiseölen wird zu Raps-, Lein-, Oliven- oder Walnussöl geraten. Dabei gelte, dass natives kaltgepresstes Öl mehr Vitamine enthalte, aber hitzeempfindlich sei, wĂ€hrend raffiniertes Öl zwar nĂ€hrstoffĂ€rmer, dafĂŒr aber hitzestabil und geschmacksneutral bleibe.

Einfluss von Mahlzeiten-Timing und körperlicher AktivitÀt

Wissenschaftliche Daten der UniversitĂ© Sorbonne (Nature Communications Medicine) deuten darauf hin, dass auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme eine Rolle spielt. Eine Langzeitstudie mit fast 105.000 Teilnehmenden beobachtete, dass jede Stunde Verschiebung der Mahlzeiten das Herz-Kreislauf-Risiko bei MĂ€nnern um 14 % und das Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheiten um 21 % erhöhte. Bei Frauen wurden keine entsprechenden ZusammenhĂ€nge festgestellt.

Zudem zeigen Studien, dass eine Gewichtsreduktion um 5 % den systolischen Blutdruck um 6 bis 8 mmHg senken kann. Ein Ă€hnlicher Effekt lasse sich durch eine Reduktion des Salzkonsums, regelmĂ€ĂŸigen Ausdauer- oder Kraftsport sowie Meditation erzielen. Bereits fĂŒnf Minuten Sport tĂ€glich können den systolischen Blutdruck um bis zu 5 mmHg senken und das Schlaganfallrisiko um bis zu 10 % reduzieren.

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Eine Übersichtsarbeit der John Hopkins School of Medicine aus dem Jahr 2012 wies zudem darauf hin, dass eine tĂ€gliche Gabe von 500 mg Vitamin C ĂŒber acht Wochen den systolischen Wert um bis zu 4,85 mmHg senken kann. Ein wissenschaftlicher Nachweis fĂŒr eine sofortige Blutdrucksenkung durch den Verzehr von Zitronen stehe jedoch aus.

Medizinische Grenzwerte und Herausforderungen der Diagnose

In Deutschland leiden schĂ€tzungsweise 20 bis 30 Millionen Menschen an Hypertonie, wobei rund 90 % der FĂ€lle auf eine primĂ€re Hypertonie zurĂŒckzufĂŒhren sind. Die Deutsche Herzstiftung gibt normale Erwachsenenwerte mit etwa 120/70 mmHg an.

Laut den ESC/ESH-Leitlinien von 2023 wird Bluthochdruck ab einem Praxiswert von 140/90 mmHg diagnostiziert. Bei Heimmessungen liegt dieser Grenzwert bei 135/85 mmHg.

Eine besondere Herausforderung stellt die sogenannte maskierte Hypertonie dar. Dabei liegen die in der Arztpraxis gemessenen Werte im Normalbereich, wÀhrend sie zu Hause erhöht sind. Laut der Deutschen Hochdruckliga betrifft dies etwa 15 % der Patienten mit normalen Praxiswerten, insbesondere Personen in der dritten und vierten Lebensdekade.

Experten raten daher bei Verdacht zu einer 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABDM) oder einer systematischen Heimmessung ĂŒber sieben Tage. Ein fehlender nĂ€chtlicher Blutdruckabfall von mindestens 10 % gilt dabei als zusĂ€tzlicher Risikofaktor.

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