Bluthochdruck: Pfefferminzöl senkt Druck um 8,5 mmHg
17.06.2026 - 20:11:03 | boerse-global.de
Die Behandlung setzt zunehmend auf Lebensstiländerungen statt nur auf Pillen.
Diagnostiziert wird Bluthochdruck ab Werten von 140/90 mmHg in der Arztpraxis oder 135/85 mmHg bei der Heimmessung. Experten wie Prof. Dr. Markus van der Giet von der Deutschen Hochdruckliga empfehlen als Zielwert einen systolischen Blutdruck zwischen 120 und 130 mmHg.
Pfefferminzöl zeigt überraschende Wirkung
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Forscher der University of Lancashire haben die Wirkung von Pfefferminzöl untersucht. 40 Erwachsene mit leicht erhöhtem Blutdruck nahmen 20 Tage lang täglich 100 Mikroliter des Öls ein.
Das Ergebnis: Der systolische Blutdruck sank von durchschnittlich 130 auf 122 mmHg. Der Effekt von etwa 8,5 mmHg ist laut Forschern vergleichbar mit sportlicher Betätigung. Verantwortlich dafür ist vermutlich das enthaltene Menthol, das die Gefäße erweitert.
Allerdings: „Bevor eine allgemeine klinische Empfehlung ausgesprochen werden kann, sind weitere Studien nötig", so die Fachleute.
App statt Pillen: Digitale Helfer im Test
Die DAK-Gesundheit setzt bereits auf digitale Unterstützung. Seit Frühjahr 2022 bietet sie die Hypertonie-App „Liebria" des Unternehmens GAIA an. Das sechsmonatige Online-Programm soll Patienten bei der Lebensstiländerung begleiten.
Das Ziel solcher digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA): Durch strukturierte Anleitung in Ernährung, Bewegung, Entspannung und Schlaf den Medikamentenbedarf langfristig senken. In einer Pilotphase wurden 10.000 Versicherte in das Programm aufgenommen.
Was trinken bei Bluthochdruck?
Die tägliche Flüssigkeitsaufnahme spielt eine wesentliche Rolle. Experten empfehlen zwei bis drei Liter Wasser pro Tag. Bestimmte Getränke gelten als besonders vorteilhaft:
- Kokoswasser: Enthält Magnesium und Kalium
- Hibiskus- und Grüner Tee: Das Rutin unterstützt die Senkung der Werte
- Rote-Bete-Saft: Die Nitrate erweitern kurzzeitig die Gefäße
Koffein dagegen kann den Blutdruck temporär um 5 bis 10 mmHg erhöhen. Bei bestehender Hypertonie raten Ärzte teilweise zu entkoffeinierten Varianten.
Aber Vorsicht: Bei Werten ab 180/120 mmHg – einer hypertensiven Krise – ist sofortige medikamentöse Behandlung und ärztliche Konsultation nötig.
Bewegung als natürliches Antidepressivum
Der Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rückt zunehmend in den Fokus. Depressionen gelten mittlerweile als eigenständiger Risikofaktor – vergleichbar mit Rauchen oder Bluthochdruck.
Dr. Cornelia Ulrich vom Salus-Fachklinikum Uchtspringe stellt fest: „20 bis 30 Prozent der Patienten entwickeln nach einem Herzinfarkt depressive Verstimmungen."
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Regelmäßige Bewegung senkt nicht nur direkt den Blutdruck, sondern wirkt auch als natürliches Antidepressivum. Facharzt Klaus Peter W. Schaps empfiehlt drei Einheiten Sport von jeweils 45 Minuten pro Woche.
Die Basis bleibt: Salz sparen, Gewicht reduzieren
Neben Bewegung bleiben eine salzarme Ernährung und die Reduktion von Übergewicht die tragenden Säulen der nicht-medikamentösen Therapie. Führen diese Maßnahmen nach drei Monaten nicht zu den gewünschten Zielwerten, ist in der Regel eine medikamentöse Einstellung mit ACE-Hemmern oder Sartanen angezeigt.
