Bluthochdruck: WHO empfiehlt höchstens fĂŒnf Gramm Salz am Tag
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der kardiologischen PrĂ€vention rĂŒckt die Zusammensetzung der gesamten ErnĂ€hrung zunehmend vor das isolierte ZĂ€hlen einzelner NĂ€hrstoffe. Das American College of Cardiology (ACC) betonte in einem wissenschaftlichen Statement zur Herzgesundheit, dass die Gesamtration, die QualitĂ€t der Lebensmittel sowie deren Verarbeitungsgrad die entscheidenden Faktoren darstellen.
Ein pauschales Berechnen bestimmter NĂ€hrwerte reiche hingegen nicht aus, um kardiovaskulĂ€ren Risiken wirksam zu begegnen. Dies gelte gleichermaĂen mit Blick auf das kardiorenal-metabolische Syndrom (CKM).
Pflanzliche Basis und minimale Verarbeitung
Das ACC spricht sich fĂŒr eine ErnĂ€hrung aus, die auf minimal verarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln aufbaut. Dazu zĂ€hlen GemĂŒse, Obst, Vollkornprodukte, HĂŒlsenfrĂŒchte und NĂŒsse, ergĂ€nzt durch Fisch, mageres Fleisch sowie ungesĂ€ttigte Fette. Die höchste wissenschaftliche Evidenz fĂŒr die Herzgesundheit weisen laut der Fachgesellschaft die mediterrane ErnĂ€hrung und die DASH-DiĂ€t auf.
DemgegenĂŒber empfiehlt das ACC, den Verzehr von gesĂ€ttigten Fetten, raffinierter StĂ€rke, Zucker, Natrium und verarbeitetem Fleisch stark zu begrenzen. Ultraverarbeitete Erzeugnisse mit geringer NĂ€hrstoffdichte gelten als besonders problematisch.
Auch nationale Empfehlungen spiegeln diese Ausrichtung wider. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) rĂ€t Erwachsenen im Alter von 18 bis 65 Jahren bei einer Mischkost zu maximal 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche.
Auf dem Speiseplan sollten stattdessen tĂ€glich mindestens fĂŒnf Portionen Obst und GemĂŒse, regelmĂ€Ăige Mengen an NĂŒssen und HĂŒlsenfrĂŒchten sowie pflanzliche Ăle und Milchprodukte stehen.
Kardiologin Catharina Hamm verweist zudem auf eine Orientierung bei der tĂ€glichen EiweiĂzufuhr von rund 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und empfiehlt ein ausgewogenes VerhĂ€ltnis im Alltag, anstatt Perfektion anzustreben.
Natriumreduktion und die Rolle von Kalium
Ein zentraler Ansatzpunkt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleibt der Blutdruck. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland 20 bis 30 Millionen Menschen von Hypertonie betroffen; die GEDA-Studie des Instituts beziffert die Quote auf 30,9 Prozent bei Frauen und 32,8 Prozent bei MĂ€nnern. Laut der Deutschen Hochdruckliga bleibt der Bluthochdruck in rund 30 Prozent der FĂ€lle unentdeckt.
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Zur Blutdrucksenkung verweist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf eine Begrenzung des Salzkonsums auf maximal fĂŒnf Gramm tĂ€glich. Etwa 70 bis 80 Prozent des aufgenommenen Salzes stammen jedoch aus industriell verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst, Brot oder Fertiggerichten.
Nach Angaben des Zentrums fĂŒr Krankheitskontrolle in Qingdao können beispielsweise 100 Gramm Wurst bis zu 2,5 Gramm Salz enthalten, wĂ€hrend eine Packung Instantnudeln fast 5 Gramm erreicht. Als Hilfestellung beim Kochen verweist die American Heart Association darauf, dass das grĂŒndliche AbspĂŒlen von Bohnen und GemĂŒse aus Konserven den Natriumgehalt um bis zu etwa 40 Prozent verringern kann.
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Parallel zur Salzreduktion belegen Untersuchungen den Nutzen einer gesteigerten Kaliumaufnahme ĂŒber Lebensmittel wie Spinat, Kartoffeln, Bananen oder Linsen. Eine Analyse aus dem Jahr 2025 ergab, dass rund 2.000 Milligramm zusĂ€tzliches Kalium pro Tag bei Personen mit Hypertonie den systolischen Blutdruck um durchschnittlich etwa 5 mmHg und den diastolischen um 3 mmHg senkte.
Fachberichte mahnen jedoch zur Vorsicht: Bei chronischen Nierenerkrankungen oder Herzinsuffizienz darf die Kaliumzufuhr nicht ohne Ă€rztliche RĂŒcksprache erhöht werden.
Cholesterinspiegel und Bewegung im Fokus
Neben dem Blutdruck bleibt der Cholesterinspiegel ein zentraler Risikofaktor. Nach Angaben von Kardiologin Juliane Willecke geht ein LDL-Wert von ĂŒber 190 mg/dl mit einer deutlich erhöhten Gefahr fĂŒr atherosklerotische Erkrankungen einher.
WĂ€hrend fĂŒr gesunde Menschen oft ein Wert unter 116 mg/dl angestrebt wird, liegt das Ziel bei Vorerkrankungen wie Diabetes unter 55 mg/dl. Durch den regelmĂ€Ăigen Verzehr von Haferflocken lasse sich der Cholesterinspiegel dank des enthaltenen Beta-Glucans um etwa fĂŒnf bis sieben Prozent senken.
ErgĂ€nzend zu diĂ€tetischen Anpassungen heben Fachgesellschaften den Lebensstil hervor. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Innere Medizin (DGIM) verankerte die Bewegungstherapie bei einem hohen Herz-Kreislauf-Risiko oder chronischem Koronarsyndrom als festen Therapiebestandteil in ihren âKlug entscheidenâ-Empfehlungen.
RegelmĂ€Ăige körperliche AktivitĂ€t und die Reduktion tierischer Fette bilden somit gemeinsam mit einer natriumarmen, pflanzenbetonten Kost die Basis einer modernen PrĂ€vention.
