Bluttest, Alzheimer-Risiko

Bluttest bestimmt biologisches Alter: 12,59-fach höheres Alzheimer-Risiko

Veröffentlicht: 29.06.2026 um 20:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neuer Bluttest der Stanford University misst biologisches Alter von Zellen und zeigt drastisch erhöhte Risiken für Alzheimer und ALS auf.

Stanford-Bluttest: Zellalter bestimmt Alzheimer-Risiko
Bluttest - Nahaufnahme eines futuristischen Blutröhrchens, das von einem Wissenschaftler im Labor gehalten wird, mit abstrakten Genomdaten im Hintergrund. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher der Stanford University haben einen Bluttest entwickelt, der das biologische Alter von über 40 Zelltypen bestimmt. Die Studie im Fachjournal Nature Medicine zeigt: Eine beschleunigte Alterung bestimmter Zellen erhöht das Risiko für Alzheimer und ALS drastisch.

Ein Bluttest, der in die Zukunft blickt

Das kalendarische Alter sagt wenig über den tatsächlichen Zustand von Organen und Geweben aus. Das belegt die aktuelle Untersuchung mit über 60.000 Teilnehmern. Die Forscher analysierten mehr als 7.000 Proteine und entwickelten daraus ein Verfahren, das die biologische Alterung einzelner Zelltypen sichtbar macht.

Die Ergebnisse sind eindrucksvoll: Eine beschleunigte Alterung der Astrozyten – das sind Stützzellen im Gehirn – geht mit einem 12,59-fach höheren Alzheimer-Risiko einher. Bei vorzeitiger Alterung der Skelettmuskelzellen steigt das Risiko für die Nervenerkrankung ALS um das 12,74-Fache.

Der Polycellular Aging Risk Score

Um diese Daten statistisch zu fassen, entwickelten die Wissenschaftler einen neuen Risikowert. Der Polycellular Aging Risk Score verdeutlicht die dramatischen Auswirkungen: Liegt die Überlebensrate bei normaler Zellalterung bei 90 Prozent, sinkt sie bei extremer biologischer Alterung auf 34 Prozent.

Branchenberichten zufolge soll der Test innerhalb von zwei bis drei Jahren marktreif sein. Die Unternehmen Teal Omics und Vero Bioscience kümmern sich um die Kommerzialisierung. Damit könnte die Diagnostik bald aus dem Labor in die klinische Routine wandern.

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Stanford-Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der Ihr biologisches Zellalter bestimmt – und ein bis zu 12,59-fach erhöhtes Alzheimer-Risiko erkennt. Der Test soll in 2–3 Jahren marktreif sein. Jetzt erfahren, was Sie heute tun können. Jetzt kostenlosen Risiko-Check anfordern

KI erkennt Alzheimer bis zu 8,55 Jahre früher

Neben der Zellaltersbestimmung gibt es weitere vielversprechende Ansätze. Die KI-gestützte Netzhautanalyse kann ein Alzheimer-Risiko bis zu 8,55 Jahre vor den ersten Symptomen prognostizieren. Noch schneller geht der pTau217-Bluttest: Er weist eine Amyloid-Pathologie innerhalb von 17 Minuten mit über 90 Prozent Genauigkeit nach und trägt bereits die CE-Kennzeichnung.

Das King's College London lieferte zusätzliche Erkenntnisse zur zellulären Degeneration. Die Forscher identifizierten die sogenannte Karyoptosis – einen spezifischen Zellkernzerfall. Bei Alzheimer-Patienten trat dieser in rund 35 Prozent der Zellen auf, in Vergleichsgruppen deutlich seltener. Zudem fanden die Wissenschaftler einen reduzierten Spiegel des Proteins ULK1 bei Betroffenen.

Therapie: Noch großer Nachholbedarf

Trotz der diagnostischen Fortschritte bleibt der Zugang zu modernen Behandlungen begrenzt. In Deutschland sind Antikörper-Therapien wie Donanemab oder Lecanemab zwar verfügbar. Doch Schätzungen zufolge kommen sie nur für etwa zehn Prozent der rund 1,2 Millionen Patienten infrage.

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Bis zu 8,55 Jahre vor den ersten Symptomen: KI-gestützte Netzhautanalyse und pTau217-Bluttest erkennen Alzheimer frühzeitig. Kombiniert mit dem neuen Stanford-Zellalter-Test entsteht ein umfassendes Frühwarnsystem. Mehr zur Früherkennung erfahren

Die Forschung setzt daher auf alternative Ansätze. Phase-II-Studien untersuchen Derivate des Granatapfels, während TREM-1-Antagonisten wie LR12 und LP17 in präklinischen Modellen erprobt werden. Auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle: Regelmäßige Lichtexposition von über 1000 Lux kann das Demenzrisiko um 16 Prozent senken.

Die Kombination aus präziser Zellaltersbestimmung und frühzeitigen Biomarker-Tests könnte Behandlungen künftig gezielter machen. Präventive Maßnahmen ließen sich dann rechtzeitig einleiten – bevor die ersten Symptome überhaupt auftreten.

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