Bluttest erkennt Alzheimer: p-tau217 sagt Demenz 5–10 Jahre voraus
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 13:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Forschungsergebnisse zeigen: Migräne mit Aura verursacht keine Hirnschäden, erhöht aber das Risiko für Schlaganfälle.
Was die Aura wirklich bedeutet
Rund 25 bis 30 Prozent aller Migränepatienten leiden unter der Aura-Form – das sind etwa 4 bis 5 Prozent der Bevölkerung. Die Symptome sind meist visueller Natur (95 bis 98 Prozent der Fälle) und dauern zwischen 5 und 60 Minuten an.
Die gute Nachricht: Die Erkrankung gilt grundsätzlich als gutartig. Dauerhafte neurologische Schäden oder kognitive Beeinträchtigungen ließen sich nicht nachweisen. Allerdings fungiert die Migräne mit Aura als unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Besonders tückisch: Im Alter zwischen 60 und 69 Jahren tritt gehäuft die „stumme Migräne“ auf. Dabei zeigt sich die Aura ohne Kopfschmerzen. Ärzte müssen sie dann sorgfältig von Schlaganfällen oder epileptischen Anfällen abgrenzen.
Wenn die Hormone verrĂĽcktspielen
Der Einfluss der Menopause auf neurologische Erkrankungen war ein Schwerpunkt des EAN-Kongresses in Genf. Die Perimenopause verschlechtert die Migräne häufig: Die Anfälle werden häufiger, intensiver und schwerer behandelbar.
In der Postmenopause steigt zusätzlich das kardiovaskuläre Risiko durch Bluthochdruck und Übergewicht. Die bestehende Migräne mit Aura wirkt dann als zusätzlicher Belastungsfaktor.
Spannend: Östrogen könnte neuroprotektive Eigenschaften besitzen. Der Zeitpunkt einer Hormonersatztherapie scheint dabei entscheidend für die Wirksamkeit zu sein.
Bluttest erkennt Alzheimer Jahre vorher
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Ein Durchbruch in der Früherkennung zeichnet sich ab. Eine im Juli in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie untersuchte den Blutmarker p-tau217. Die Daten von über 2.600 kognitiv gesunden älteren Menschen belegen: Der Marker sagt das Risiko einer Demenz fünf bis zehn Jahre im Voraus vorher.
Die Zahlen sind beeindruckend: 65-Jährige mit sehr hohen p-tau217-Werten haben ein deutlich höheres Fünf-Jahres-Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen. Die Sensitivität spezialisierter Tests liegt bei bis zu 95 Prozent.
Was Deutschland tun kann
Zum Welttag des Gehirns veröffentlichten Kliniken und Fachgesellschaften alarmierende Zahlen: Jährlich gibt es 300.000 neue Demenzfälle und 270.000 Schlaganfälle in Deutschland.
Dabei wäre vieles vermeidbar. Fachärzte schätzen, dass 70 Prozent der Schlaganfälle und 45 Prozent der Demenzerkrankungen durch die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Bewegungsmangel verhindert werden könnten.
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Neue Therapieansätze
Forscher des Universitätsklinikums Jena berichteten Anfang Juli über Erfolge mit einer Immuntherapie bei autoimmunen Nervenerkrankungen. Ein eigentlich gegen Myelom entwickeltes Medikament verbesserte die Nervenfunktion der Patienten deutlich.
Koreanische Wissenschaftler veröffentlichten in der Zeitschrift Cell neue Erkenntnisse über die Reinigungsrouten des Gehirns. Sie entdeckten Mikroporen in der Hirnhaut, die für den Abfluss von Liquor entscheidend sind. Bei Alterungsprozessen verengen sich diese Poren – ein Ansatzpunkt für neue Demenztherapien.
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