Bluttest, Herzinfarkt

Bluttest nach Herzinfarkt: Unreife Granulozyten vorhersagen Sterberisiko

06.07.2026 - 08:51:41 | boerse-global.de

Kliniken setzen vermehrt auf minimalinvasive Verfahren, die Krankenhausaufenthalte verkürzen und Patienten schonen. Neue Zentren und Netzwerke entstehen.

Medizin-Trend: Schonende Eingriffe ohne Vollnarkose boomen
Bluttest - Nahaufnahme der Hände eines Chirurgen bei einer minimalinvasiven Operation mit leuchtenden chirurgischen Instrumenten. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr Kliniken setzen auf minimalinvasive Verfahren, die ohne Vollnarkose auskommen und den Krankenhausaufenthalt drastisch verkürzen.

Gefäßchirurgie: Neue Verfahren, kürzere Aufenthalte

Das Goitzsche Klinikum Bitterfeld deckt inzwischen das gesamte Spektrum der Gefäßchirurgie ab – von arteriellen Verschlusskrankheiten über Halsschlagaderverengungen bis hin zu Aortenaneurysmen und Dialysezugängen. Die Klinik reagiert damit auf die wachsende Nachfrage nach spezialisierten Behandlungen.

Auch grenzüberschreitend tut sich was. Das Streekziekenhuis Koningin Beatrix in Winterswijk bietet seit Frühjahr 2026 gemeinsam mit dem Medisch Spectrum Twente spezialisierte Gefäßbehandlungen an. Die Eingriffe an den Beinen erfolgen ohne Narkose – Patienten können noch am selben Tag nach Hause.

Dass selbst Hochrisikopatienten profitieren, zeigt ein Fall aus Bulgarien: Ein Team der UMBAL Burgasmed implantierte einer 90-jährigen Patientin erfolgreich einen Stent bei einem abdominalen Aortenaneurysma.

Herzklappen: Zertifizierte Zentren für schonende Eingriffe

Die kathetergestützte Herzklappentherapie gewinnt weiter an Boden. Das Alfried Krupp Krankenhaus erhielt im Juni 2026 die Zertifizierung als Mitralklappen-Zentrum durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. Im Fokus steht das M-TEER-Verfahren – eine Behandlung für Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz. Schätzungen zufolge ist fast jeder Zehnte über 75 Jahren davon betroffen.

Orthopädie: Spitzenwerte bei Komplikationsraten

Auch in der Orthopädie zeigt sich der Trend zur Spezialisierung. Das St. Vinzenz-Krankenhaus in Düsseldorf wurde erneut als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung rezertifiziert. Rund 2.300 endoprothetische Eingriffe pro Jahr führt die Einrichtung durch. Laut Endoprothesenregister Deutschland gehört sie bei den Komplikationsraten zu den besten fünf Prozent bundesweit.

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Eine aktuelle Studie der Universität Münster zeigt: Der IG-Wert im Blut sagt das Sterberisiko nach einem Herzinfarkt präziser voraus als bisherige Marker – und das mit einem einfachen Standard-Blutbild. Erfahren Sie, welche Blutwerte für Sie oder Ihre Angehörigen jetzt entscheidend sind. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Neue Therapieansätze für chronische Gelenkerkrankungen rücken ebenfalls in den Fokus. Beim Heidelberger Herzdialog Mitte Juli 2026 thematisiert das Universitätsklinikum Heidelberg unter anderem die minimalinvasive Arthrosetherapie sowie neue Erkenntnisse aus der Phlebologie und der Behandlung von Lungenembolien.

Diagnostik: CT statt Herzkatheter

Die Diagnostik von Herzerkrankungen wird schonender. In Wolfenbüttel nahm das MVZ NEURADIA zwei neue Computertomographen in Betrieb. Sie kommen unter anderem für Koronar-CTs zum Einsatz – eine Alternative zur Herzkatheteruntersuchung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten unter bestimmten Bedingungen, sofern zertifizierte Institute die Diagnostik durchführen.

Auch in der Labormedizin gibt es Fortschritte. Eine Studie der Universität Münster, veröffentlicht in Nature Cardiovascular Research, deutet darauf hin, dass unreife Granulozyten (IG-Wert) im Blut das Sterberisiko innerhalb von 30 Tagen nach einem Herzinfarkt präziser vorhersagen könnten als bisherige Biomarker. Die Untersuchung basiert auf Proben von über 200 Personen – und der Wert ließe sich über ein einfaches Standard-Blutbild erfassen.

Netzwerke: Ecmo-Versorgung innerhalb einer Stunde

Um die Überlebenschancen bei schweren Herznotfällen zu erhöhen, entstehen regionale Netzwerke. Die Uniklinik Köln baut derzeit ein Ecmo-Netzwerk mit umliegenden Krankenhäusern auf – in Merheim, Kalk, Porz und dem St. Vinzenz-Krankenhaus. Ziel: Patienten innerhalb von 60 Minuten an eine mobile Herz-Lungen-Maschine anzuschließen. Damit will die Klinik die Erfolgsquote bei Wiederbelebungen auf 30 Prozent steigern.

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Warnstreiks: Personalmangel trifft Kliniken

Gleichzeitig steht die Krankenhauslandschaft unter Druck. Anfang Juli 2026 kam es an den Universitätskliniken in Baden-Württemberg – darunter Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm – zu Warnstreiks. Die Gewerkschaften fordern deutliche Lohnsteigerungen, die Kliniken verweisen auf bestehende Defizite in Millionenhöhe. Die Notfallversorgung blieb durch entsprechende Vereinbarungen gesichert.

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