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Boston Dynamics: RMAC bereitet Atlas für Hyundai-Werke ab 2028 vor

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Im neuen Zentrum nahe Savannah trainiert Boston Dynamics Atlas für Hyundai-Fertigungsaufgaben; der Einsatz in der Teile-Sequenzierung ist ab 2028 vorgesehen.

Boston Dynamics startet Atlas-Training im Hyundai-Werk nahe Savannah
Eine moderne, leere Fertigungshalle in einem Automobilwerk mit polierten Betonböden und industrieller Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Der Robotikhersteller Boston Dynamics hat am 21. September 2026 das Robotics Metaplant Application Center (RMAC) auf dem Gelände der Hyundai Motor Group Metaplant America (HMGMA) nahe Savannah im US-Bundesstaat Georgia eröffnet.

Nach einem Pilotbetrieb, der im Juni 2026 begann, ging die Einrichtung nun in den regulären Vollbetrieb über. Die Anlage dient dazu, den humanoiden Roboter Atlas unter realen Fertigungsbedingungen auf den Einsatz in der Automobilproduktion vorzubereiten.

Atlas übernimmt Logistik- und Montageaufgaben bei Hyundai

Im RMAC trainiert Atlas derzeit logistische Vorbereitungsprozesse, die innerbetriebliche Teilelogistik sowie das schwere Heben von Lasten. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Teile-Sequenzierung entsprechend der jeweiligen Montagereihenfolge.

Für das Werk HMGMA ist vorgesehen, dass Atlas ab dem Jahr 2028 die Teile-Sequenzierung übernimmt. Ab 2030 soll der humanoide Roboter auch in der Komponentenmontage eingesetzt werden, gefolgt von repetitiven Arbeitsschritten und Aufgaben im Schwerlastbereich.

Für den weltweiten Einsatz plant die Hyundai Motor Group in den kommenden Jahren rund 25.000 Atlas-Einheiten in den Werken der Marken Hyundai und Kia ein. Ergänzend dazu bereitet der Konzern ein neues Werk in den USA mit einer Jahreskapazität von 30.000 Robotern vor, dessen genauer Standort bislang nicht mitgeteilt wurde.

Im kommenden Jahr soll zudem das Trainingszentrum selbst wachsen: Geplant ist der Umzug des RMAC in ein separates Gebäude auf dem HMGMA-Areal, das die etwa zehnfache Fläche der bisherigen Einrichtung umfasst.

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Zack Jackowski, technischer Leiter bei Boston Dynamics, bezeichnete die Zusammenarbeit mit Hyundai als physische KI auf Konzernebene. Die Kooperation deckt die gesamte Lieferkette, die Produktion, Testläufe sowie die Implementierung des Roboters ab. Für 2027 plant das Unternehmen den weiteren Ausbau der Datenerfassung und der Lernprozesse.

Zudem laufen Gespräche mit Kunden der Robotersysteme Spot und Stretch aus Branchen wie der Fertigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Halbleiterfertigung, der Logistik, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie den Life Sciences. Am 30. September 2026 erscheint zudem eine Dokumentation unter dem Titel „Inside the Robotics Race“, die gemeinsam mit Bloomberg Media Studios entstanden ist.

Wettbewerber forcieren den Robotereinsatz in Werken

Auch andere Automobilhersteller treiben die Integration humanoider Systeme voran. Die Toyota Motor Corp. bindet Belegschaften aktiv in den Prozess ein: Dort lernen Mitarbeiter humanoide Roboter über fingerförmige Vorrichtungen direkt an.

Der Konzern, der über 18.000 erfahrene Arbeiter in 60 Werken weltweit beschäftigt – darunter elf US-Fertigungsstandorte –, setzt bereits auf rollende ELEY-Humanoiden. Hiroki Nakajima, Vorstandsmitglied bei Toyota, betonte das Ziel einer Koexistenz von Mensch und Maschine statt eines einfachen Ersatzes von Arbeitskräften.

Ab 2028 plant Toyota jährlich 6,42 Milliarden US-Dollar in Werksmodernisierungen und die Automatisierung zu investieren. Langfristig strebt der Konzern 150.000 Roboter in den eigenen Fabriken sowie 250.000 Einheiten bei Zulieferbetrieben der Gruppe an, was einer Gesamtzahl von rund 400.000 humanoiden und nicht-humanoiden Einheiten entspricht.

In den USA testet auch die BMW Group Systeme dieser Art. Im Werk Spartanburg in South Carolina arbeitet das Modell Figure 03 von Figure AI in Halle 52 in den Bereichen Logistik und Teile-Sequenzierung. Das Nachfolgemodell verfügt über weiche Außenkomponenten, Tastensensoren, Kameras in den Handflächen, Sprachsteuerung sowie eine kabellose Ladefunktion.

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Laut Figure AI beläuft sich die Produktion des Modells auf über 1.000 Einheiten. Zuvor war die Vorgängergeneration Figure 02 rund zehn bis elf Monate im Karosseriebau im Einsatz und begleitete die Fertigung von mehr als 30.000 Exemplaren des BMW X3.

In Asien setzt der chinesische Autobauer Dongfeng 2026 den Humanoiden Xiaodong für Materialsortierung und Qualitätsprüfung ein; bis Ende 2027 soll das System eine menschenähnliche Effizienz erreichen. Mitsubishi Motors baut unterdessen ein stillgelegtes Motorenwerk für die Produktion humanoider Roboter um und peilt für 2027 ein Fertigungsvolumen von 1.000 Einheiten pro Monat an.

Nach Prognosen von Barclays werden im Jahr 2026 weltweit über 60.000 neue humanoide Einheiten in den kommerziellen Betrieb gehen. Nach Angaben der International Federation of Robotics aus dem Jahr 2024 waren zu diesem Zeitpunkt in China zwei Millionen Industrieroboter installiert, während Japan auf 450.500, die USA auf 34.200 und Südkorea auf 30.600 Einheiten kamen.

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