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Boston Dynamics Spot: Coca-Cola setzt Roboterhunde in neun Fabriken ein

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coca-Cola Europacific Partners nutzt Roboterhunde von Boston Dynamics zur Überwachung von Produktionsanlagen in Großbritannien und weltweit.

Coca-Cola setzt Boston Dynamics Roboter Spot in Fabriken ein
Boston Dynamics Spot Roboter inspiziert Maschinen in einer modernen Industrieabfüllanlage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Coca-Cola Europacific Partners setzt ab sofort auf vierbeinige Roboter zur Fabriküberwachung. Der amerikanische Getränkeabfüller hat am heutigen Mittwoch den Einsatz von Boston Dynamics' Roboterhund Spot an zwei großen Produktionsstandorten in Großbritannien bekannt gegeben. Die Einführung in den Werken Wakefield und East Kilbride folgt auf erfolgreiche Pilotprojekte in Barcelona. Insgesamt sollen die Roboter in neun Fabriken weltweit zum Einsatz kommen – unter anderem in Spanien, Frankreich, Deutschland, Australien, Indonesien und den Niederlanden.

Präzisionsarbeit auf vier Beinen

In den britischen Abfüllanlagen übernehmen die Spot-Roboter die Überwachung von rund 600 Kontrollpunkten an sieben Produktionslinien. Mit speziellen Sensoren erfassen sie Vibrationen, Ultraschall- und Thermografiedaten – und das bis zu 90 Minuten pro Akkuladung. Besonders spannend: Die Roboter orten Luft- und Kohlendioxid-Leckagen, die bislang unentdeckt blieben und Energie verschwendeten. Ein klarer Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen des Konzerns.

Doch damit nicht genug: Die Boston-Dynamics-Technologie ist längst in weitaus gefährlicheren Umgebungen im Einsatz. Die britische Nuklearentsorgungsbehörde Sellafield setzt maßgeschneiderte Spot-Roboter bei der Räumung ihrer Atomanlagen ein – einem Jahrhundertprojekt mit einem Budget von umgerechnet rund 160 Milliarden Euro, das bis 2125 dauern soll. Die Roboter erstellen 3D-Karten und messen Strahlung in Bereichen, die für Menschen tabu sind.

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Ein patentiertes Abstrichwerkzeug erlaubt es den Robotern inzwischen, menschliche Wischbewegungen für Oberflächenproben exakt nachzuahmen. Bereits im März 2025 gelang Sellafield ein Meilenstein: Die Steuerung des Roboters von einem Standort außerhalb des Nukleargeländes. Neue Tests zur automatischen Sortierung radioaktiver Schuttteile starteten Ende Juni im stillgelegten Kernkraftwerk Oldbury.

Roboter als WM-Stars

Die humanoide Variante Atlas sorgte während der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft für Aufsehen. Am 5. Juli lieferte der Roboter im MetLife-Stadion den Spielball für das Achtelfinale Brasilien gegen Norwegen und imitierte auf dem Rasen Torjubel. Die vierbeinigen Spot-Roboter patrouillierten parallel bei den internationalen Rundfunkzentren in Dallas und New Jersey.

Die spektakulären Auftritte fallen mit einem Eigentümerwechsel zusammen. Erst am Montag verkaufte die SoftBank Group ihre verbliebenen 9,65 Prozent an Boston Dynamics an die Hyundai Motor Group – für umgerechnet rund 300 Millionen Euro. Der Deal folgt auf Hyundais Einstieg als Mehrheitseigentümer 2021 und bewertet das Unternehmen mit etwa drei Milliarden Euro. Branchenkenner halten eine deutlich höhere Bewertung für möglich, sollte Boston Dynamics an die Börse gehen.

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Die letzte Meile und die Konkurrenz

Boston Dynamics testet Spot zudem als Zustellhelfer für die „letzten 50 Fuß" der Lieferkette. Der Roboter trägt Pakete vom Lieferwagen zur Haustür und meistert dabei Bordsteine, Treppen, Schotter und Eis. Ziel sind 200 Pakete pro Tag. Die Logistikfirmen könnten so die Paketdichte ihrer Transporter deutlich erhöhen.

Der Markt für Laufroboter bleibt hart umkämpft. Der Digit-Humanoid von Agility Robotics hat bereits über 65.000 Betriebsstunden bei Kunden wie GXO und Toyota Canada gesammelt. Das Figure-02-Modell absolvierte über 1.250 Teststunden bei BMW in Spartanburg. Der chinesische Hersteller Unitree lieferte 2025 rund 5.500 Einheiten aus und peilt für dieses Jahr bis zu 20.000 Stück an – sein G1-Modell startet bei umgerechnet rund 14.000 Euro. Tesla wiederum produzierte von seinem Optimus-Roboter bis Mitte 2025 nur einige Hundert Exemplare, ein nennenswerter Fabrikeinsatz blieb bislang aus.

Der Spot-Roboter von Boston Dynamics bleibt mit einem Preis von umgerechnet rund 67.000 Euro ein High-End-Produkt für komplexe Industrie- und Gefahrenumgebungen.

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