Boston Dynamics und ICE: Vier SPOT-Roboter für 1,3 Millionen Dollar
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm 15. Oktober 2026 haben Aktivistengruppen vor dem Unternehmenssitz von Boston Dynamics im US-amerikanischen Waltham demonstriert. Anlass des Protests war die Weitergabe von vierbeinigen Robotern an die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. Für den 20. Oktober 2026 kündigten die Initiatoren bereits eine weitere Kundgebung vor dem Standort des Roboterherstellers an.
Beschaffung über Verteidigungsauftragnehmer
Hintergrund der Proteste ist eine Beschaffungsmaßnahme der Bundesbehörde ICE. Wie aus Berichten hervorgeht, schloss die Behörde einen Vertrag mit dem Unternehmen RADeCO ab. Demnach erwarb ICE über diesen Verteidigungsauftragnehmer eine Flotte von vier modifizierten Robotern des Typs SPOT, die unter der Bezeichnung Cerberus geführt werden.
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Laut Bundesvertragsdokumenten zahlte ICE für die Roboterflotte rund 1,3 Millionen US-Dollar. Die Einheiten sind für Sicherheitsüberprüfungen in Gefahrenumgebungen konzipiert. Zu ihrer Ausstattung gehören nach vorliegenden Dokumenten Wärmebildkameras, Sensoren zur Erkennung von Explosivstoffen sowie mechanische Roboterarme.
Nutzungsbedingungen und juristische Drohungen
Der Hersteller Boston Dynamics reagierte auf die Kritik mit dem Verweis auf strenge Richtlinien für den Einsatz seiner Technologie. Die Plattformen seien rechtlich weder für eine Bewaffnung noch für die Schädigung oder Einschüchterung von Personen zugelassen.
Sollte es dennoch zu einem Missbrauch der Systeme kommen, drohte Boston Dynamics mit juristischen Konsequenzen. Dazu zählen der Verlust von Garantieansprüchen, der vollständige Entzug von Nutzungslizenzen sowie rechtliche Schritte gegen die Betreiber.
Kritik an Überwachung und technischer Modularität
Trotz der Zusicherungen des Herstellers stoßen der Behördendeal und der Einsatz der Roboterhunde auf breite Vorbehalte. Neben den Demonstranten äußerten Kritiker erhebliche Bedenken bezüglich des Datenschutzes sowie der Überwachungspotenziale durch die von ICE im Einsatz gesammelten Daten.
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Zudem zweifeln Beobachter an der tatsächlichen Durchsetzbarkeit der vertraglichen Herstellerauflagen. Da es sich bei der Hardware um modulare Systeme handelt, wird die Wirksamkeit reiner Selbstverpflichtungen und Lizenzbestimmungen in der Praxis infrage gestellt.
