Botnet-Schlag, Microsoft-Zertifikate

Botnet-Schlag: 1.000 gefÀlschte Microsoft-Zertifikate widerrufen

29.05.2026 - 16:56:04 | boerse-global.de

Sicherheitsbehörden zerschlagen Botnetze, wĂ€hrend KI-gestĂŒtzte Malware und neue Phishing-Methoden die Bedrohungslage verschĂ€rfen.

Botnet-Schlag: 1.000 gefĂ€lschte Microsoft-Zertifikate widerrufen - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Botnet-Schlag: 1.000 gefĂ€lschte Microsoft-Zertifikate widerrufen - Foto: ĂŒber boerse-global.de

WĂ€hrend Sicherheitsbehörden und IT-Dienste gegen organisierte CyberkriminalitĂ€t vorgehen, kommen verstĂ€rkt KI-Systeme zum Einsatz – sowohl bei Angreifern als auch bei der Verteidigung.

Schlag gegen internationale Botnetze

In einer koordinierten Aktion zerschlugen CrowdStrike, Google und die Shadowserver Foundation das GlassWorm-Botnetz. Die Infrastruktur, deren Ursprung in Russland vermutet wird, war seit Herbst 2025 aktiv. Sie spezialisierte sich auf den Diebstahl von Entwicklerdaten aus Repositorien wie GitHub. Zur Steuerung nutzte das Netzwerk unkonventionelle Methoden: die Solana-Blockchain und Google Calendar.

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Parallel dazu gelang Microsofts Digital Crimes Unit die Zerschlagung der Gruppe Fox Tempest. Diese operierte als Dienstleister fĂŒr andere Cyberkriminelle und bot „Malware-Signing-as-a-Service“ an – gefĂ€lschte Microsoft-Code-Signing-Zertifikate. Solche Zertifikate ermöglichen es Schadsoftware, Sicherheitswarnungen auf EndgerĂ€ten zu umgehen. Über 1.000 dieser Zertifikate wurden widerrufen.

KI-basierte Verteidigung und neue Malware

Um der Geschwindigkeit neuer Angriffe zu begegnen, setzen Sicherheitsanbieter verstĂ€rkt auf Automatisierung. Tenable gab die VerfĂŒgbarkeit von Hexa AI bekannt – einer agentischen KI-Engine, die Analyseprozesse und Schwachstellenbehebung in Maschinengeschwindigkeit durchfĂŒhren soll. Auch die drei grĂ¶ĂŸten Banken Japans nutzen Berichten zufolge ein neues OpenAI-Modell, um ihre Abwehrsysteme zu stĂ€rken.

Dass solche Analysedienste notwendig sind, zeigt die Entdeckung neuer Malware-StĂ€mme. Microsoft Threat Intelligence analysierte die Ransomware „The Gentlemen“. Diese in Go verfasste Schadsoftware verbreitet sich aggressiv selbststĂ€ndig und nutzt moderne VerschlĂŒsselungsmethoden. Zudem wurde „PAMDOORA“ identifiziert – eine Backdoor, die sich im Authentifizierungssystem von Linux-Servern versteckt und dauerhaften Zugriff ermöglicht, selbst wenn Passwörter geĂ€ndert werden.

Infostealer und Phishing: Risiken fĂŒr Endanwender

Angreifer setzen verstĂ€rkt auf Social Engineering. Statt klassischer DateianhĂ€nge nutzen sie Plattformen wie Microsoft Teams oder LinkedIn. Besonders kritisch: eine SicherheitslĂŒcke in FortiClient EMS (CVE-2026-35616), die aktiv ausgenutzt wird, um den „EKZ Infostealer“ zu verbreiten. Diese Malware zielt gezielt auf Browserdaten wie Passwörter und Kreditkarteninformationen ab.

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Da herkömmliche Passwörter immer hÀufiger durch Infostealer und Phishing-Angriffe entwendet werden, setzen Experten verstÀrkt auf moderne, passwortlose Alternativen. Wie Sie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Microsoft mit Passkeys unknackbar machen, erklÀrt dieser kostenlose Leitfaden. Gratis-Report: Passwort-Stress beenden und Sicherheit erhöhen

Auch die Umgehung von Sicherheitsfaktoren rĂŒckt in den Fokus. Das FBI warnte vor der Plattform „Kali365“, die seit April 2026 aktiv ist. Der Dienst ermöglicht Kriminellen, Microsoft-365-Tokens zu stehlen und damit die Mehrfaktor-Authentifizierung zu umgehen. Ein aktueller Fall aus Australien zeigt die Reichweite solcher Angriffe: WhatsApp-Konten von Parlamentsmitgliedern wurden durch Phishing ĂŒbernommen.

Eine Analyse von Sonatype warnt zudem vor einer neuen Taktik in Open-Source-Ökosystemen wie React. Angreifer nutzen Paketnamen, die legitimen Anwendungen tĂ€uschend Ă€hnlich sehen, um HintertĂŒren in Softwareprojekte einzuschleusen. Marktforscher betonen daher die Bedeutung verhaltensbasierter Erkennungssysteme (EDR). Herkömmliche Antiviren-Programme stoßen gegen dateilose oder KI-generierte Angriffe zunehmend an ihre Grenzen.

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