Botnetz-Schlag, FBI

Botnetz-Schlag: FBI zerschlägt Netzwerk mit 2 Millionen Geräten

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Aktion legt NetNut- und Popa-Botnetze lahm. Neue Malware-Gefahren fĂĽr Android, macOS und Windows aufgedeckt.

FBI zerschlägt Botnetz: Millionen Android-Geräte befreit
Leuchtendes Vorhängeschloss-Symbol auf digitaler Leiterplatte, Symbol für Cybersicherheit und Schutz vor Malware und Spyware. Illustration mit AI erstellt.

Eine internationale Schlagaktion gegen Cyberkriminelle hat ein Netzwerk aus über zwei Millionen infizierten Geräten lahmgelegt. Das FBI beschlagnahmte am 2. Juli die Domains der NetNut- und Popa-Botnetze, während Google parallel die Kommando-Infrastruktur des Netzwerks kappte. Die Angreifer hatten vor allem günstige Android-TV-Boxen und Sideloading-Apps gekapert – ein Albtraum für Sicherheitsexperten.

Android-Nutzer in Gefahr: So schĂĽtzen Sie sich

Das NetNut-Botnetz wuchs rasant, indem es Android-TV-Boxen, heruntergeladene Apps und Bandbreiten-Sharing-Software infiltrierte. Sicherheitsforscher raten betroffenen Nutzern dringend, alle installierten Apps zu prüfen und bei Verdacht auf manipulierte Firmware das Gerät auf Werkseinstellungen zurückzusetzen.

Noch perfider: Die Glitch-SPY-Malware – ein Android-Remote-Access-Trojaner – verbreitet sich derzeit über eine gefälschte Miet-App. Das Schadprogramm beherrscht über 70 Befehle: Es streamt Bildschirminhalte, zeichnet Tastatureingaben auf und aktiviert Kamera sowie Mikrofon. Die Entfernung ist knifflig: Experten empfehlen, zuerst die Berechtigungen für Bedienungshilfen und Geräteadministrator zu entziehen. Reaktiviert sich die Malware automatisch, hilft nur ein kompletter Werksreset – plus Passwortwechsel von einem sauberen Zweitgerät.

Bereits Anfang des Jahres hatte ESET fast 30 Fake-Apps enttarnt, die angeblich Zugriff auf Anruflisten versprachen, in Wahrheit aber Zahlungen abgriffen. Ăśber sieben Millionen Downloads wurden registriert, bevor die Apps aus den offiziellen Stores verschwanden.

Neue macOS-Gefahr: PamStealer im Anmarsch

Am heutigen Freitag schlugen Sicherheitsforscher von Jamf Threat Labs Alarm: Ein neuer Infostealer namens PamStealer ist aufgetaucht. Die in Rust programmierte Schadsoftware wird über eine gefälschte Website verbreitet, die als Maccy-Zwischenablage-Tool getarnt ist. Besonders perfide: Der AppleScript-Dropper zielt gezielt auf Apple-Silicon-Geräte ab – Intel-Macs und bestimmte osteuropäische Regionen werden bewusst ausgespart.

PamStealer geht raffiniert vor: Es nutzt Pluggable Authentication Modules (PAM), um das Login-Passwort des Opfers zu validieren, bevor es mit dem Datendiebstahl beginnt. Die Malware tarnt sich als legitime Systemprozesse wie den Finder oder Software-Updates und macht sich ĂĽber Login-Items dauerhaft breit. Um der Entdeckung zu entgehen, wartet sie etwa 40 Minuten, bevor sie vollen Festplattenzugriff anfordert.

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Das FBI zerschlug ein Botnetz mit über 2 Millionen Geräten – vor allem Android-TV-Boxen und Sideloading-Apps waren betroffen. Mit der kostenlosen Schritt-für-Schritt-Anleitung prüfen Sie Ihre Geräte in Minuten und entfernen Schadsoftware wie Glitch-SPY. Kostenlose Schutz-Anleitung anfordern

Parallel dazu verbreitet sich eine "ClickFix"-Kampagne über verifizierte Social-Media-Anzeigen, die den Atomic-Stealer für macOS einschleust – ein weiterer Warnschuss für Apple-Nutzer.

Fileless-Attacken: Wenn Schadsoftware unsichtbar zuschlägt

Eine aktuelle Windows-Kampagne namens Veil#Drop zeigt, wie raffiniert Angreifer heute vorgehen. Der PureLog-Stealer arbeitet vollständig im Arbeitsspeicher – ohne Dateien auf der Festplatte zu hinterlassen. Die Angreifer missbrauchen PowerShell und nutzen Blogspot als Hosting-Plattform für ihre Schadcodes. Der Stealer kapert Browser-Zugangsdaten und Kryptowallet-Daten, während er sich hinter vertrauenswürdigen Microsoft-Tools versteckt.

Für Windows-10- und 11-Nutzer bleibt das integrierte Malicious Software Removal Tool (MRT) die erste Anlaufstelle für kostenlose Systemscans – mit Schnell-, Voll- und benutzerdefinierten Prüfoptionen für lokale und externe Laufwerke.

Unternehmen in der Pflicht: Neue Schutzmechanismen

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In Firmennetzwerken betont Sophos Central Admin die Bedeutung von Echtzeit-Scans und automatischen Abwehrrichtlinien. Die aktuellen Bedrohungsschutz-Einstellungen begrenzen SafeStore-Dateien, um SpeicherĂĽberlastung zu verhindern, halten aber Module wie "CryptoGuard" und Exploit-Schutz aktiv.

Apple rüstet ebenfalls auf: Mit iOS 27 kommt "Trust Insights" – eine Funktion, die Verhaltensmuster in Echtzeit analysiert und verdächtige Kontenänderungen oder Zahlungen meldet, ohne private Nachrichteninhalte zu prüfen. Ein wichtiger Schritt, denn die Bedrohungslage bleibt angespannt.

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