Botnetz, Millionen

Botnetz zerschlagen: 17 Millionen infizierte GerÀte beschlagnahmt

31.05.2026 - 14:48:27 | boerse-global.de

AVM veröffentlicht Software-Updates fĂŒr FritzBox und Repeater, die VerbindungsabbrĂŒche im 2,4-GHz-Band beheben sollen.

Botnetz zerschlagen: 17 Millionen infizierte GerĂ€te beschlagnahmt - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Botnetz zerschlagen: 17 Millionen infizierte GerĂ€te beschlagnahmt - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Mai 2026 eine Reihe von Software-Updates fĂŒr seine FritzBox- und FritzRepeater-Produktlinien veröffentlicht. Die neuen „Labor"-Versionen sollen hartnĂ€ckige Verbindungs- und StabilitĂ€tsprobleme beheben, von denen mehrere GerĂ€te betroffen sind.

Welche GerÀte profitieren von den Updates?

Die Aktualisierungen richten sich an eine Reihe von Hardware-Modellen, darunter die FritzRepeater 6000, 3000 AX und 1200 AX sowie die FritzBox 6860 5G und 6850 LTE. Die begleitende technische Dokumentation zeigt, dass die Software vor allem Wi-Fi-Unterbrechungen im 2,4-GHz-Band behebt. Zudem wurden Fehler beim Verbinden mit Hotspots nach einer Änderung der Netzwerk-ID (SSID) korrigiert.

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Seit dem 30. Mai 2026 stehen die Updates zum manuellen Download auf der Fritz-Website oder ĂŒber das interne Verwaltungsinterface der GerĂ€te bereit. Ein automatischer Roll-out ĂŒber die Update-Funktion der GerĂ€te wurde noch nicht bestĂ€tigt.

Botnet-Zerschlagung: Ein Weckruf fĂŒr die Branche

Die Aktualisierungen bei AVM fallen in eine Zeit erhöhter Sicherheitsbedenken. Erst am 27. Mai 2026 zerschlugen niederlÀndische Behörden ein massives Botnetz aus mindestens 17 Millionen infizierten GerÀten. Die Aktion umfasste die Beschlagnahmung von 200 Servern, die zur Steuerung der Infrastruktur dienten.

Die Ermittler brachten das Botnetz mit einem sogenannten Residential-Proxy-Dienst namens ASOCKS in Verbindung. Das kompromittierte Netzwerk bestand aus Routern, Smartphones und Internet-of-Things-GerĂ€ten (IoT). Die monatlichen Betriebskosten fĂŒr die Kommando-Infrastruktur wurden auf rund 80.000 Euro geschĂ€tzt.

Sicherheitspatches auch bei Ubiquiti und Palo Alto

Auch andere NetzwerkausrĂŒster reagierten Ende Mai auf SicherheitslĂŒcken. Am 29. Mai 2026 veröffentlichte Ubiquiti Sicherheitsupdates fĂŒr drei kritische Schwachstellen in UniFi OS. Diese Fehler hĂ€tten unbefugten Dateizugriff oder die AusfĂŒhrung von Befehlen ermöglichen können. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren schĂ€tzungsweise 100.000 UniFi-OS-EndgerĂ€te mit dem öffentlichen Internet verbunden.

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Parallel dazu setzte die US-Cybersicherheitsbehörde CISA eine Schwachstelle in Palo Alto Networks' GlobalProtect auf ihre Liste bekannter ausgenutzter SicherheitslĂŒcken. Bereits ab dem 17. Mai 2026 waren unbefugte VPN-Verbindungen beobachtet worden. Auch Fortinet reagierte auf einen kritischen Fehler in FortiClient EMS, der seit Anfang April 2026 aktiv ausgenutzt wurde.

AltgerĂ€te und Nischenhardware: UngeschĂŒtzte Risiken

WĂ€hrend AVM seine aktuellen GerĂ€te weiterhin mit Updates versorgt, bleiben andere Marktsegmente verwundbar. Sicherheitsforscher beobachten derzeit die aktive Ausnutzung eines Befehlsinjektionsfehlers in Routern des Herstellers Four-Faith (Modelle F3x24 und F3x36). Obwohl der Hersteller bereits im Dezember 2024 informiert wurde, gibt es bis heute keinen Patch. Über 15.000 GerĂ€te gelten als gefĂ€hrdet.

Ähnlich sieht es bei Ă€lteren Modellen von TP-Link und TRENDnet aus. Seit Juni 2025, als Sicherheitsbehörden auf bestimmte TP-Link-Schwachstellen hinwiesen, nutzen Angreifer diese Fehler zur Verbreitung von Mirai-Ă€hnlicher Malware. Noch Ă€ltere TRENDnet-GerĂ€te, die bereits 2009 ihr Lebensende erreichten, sind Ziel von öffentlich bekannten Exploits fĂŒr PufferĂŒberlauf-Schwachstellen. Experten empfehlen den sofortigen Austausch solcher Hardware.

Ausblick: Wi-Fi 7 und Glasfaser als Zukunft

Die aktuellen Software-Updates folgen auf AVMs Modernisierungsoffensive. Bereits im Februar 2025 stellte das Unternehmen auf dem Mobile World Congress mehrere Hochleistungsprodukte vor, darunter die FritzBox 5690 XGS. Dieses Modell ist fĂŒr GlasfaseranschlĂŒsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s ausgelegt und unterstĂŒtzt den Wi-Fi-7-Standard. Ebenfalls neu vorgestellt wurden das Fritz-Mesh-Set 4200 und der FritzRepeater 2700, die fĂŒr eine flĂ€chendeckende Hochgeschwindigkeits-WLAN-Abdeckung sorgen sollen.

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