Botsitting, Zeit

Botsitting kostet Zeit: 6,4 Stunden wöchentlich für KI-Kontrolle

04.07.2026 - 02:30:01 | boerse-global.de

Roland Berger-Studie zeigt: 59% der Führungskräfte sind unzureichend auf KI-Transformation vorbereitet. Schatten-KI und Sicherheitslücken nehmen zu.

KI-Kluft: Firmen hinken bei Vorbereitung und Sicherheit hinterher
Botsitting - Ein stilisiertes, leuchtendes neuronales Netzwerk, das Risse zeigt, mit verschwommenen Geschäftsleuten im Hintergrund. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger.

59 Prozent der Führungskräfte sind nicht ausreichend auf KI-getriebene Veränderungen vorbereitet. Dabei erwarten zwei Drittel der Befragten eine grundlegende Transformation ihrer Geschäftsmodelle. Doch nur 38 Prozent der Unternehmen haben konkrete Transformationsprozesse angestoßen.

Vorreiter bei der KI-Einführung setzen häufiger auf flache Hierarchien und funktionsübergreifende Teams. Das ist ein entscheidender Unterschied in der Organisationsstruktur.

Sicherheitsrisiken durch Schatten-KI

Die technologische Entwicklung überholt vielerorts die internen Richtlinien. Laut einer KnowBe4-Studie setzen 62 Prozent der Unternehmen bereits autonome KI-Agenten ein.

Problematisch: Bei 48 Prozent der Führungskräfte ist die Nutzung nicht offiziell genehmigt oder geregelt. 64 Prozent der Beschäftigten räumen ein, aufgrund von Zeitdruck Abstriche bei Sicherheitsvorkehrungen zu machen.

Eine Untersuchung von Lenovo zeigt: 90 Prozent der IT-Führungskräfte sehen Lücken bei der Abwehr von KI-gesteuerten Bedrohungen. Neue Sicherheitslösungen sollen Systemausfallzeiten und Kosten für die Behebung von Vorfällen senken.

Eine GitLab-Studie aus April 2026 verdeutlicht das Tempo: 80 Prozent der Fachleute gaben an, KI-Tools schneller eingeführt zu haben, als Richtlinien erstellt werden konnten.

Abhängigkeit von ausländischen Anbietern

Ein Vorfall Mitte Juni 2026 zeigt die Verwundbarkeit europäischer Unternehmen. Wegen einer Exportkontroll-Direktive der US-Regierung musste der Anbieter Anthropic seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 für ausländische Staatsangehörige sperren.

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Hintergrund war ein bekannt gewordener Jailbreak eines Modells. Zahlreiche europäische Unternehmen, die diese Modelle produktiv integriert hatten, verloren abrupt wichtige Funktionen.

Udo Sglavo vom SAS Institute betont: Transparenz über Modelle, Daten und Zugriffe ist entscheidend für den Übergang vom Experiment in den produktiven Betrieb. Da Sprachmodelle Datenflüsse schwer umkehrbar machen, sei eine präzise Datenklassifizierung essenziell.

Das Problem mit dem Botsitting

Neben strategischen Hürden rückt die menschliche Komponente in den Fokus. KI-Expertin Sol Rashidi berichtet: Statt Zeitersparnis führte die Überwachung unzuverlässiger KI-Agenten zu hohem Korrekturaufwand. Sie ersetzte einen Teil der automatisierten Prozesse wieder durch menschliche Assistenten.

Ein Glean-Bericht untermauert dies: Büroangestellte verbringen durchschnittlich 6,4 Stunden pro Woche mit dem Überprüfen und Korrigieren von KI-Ergebnissen. Experten warnen zudem vor der Verwechslung von Korrelation und Kausalität sowie mangelnder Erklärbarkeit von Modellen.

Unter dem EU AI Act wird dies besonders für Hochrisiko-Anwendungen relevant.

Regulatorik und digitale Resilienz

Der Druck auf Führungsetagen steigt durch Vorgaben wie die NIS-2-Richtlinie. Sie macht Sicherheit in der Lieferkette zur Pflicht.

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Bitkom-Daten für 2025 zeigen die Dimension der Bedrohung: Durchschnittlich über 1.200 Angriffe pro Woche auf deutsche Unternehmen. Der Gesamtschaden: fast 290 Milliarden Euro.

Fachleute empfehlen eine stärkere Verzahnung von IT und operativer Technologie (OT) sowie intelligentes Monitoring. Nur so lässt sich die digitale Resilienz langfristig sichern.

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