Brasilien, Zentralbank

Brasilien: Zentralbank verbietet Stablecoins im Devisenhandel ab Oktober

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Resolution 561 beendet ab Oktober 2026 die gebündelte Stablecoin-Verrechnung zwischen brasilianischen Devisenanbietern und Auslandspartnern.

Brasiliens Zentralbank untersagt Stablecoin-Abwicklung im eFX
Moderne Glas- und Betonarchitektur eines Finanzgebäudes in São Paulo unter einem bewölkten Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Die brasilianische Zentralbank verschärft die regulatorischen Vorgaben für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr mit Digitalwährungen. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, untersagt die Notenbank über die Resolution 561 ab dem 1. Oktober 2026 die Nutzung virtueller Vermögenswerte, einschließlich Stablecoins, für die Abwicklung aggregierter Zahlungsströme im elektronischen Devisenhandel (eFX).

Während individuelle Überweisungen für Endkunden weiterhin zulässig bleiben, greift die Maßnahme direkt in die Verrechnungsprozesse institutioneller Akteure ein.

Neue Vorgaben durch Resolution 561

Die Neuregelung der Zentralbank zielt auf das sogenannte Settlement zwischen regulierten Devisenanbietern in Brasilien und deren Partnern im Ausland ab.

Nach Inkrafttreten der Resolution 561 dürfen Devisenströme zwischen eFX-Anbietern und ausländischen Partnerinstituten nicht mehr über Krypto-Assets oder Stablecoins abgewickelt werden. Zulässig sind künftig ausschließlich Transaktionen über den lizenzierten Devisenmarkt oder über qualifizierte Real-Konten von Nicht-Residenten.

Individuelle Stablecoin-Transfers auf Kundenebene bleiben von dem Verbot unberührt. Die Zentralbank unterbindet damit jedoch die Praxis von Zahlungsdienstleistern, grenzüberschreitende Kundenüberweisungen zu bündeln und aggregiert über Stablecoin-Netzwerke zwischen den beteiligten Finanzinstituten zu verrechnen.

Hohe Marktanteile von Stablecoins im brasilianischen Handel

Der Schritt der Währungsbehörde erfolgt vor dem Hintergrund einer massiven Zunahme von Stablecoin-Transaktionen in den vergangenen Jahren. Daten der brasilianischen Steuerbehörde verdeutlichen die dominante Rolle dieser Anlageklasse: Zwischen August 2019 und Dezember 2025 wurden Stablecoin-Transaktionen im Gesamtwert von R$1,13 Billionen deklariert. Dies entsprach rund 72 Prozent der gesamten erfassten Krypto-Aktivität im Land.

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Ab dem 1. Oktober 2026 dürfen regulierte Devisenanbieter in Brasilien aggregierte Zahlungsströme nicht mehr über Stablecoins mit ausländischen Partnern verrechnen — erlaubt bleiben nur der lizenzierte Devisenmarkt oder qualifizierte Real-Konten von Nicht-Residenten. Wer Brasilien-Volumen über Krypto-Rails abwickelt, sollte seine Settlement-Kette jetzt prüfen. Der kostenlose Leitfaden ordnet die Regelung ein und zeigt, welche Alternativen sich für grenzüberschreitende Verrechnung anbieten. Leitfaden zur Stablecoin-Regulierung anfordern

Im Jahr 2025 kletterte der Stablecoin-Anteil an allen deklarierten Transaktionen nach Angaben der Behörde auf fast 80 Prozent. Dabei entfielen rund 89 Prozent des Volumens auf den an den US-Dollar gekoppelten Token USDT. Die hohe Liquidität und schnelle Verfügbarkeit machten Stablecoins zunehmend zu einem bevorzugten Instrument für grenzüberschreitende Transfers und Liquiditätsverschiebungen.

Globale Debatte über Finanzstabilität und Kapitalkontrollen

Die brasilianische Entscheidung spiegelt die wachsende Skepsis internationaler Währungshüter gegenüber der Verflechtung von traditionellem Finanzsystem und tokenisierten Währungen wider. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnte davor, dass der unregulierte Einsatz von Stablecoins im grenzüberschreitenden Verkehr den Druck auf die bestehenden Kapitalkontrollen von Schwellenländern erhöhen könne.

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Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt, dass unregulierte Stablecoin-Flüsse den Druck auf Kapitalkontrollen von Schwellenländern erhöhen — Brasilien zieht daraus mit Resolution 561 die Konsequenz. Für Institute mit mehreren Jurisdiktionen wird damit die Frage drängender, wie sich länderspezifische Vorgaben sauber auseinanderhalten lassen. Der kostenlose Leitfaden liefert eine Länder-Checkliste und einen Audit-Ablauf für das eigene Brasilien-Exposure. Länder-Checkliste Stablecoin-Regulierung anfordern

Auch die Welthandelsorganisation (WTO) wies darauf hin, dass Stablecoins zwar grundsätzlich Kosten und Verzögerungen im grenzüberschreitenden Handel sowie in der Handelsfinanzierung senken könnten, uneinheitliche nationale Vorschriften und Lizenzierungsregeln die Integration jedoch erschweren.

Mit dem Verbot für aggregierte Devisenflüsse sichert sich die brasilianische Zentralbank die Kontrolle über den Devisenmarkt und zwingt Finanzintermediäre zurück in die etablierten, staatlich überwachten Verrechnungskanäle.

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