Brustkrebsrisiko: Zuckerreiche Lebensmittel hängen mit 28 Prozent Anstieg zusammen
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 00:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Krebserkrankungen steht seit Langem im Fokus der medizinischen Forschung. Eine am 31. Oktober 2026 im European Journal of Nutrition veröffentlichte Untersuchung der Seoul National University und der Mokwon University liefert neue differenzierte Einblicke in diesen Zusammenhang.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ein regelmäßiger Konsum bestimmter stark zuckerhaltiger Produkte wie Eiscreme oder gesüßter Cerealien mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko bei Frauen assoziiert ist, während Zucker aus Früchten kein erhöhtes Risiko anzeigt.
Umfangreiche Datenbasis der koreanischen HEXA-Kohorte
Die Auswertung stützt sich auf eine breite empirische Basis. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 71.264 koreanischen Frauen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren aus der Health-Examinees-Kohorte (HEXA).
Über einen mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 9,2 Jahren wurden bis zum 31. Dezember 2018 insgesamt 713 neue Brustkrebsfälle über das koreanische Krebsregister dokumentiert. Die Ernährungsgewohnheiten wurden dabei über einen 106-Item-Ernährungsfragebogen ermittelt.
Dabei untersuchten die Forscher sieben spezifische Lebensmittelgruppen: gesüßte Cerealien, Kuchen und Kekse, Eiscreme, Süßigkeiten und Schokolade, Limonade, Marmelade, Honig, Butter oder Margarine sowie gesüßten traditionellen Tee.
Bei Frauen, die mehr als zwei Portionen hochzuckerhaltiger Lebensmittel pro Woche verzehrten, zeigte sich im Vergleich zu jenen mit maximal einer Portion pro Monat ein um 28 Prozent höheres Brustkrebsrisiko. Ein identischer Risikoanstieg um 28 Prozent ergab sich beim Vergleich des höchsten mit dem niedrigsten Quartil der Zuckeraufnahme aus diesen spezifischen Produktgruppen.
Beim Blick auf einzelne Produkte zeigte sich bei einem Verzehr von Eiscreme von mindestens einmal pro Woche ein grenzwertig signifikanter Risikoanstieg um 26 Prozent. Gesüßte Cerealien bei einem Konsum von mindestens einmal alle zwei Monate waren mit einem um 34 Prozent höheren Risiko verbunden.
Wer sich mit dem Einfluss von Zucker auf die Gesundheit befasst, sollte auch die verborgenen Gefahren im Alltag kennen. Dieser kostenlose Ratgeber enthüllt die 10 größten Zuckerfallen im Supermarkt und zeigt Wege zu mehr Energie ohne Verzicht. Zuckerfrei-Ratgeber kostenlos als PDF sichern
Differenzierte Muster bei Alter und Zuckerquellen
Auffallend sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Bei Frauen unter 50 Jahren lag das Risiko um 52 Prozent höher, während ab einem Alter von 50 Jahren kein signifikanter Anstieg festgestellt wurde. Zudem wurde bei Frauen, die Alkohol konsumieren, ein signifikanter Zusammenhang beobachtet.
Gleichzeitig verzeichnete die Analyse bei mehreren Faktoren keine statistisch messbare Risikoerhöhung. Für die Gesamtaufnahme an Zucker, Fruchtzucker, Obst, Kohlenhydraten und Fett sowie für Limonade, Kuchen und Kekse, Süßigkeiten, Marmelade und Butter sowie traditionellen Tee fand sich kein signifikanter Zusammenhang.
Obwohl Obst mit rund 43 Prozent die größte Quelle der Zuckeraufnahme darstellte – bei einer durchschnittlichen Gesamtzufuhr von 44 Gramm Zucker pro Tag –, war dieser Konsum nicht mit einem gesteigerten Brustkrebsrisiko verbunden.
Ein bewusster Umgang mit der täglichen Ernährung kann das Wohlbefinden spürbar steigern und Heißhungerattacken reduzieren. Erfahren Sie in diesem Gratis-E-Book, wie Sie mit einfachen Rezepten und praktischen Tipps Ihren Alltag zuckerfrei und vital gestalten können. Kostenlosen Ratgeber „Zuckerfrei leben“ herunterladen
Methodische Einschränkungen und physiologische Einordnung
Die Studienautoren verweisen auf zentrale methodische Einschränkungen der Analyse. Es handelt sich um eine reine Beobachtungsstudie, womit keine Kausalität belegt ist. Die statistische Zunahme um 28 Prozent beschreibt ein relatives Risiko und bedeutet nicht, dass 28 von 100 Frauen erkranken.
Zudem basieren die Ergebnisse auf einer einmaligen Ernährungserhebung zu Beginn der Nachbeobachtung. Zwischen natürlichem und zugesetztem Zucker wurde nicht getrennt, und es lagen keine detaillierten Daten zu Tumorstadien, Tumortypen, molekularen Subtypen oder dem Menopausenstatus vor. Auch eine verbleibende Restkonfundierung lässt sich nicht ausschließen.
Als potenzielle biologische Mechanismen führen die Forscher den Glukose- und Insulinstoffwechsel sowie das Körperfett nach den Wechseljahren an. Trotz der beobachteten Korrelationen sehen die Wissenschaftler in den Daten keinen Anlass dafür, Süßigkeiten grundsätzlich vollständig zu meiden.
Die Befunde deuten vielmehr darauf hin, dass die Art und Quelle der zuckerhaltigen Nahrungsmittel eine wesentliche Rolle bei der gesundheitlichen Bewertung spielt.
