BTCPay Server: Kritische Lücke gefährdet Krypto-Zahlungen sofort
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angreifer nutzen derzeit aktiv eine Sicherheitslücke im Open-Source-Zahlungsdienst BTCPay Server aus. Betreiber müssen sofort handeln, um gestohlene Gelder zu verhindern – auch deutsche Händler sind betroffen.
Der Kryptozahlungsdienst BTCPay Server hat am 7. August ein kritisches Sicherheitsupdate veröffentlicht. Nutzer der selbst gehosteten Version sollten umgehend auf Version 2.4.2 aktualisieren oder ihre Server vom Netz nehmen. Die Entwickler warnen vor möglichem Diebstahl von Geldern aus Lightning-Netzwerk-Knoten und Hot Wallets.
Angreifer nutzen Schwachstelle aktiv aus
Die Sicherheitslücke betrifft den Schutz von Geldern in verbundenen Lightning-Netzwerk-Knoten und Hot Wallets. Wie viele Server kompromittiert wurden und welche Summen bereits abhanden gekommen sind, ist unklar. Die Entwickler bestätigten jedoch, dass die Schwachstelle aktiv ausgenutzt wird.
Betreiber können ihre aktuelle Version in der Fußzeile des Servers prüfen. Das Update erfolgt über den Wartungsbereich des Admin-Dashboards. Nach der Installation empfehlen die Entwickler zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen: „Macaroons" und die Datei „macaroon.db" sollten aktualisiert, alle Authentifizierungsschlüssel rotiert und bestehende Hot-Wallet-Guthaben auf neue, sichere Adressen verschoben werden.
Der Vorfall verdeutlicht die Risiken selbst gehosteter Zahlungsinfrastruktur. Zwischen Mai 2020 und Oktober 2024 wickelte etwa der Domain-Registrar Namecheap über 73 Millionen US-Dollar Bitcoin-Volumen über die Plattform ab – ein Beleg für die erheblichen Finanzströme, die durch die Software fließen.
Hintergrund der Schwachstelle
Entdeckt wurde die Lücke von der Forschungsgruppe Bitcoin Red Team, zu der auch Craig Raw gehört. Technischen Analysen zufolge ermöglichte ein Umgehungsweg der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) in der Greenfield-API unbefugten Zugriff unter bestimmten Bedingungen.
Es ist nicht der erste Sicherheitsvorfall für die Plattform. Branchenbeobachter erinnern an eine Offenlegung im Jahr 2021 im Zusammenhang mit Tesla sowie eine Schwachstelle im LNbank-Plugin 2023, die einen Verlust von 4 BTC verursachte. Gründer Nicolas Dorier riet angesichts des aktuellen Exploits vorübergehend dazu, Server offline zu halten, wenn ein sofortiges Update nicht möglich ist.
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Weitere Warnungen aus den USA
Die BTCPay-Warnung fällt in eine Reihe von Hochrisiko-Meldungen der US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA). Am 6. August nahm die Behörde mehrere Schwachstellen in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken (KEV) auf – mit der Aufforderung an Bundesbehörden und Unternehmen, sofort zu handeln.
Besonders kritisch: Eine Lücke in JetBrains TeamCity (CVE-2026-63077) mit einem CVSS-Score von 9,8. Sie erlaubt nicht authentifizierte Remote-Codeausführung über das Agent-Polling-Protokoll. Zudem meldete CISA aktiv ausgenutzte Schwachstellen in N-able N-central, darunter eine Authentifizierungsumgehung mit möglicher vollständiger Systemkompromittierung. Auch für Arista VeloCloud Orchestrator und FortiOS gelten Fristen im August 2026 für Patches gegen kritische Command-Injection- und Patch-Bypass-Lücken.
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Krypto-Zahlungen im Mainstream
Trotz der Sicherheitsprobleme selbst gehosteter Lösungen schreitet die Integration von Kryptowährungen im Einzelhandel voran. Am 7. August kündigte ForumPay eine neue Integration mit Shopify an. Händler auf der E-Commerce-Plattform können damit verschiedene digitale Assets akzeptieren – darunter Bitcoin, Ethereum und Solana.
Der Dienst soll das Händlerrisiko durch garantierte Wechselkurse und Abrechnung am nächsten Tag in Fiat-Währungen wie US-Dollar, Euro und Britischem Pfund minimieren. Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Sicherheitswarnung relativ stabil bei rund 64.800 US-Dollar.
