Build 2026: Microsoft entwickelt eigene KI-Modelle, spart 90%
15.06.2026 - 00:33:03 | boerse-global.de
Der US-Konzern kündigt auf der Build 2026 eine radikale Wende an: Statt auf OpenAI zu setzen, entwickelt Microsoft künftig eigene KI-Modelle. Die Kosten sollen um 90 Prozent sinken.
Eigenentwicklung statt Zukauf: Die MAI-Modellfamilie
Microsoft hat auf seiner Entwicklerkonferenz Build 2026 am heutigen Sonntag eine neue Generation eigener KI-Modelle vorgestellt. Die sogenannte MAI-Familie (Microsoft AI) soll die Abhängigkeit von externen Anbietern wie OpenAI drastisch reduzieren. Das Besondere: Durch die Eigenentwicklung verspricht sich der Konzern Kosteneinsparungen von rund 90 Prozent.
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Zu den vorgestellten Modellen gehört MAI-Thinking-1 mit einem 128.000 Token umfassenden Kontextfenster für komplexe Analysen. Für Entwickler bringt Microsoft MAI-Code-1 – eine direkte Alternative zu OpenAIs Modellen in GitHub Copilot. Die abgespeckte Version MAI-Code-1-Flash erreichte beim Benchmark SWE-Bench Pro eine Erfolgsquote von 51 Prozent.
Ergänzt wird das Angebot durch MAI-Image-2.5, MAI-Voice-2 und MAI-Transcribe-1.5. Diese Modelle werden direkt in Word, PowerPoint und Excel integriert – und ersetzen dort schrittweise die bisher genutzte OpenAI-Technologie. Die Partnerschaft mit OpenAI bleibt zwar bestehen, doch Microsoft setzt künftig primär auf eigene Lösungen.
Legal-Tech: KI erobert die Kanzleien
Besonders dynamisch entwickelt sich der Einsatz von KI im Rechtswesen. Erst am vergangenen Freitag übernahm die Legal-Tech-Firma Relativity das Start-up Gavel, das auf KI-gestützte Dokumentenerstellung und Vertragsprüfung spezialisiert ist. Die Technologie soll direkt in die RelativityOne-Plattform und Microsoft Word einfließen. Gavel-Gründerin Dorna Moini und CTO Pierre Martin wechseln zu Relativity.
Parallel dazu setzen immer mehr Anwaltskanzleien auf spezialisierte Assistenten wie Harvey AI. Die Tools helfen bei der Erstellung von Schriftsätzen, der Prüfung von Dokumenten und der Fallanalyse. Sie erfüllen dabei höchste Sicherheitsstandards nach SOC 2 und ISO 27001 – ein entscheidender Faktor für die datenschutzsensible Branche.
Design-Offensive: Microsoft fordert Canva und Adobe heraus
Mitte Juni hat Microsoft zudem seine KI-Designtools leise, aber grundlegend überarbeitet. Der Designer und die neuen MAI-Image-2.5-Modelle sind nun direkt in Word und andere Office-Anwendungen integriert. Der Fokus liegt auf Unternehmenssteuerung, Markenkontrolle und Nachvollziehbarkeit – Microsoft will etablierten Plattformen wie Adobe Firefly und Canva Marktanteile abjagen.
Um Unternehmen die Messung der Akzeptanz zu erleichtern, steht ab sofort das Microsoft Copilot Dashboard über Viva Insights zur Verfügung. Es zeigt Kennzahlen zu Bereitschaft, Auswirkungen und Nutzerzufriedenheit auf Basis der letzten 28 Tage. Für Basis-Metriken reicht eine einzige Copilot-Lizenz, erweiterte Einblicke erfordern mindestens 50 Lizenzen.
Rekord-Patchday: 206 Sicherheitslücken geschlossen
Am heutigen Sonntag veröffentlichte Microsoft sein monatliches Sicherheitsupdate – und es ist eines der umfangreichsten der Unternehmensgeschichte. 206 Schwachstellen wurden geschlossen, darunter 39 als kritisch und 167 als wichtig eingestuft. Besonders brisant: Drei öffentlich bekannte Zero-Day-Lücken wurden behoben:
- eine Rechteausweitung (CVE-2026-45586)
- eine Denial-of-Service-Lücke (CVE-2026-49160)
- ein BitLocker-Bypass (CVE-2026-50507)
Zudem schloss Microsoft eine kritische Schwachstelle im Windows-Kernel mit einem CVSS-Score von 9,8 – der höchsten Risikostufe.
Parallel dazu weitet Microsoft die Ausrollung des Secure-Boot-2023-Zertifikats aus. Das ist dringend nötig: Die alten Zertifikate laufen am 24. Juni 2026 ab. Wer Windows 10 oder 11 nutzt, sollte das Update umgehend installieren. Und noch ein Datum sollten Unternehmen im Kalender markieren: Der Support für SharePoint 2016 und 2019 endet am 14. Juli 2026.
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Neue Vorlagen und wachsende Konkurrenz
Neben den großen Ankündigungen hat Microsoft am heutigen Sonntag auch neue, anpassbare Vorlagen für Ehrenurkunden und professionelle Pressemitteilungen veröffentlicht. Sie stehen ab sofort zum Download bereit.
Der Markt für Produktivitätsassistenten bleibt indes in Bewegung. Konkurrenten wie Claude haben spezielle Add-ins für Word und Excel auf den Markt gebracht. Sie bieten Funktionen wie vorlagenbewusste Präsentationserstellung und Formelgenerierung – allerdings nur für Claude Pro- oder Enterprise-Kunden mit aktivem Microsoft-365-Abonnement. Der Wettbewerb um die besten KI-Assistenten im Büroalltag wird also immer intensiver.
