Bundeswehr verdoppelt Werbebudget: 70,5 Millionen fĂŒr Nachwuchs
22.06.2026 - 05:51:01 | boerse-global.de
WettbewerbsfÀhige GehÀlter, gezielte Förderprogramme und modernisierte Rekrutierungsprozesse sollen den öffentlichen Dienst attraktiver machen.
Was verdient man im öffentlichen Dienst?
Die Kommunen gehen voran. In Wiesbaden etwa sind ĂŒber 8.000 Menschen im öffentlichen Dienst beschĂ€ftigt. Ihre GehĂ€lter richten sich nach dem Tarifvertrag TVöD.
Verwaltungsfachangestellte in Entgeltgruppe 5 verdienen zwischen 2.928 und 3.385 Euro brutto im Monat. Sozialarbeiter in Gruppe 9c kommen auf 3.787 bis 4.651 Euro. Juristen in der höchsten Gruppe 13 erzielen GehÀlter zwischen 4.813 und 6.088 Euro.
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Auch die Ausbildung soll finanziell reizen. Die Agentur fĂŒr Arbeit in Heilbronn zahlt ihren dualen Studenten ab September im ersten Jahr rund 1.368 Euro. Bis zum dritten Lehrjahr steigt die VergĂŒtung auf etwa 1.464 Euro. Nach dem Abschluss winken rund 3.500 Euro brutto.
Bundeswehr verdoppelt Werbebudget
Die Bundeswehr ist ein zentraler Akteur am Arbeitsmarkt. Seit Jahresanfang gilt ein neues Wehrdienstgesetz, das auf Freiwilligkeit setzt. Ziel: Bis 2035 soll die PersonalstĂ€rke auf 460.000 Soldaten steigen â 260.000 im aktiven Dienst, 200.000 als Reservisten.
Die Mittel fĂŒr die Nachwuchswerbung wurden fĂŒr 2026 auf 70,5 Millionen Euro verdoppelt â gegenĂŒber 2022. Parallel dazu erhöht die Bundeswehr ihre PrĂ€senz in Schulen. Der Berliner Senat hat Besuche von Jugendoffizieren geregelt. JĂ€hrlich werden rund 650.000 Jugendliche per Post ĂŒber Karrierewege informiert.
Beamtenbund warnt vor strukturellen Problemen
Trotz aller BemĂŒhungen sieht der Beamtenbund Baustellen. Vorsitzender Volker Geyer fordert eine sachliche Aufgabenkritik statt pauschaler Stellenstreichungen. Diskussionen ĂŒber die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung nannte er verfassungswidrig.
Ohne angemessene Alimentierung bleibe der Staatsdienst unattraktiv, so Geyer.
Duale Ausbildung bleibt beliebtester Bildungsweg
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt die Konkurrenzsituation auf dem Ausbildungsmarkt. Jugendliche mit niedrigeren SchulabschlĂŒssen steigen vermehrt direkt ins Berufsleben ein â getrieben vom gestiegenen Mindestlohn. Dennoch bleibt die duale Ausbildung mit 43 Prozent der Nennungen der beliebteste Weg, noch vor dem Studium mit 40 Prozent.
LĂ€nder starten eigene Programme
Die BundeslÀnder reagieren mit unterschiedlichen Initiativen:
Baden-WĂŒrttemberg stellt 2026 eine Rekordsumme von 13 Millionen Euro fĂŒr die ĂŒberbetriebliche Berufsausbildung bereit. Rund 9.500 LehrgĂ€nge sollen unterstĂŒtzt werden â Schwerpunkt Handwerk und Bauwirtschaft. In Karlsruhe-Neureut ist zudem ein neues Ausbildungszentrum fĂŒr geschĂ€tzte 130 Millionen Euro geplant.
Neben der Personalgewinnung stellt auch die rechtssichere Organisation des Arbeitsalltags, etwa bei der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiterfassung, viele Behörden vor Herausforderungen. Dieser kompakte Leitfaden bietet praktische Hilfestellungen und fertige Mustervorlagen zur unkomplizierten Umsetzung der aktuellen Vorgaben. Kostenlosen Ratgeber zur gesetzeskonformen Arbeitszeiterfassung sichern
Donau-Ries setzt auf auslĂ€ndische Azubis. Die Arbeitslosigkeit liegt im Landkreis bei extrem niedrigen 2,3 Prozent. Anfang des Jahres waren dort 41 Auszubildende mit auslĂ€ndischen Wurzeln bei der IHK registriert â sie sollen EngpĂ€sse in SchlĂŒsselberufen abfedern.
Bayern schreibt kontinuierlich Stellen fĂŒr Verwaltungs- und Pflegepersonal sowie Erzieher aus. Bewerbungsfristen laufen bis Anfang Juli.
Auch Staatsunternehmen wie die Deutsche Bahn werben verstĂ€rkt um Nachwuchs. Ende Juni finden in Hamburg Informationstage fĂŒr technische Ausbildungsberufe und duale StudiengĂ€nge statt.
