Burnout-Epidemie, IT-Beschäftigten

Burnout-Epidemie: 61% der IT-Beschäftigten überlastet

22.06.2026 - 00:39:14 | boerse-global.de

Immer mehr Beschäftigte leiden unter Überlastung und Burnout. Die BAuA fordert psychische Gefährdungsbeurteilungen als Pflicht im Arbeitsschutz.

Psychische Belastung: Neue Risiken durch flexible Arbeitsmodelle
Burnout-Epidemie - Eine einsame Person arbeitet in einem dunklen Heimbüro, umgeben von Bildschirmen, was Isolation und die verschwimmende Grenze zwischen Arbeit und Privatleben symbolisiert. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice bringen mehr Autonomie, aber auch neue Risiken. Besonders die psychische Gesundheit rückt in den Fokus der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung.

Arbeitszeiten: Wenn die Grenzen verschwimmen

Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeiten im Schnitt 43 Stunden pro Woche. Das sind 4,3 Stunden mehr als vertraglich vereinbart. 14 Prozent der Männer und 6 Prozent der Frauen kommen sogar auf über 48 Stunden.

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Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) warnt: Ab der neunten Arbeitsstunde steigt das Unfallrisiko exponentiell. Wer regelmäßig mehr als 50 Stunden arbeitet, hat ein deutlich höheres Burnout-Risiko.

Ein Referentenentwurf aus dem Bundesarbeitsministerium sorgt nun für Diskussionen. Er sieht vor, dass Tarifparteien künftig eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit vereinbaren können. Auch die gesetzliche Ruhezeit von elf Stunden könnte unter bestimmten Bedingungen entfallen.

Gewerkschaften schlagen Alarm. Die Mehrheit der Beschäftigten lehne Arbeitstage von über zehn Stunden ab, warnen sie.

IT-Branche: Jeder Zweite fühlt sich überlastet

Besonders hart trifft es die Digitalbranche. 61 Prozent der IT-Beschäftigten klagen über Überlastung oder Burnout. Bei rund 109.000 unbesetzten Stellen verteilt sich die Arbeit auf immer weniger Schultern.

Auch im Finanzsektor steigt der Druck. Psychologische Beratungsprogramme wie „Lighthouse“ verzeichnen einen rasanten Anstieg. Von 1.200 Untersuchungen 2024 auf prognostizierte 3.000 im Jahr 2025.

Generation Z: Krank zur Arbeit

Der DAK-Gesundheitsreport 2025 zeigt ein spezifisches Problem der Jungen. 28 Prozent der unter 30-Jährigen erleben Generationenkonflikte im Job. Für jeden Vierten ist das eine starke psychische Belastung.

26 Prozent dieser Altersgruppe berichten von depressiven Symptomen. Besonders alarmierend: 65 Prozent gehen trotz Krankheit zur Arbeit. Experten sprechen von „Präsentismus“ – ein riskantes Verhalten.

Digitale Überwachung: Microsoft sorgt für Diskussionen

Microsoft führt im Juni eine neue Funktion in Teams ein. Das Tool erkennt über WLAN- und IP-Daten, ob Mitarbeiter im Büro sind. Standardmäßig ist die Funktion deaktiviert. In Deutschland braucht es die Zustimmung des Betriebsrats.

Kritiker sehen darin ein potenzielles Überwachungsinstrument. Die Debatte um Kontrolle und Vertrauen im Homeoffice bekommt damit neue Nahrung.

Was Unternehmen tun müssen

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Das BAuA-Handbuch zur Gefährdungsbeurteilung definiert psychische Belastungen als zentrales Arbeitsschutz-Thema. Konkrete Gestaltungsziele sind:

  • Ausreichend Handlungsspielraum und klare Aufgabenverteilung
  • Angemessene Arbeitsmengen und planbare Zeiten
  • Soziale Unterstützung durch Chefs und Kollegen
  • Schutz vor psychischer Gewalt und Mobbing

Die Dringlichkeit zeigt der Krankenstands-Report 2025: Psychische Erkrankungen stiegen um 6,9 Prozent. Mit 366 Fehltagen pro 100 Versicherten liegen sie auf Platz zwei – direkt hinter Atemwegserkrankungen.

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