Burnout-Krise, HR-Chef

Burnout-Krise: Jeder zweite HR-Chef sieht Erschöpfung als größtes Problem

17.05.2026 - 13:01:54 | boerse-global.de

61 Prozent der HR-Experten melden mehr Burnout-Fälle. Fehlende Angebote erhöhen das Risiko um 69 Prozent.

Burnout-Krise: Jeder zweite HR-Chef sieht Erschöpfung als größtes Problem - Foto: über boerse-global.de
Burnout-Krise: Jeder zweite HR-Chef sieht Erschöpfung als größtes Problem - Foto: über boerse-global.de

Eine Studie von Spring Health zeigt: 61 Prozent der HR-Fachkräfte berichten von mehr Burnout-Fällen. Für 48 Prozent ist das die größte Herausforderung im Job.

Besonders tückisch: das „stille Burnout“. Rund 30 Prozent der Belegschaft sind betroffen. Betroffene ziehen sich innerlich zurück – für Vorgesetzte oft unsichtbar.

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Fehlende Angebote treiben Risiko in die Höhe

Die Studie befragte über 500 HR-Experten aus fünf Ländern. Fehlen mentale Gesundheitsangebote im Unternehmen, steigt das Burnout-Risiko um 69 Prozent.

Die Lösung? Ein Mix aus besserer Vorsorge, Führungskräfte-Schulungen und fairer Arbeitslast. Die Organisation Hacking HR betonte Mitte Mai: Burnout sei vor allem ein Designfehler im System Arbeit. Besonders gefährdet: Manager.

85 Prozent sind zufrieden – aber nur 18 Prozent hoch motiviert

Eine EY-Jobstudie liefert überraschende Details. 85 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind grundsätzlich zufrieden. Doch die Motivationstiefe variiert massiv:

  • 18 Prozent: hoch motiviert
  • 54 Prozent: normale Motivation
  • 22 Prozent: mittelmäßig motiviert
  • 6 Prozent: demotiviert oder vollständig demotiviert

Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht bisher keine Fluktuationswelle. Trotzdem raten Psychologen zur Selbstbefragung. Wer seinen Motivtyp kennt, kann das Arbeitsumfeld gezielt anpassen.

Wenn Stress krank macht: Die körperlichen Folgen

Dauerstress aktiviert permanent die Kampf-oder-Flucht-Reaktion. Die Hormone Cortisol und Adrenalin schießen dauerhaft hoch. Die Hormone: Schlafstörungen, Bluthochdruck, steigende Blutzuckerwerte, geschwächtes Immunsystem.

Dr. Rhea Rogers warnt: Ein chronisch hoher Cortisolspiegel hat gravierende physische Konsequenzen.

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Bei Frauen kommt das Phänomen des „hormonellen Burnouts“ hinzu. Die Gynäkologin Camila Bolonhezi erklärt: Gestörter Hormonhaushalt durch Stress führt zu unregelmäßigen Zyklen, verstärktem PMS, Libidoverlust und ständiger Müdigkeit. Die Lösung: Lebensstil-Anpassungen mit Fokus auf Ernährung und Schlafhygiene.

Pflegende Angehörige: Die vergessene Risikogruppe

Ein oft übersehener Faktor: private Pflegeaufgaben. Daten von AARP und der National Alliance for Caregiving aus 2025 zeigen: 70 Prozent der pflegenden Angehörigen zwischen 18 und 64 Jahren sind parallel berufstätig.

Wer mehr als 20 Stunden pro Woche pflegt – besonders bei Zusammenleben mit der pflegebedürftigen Person – hat ein massiv erhöhtes Erschöpfungsrisiko. Die Alzheimer-Vereinigung nennt zehn Warnsignale. Die Verleugnung der eigenen Belastungsgrenze steht meist am Anfang der Abwärtsspirale.

Resilienztraining: Die unternehmerische Antwort

Immer mehr Unternehmen setzen auf strukturierte Präventionsprogramme. Die AHAB-Akademie bietet Zertifikatskurse zum Resilienztrainer an – basierend auf dem LOOVANZ-Modell. Teilweise als Präventionskurse nach § 20 SGB V anerkannt.

Regional zeigt sich die Nachfrage: Workshops von Daniel Schaub in Bad Arolsen, Trainertreffen in München am 20. Mai. Thema diesmal: Wie integriert man Resilienz-Training nachhaltig in den Alltag?

Auch Schulen handeln. An der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau startete das Projekt „Stark ohne Muckis“ für sechste Klassen. Trainerin Annika Schmidt will die Resilienz nach den Defiziten der vergangenen Jahre stärken.

Spielerisch gegen Stress: „Resilience Ridge“

Das EU-Projekt „Simply4emotions“ entwickelte ein kostenfreies Online-Simulationsspiel. „Resilience Ridge“ richtet sich an Pflegekräfte und Auszubildende. Entwickelt vom Wohlfahrtswerk Baden-Württemberg und der DHBW Stuttgart. Ziel: emotionale Widerstandskraft in einem besonders belasteten Berufsfeld stärken.

Analyse: Burnout als Designproblem

Die Daten zeigen: Individuelle Stressbewältigung reicht nicht. Die Hacking HR-Analyse macht klar: Organisationen müssen ihre Strukturen überdenken.

Wenn fast die Hälfte aller HR-Profis Burnout als Top-Herausforderung sieht, bekämpfen bisherige Wellness-Angebote oft nur Symptome – nicht Ursachen.

Ein entscheidender Faktor: Grenzen setzen. In sozialen Netzwerken kursiert Mitte Mai die Strategie, Kapazitätsgrenzen unmissverständlich zu kommunizieren. Psychologen stützen das: Grenzen nicht rechtfertigen müssen, spart mentale Energie.

Die Diskrepanz zwischen 85 Prozent Zufriedenheit und nur 18 Prozent hoher Motivation deutet auf Potenzial für „innerliche Kündigungen“ hin. Die Botschaft: Unternehmen brauchen eine faire Kultur, in der Leistung und Erholung im Gleichgewicht stehen.

Ausblick: Mentale Gesundheit als Wettbewerbsfaktor

Die kommenden Monate bringen eine weitere Professionalisierung im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Mehr zertifizierte Resilienztrainer, spezialisierte Seminare – etwa in Berlin im Juni.

Die Integration von psychologischer Sicherheit wird über den Erfolg bei Fachkräfte-Gewinnung und -Bindung entscheiden. Chronischer Stress führt nachweislich zu Bluthochdruck und Herzkrankheiten. Damit wird Burnout-Prävention auch für die Sozialsysteme zur kritischen Größe.

Der Fokus verschiebt sich: weg von reinen Wellness-Angeboten, hin zur Neugestaltung von Arbeitsprozessen. Nur so lässt sich die mentale Integrität der Beschäftigten dauerhaft schützen.

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