Burnout-Zahlen, Frauen

Burnout-Zahlen: 40% der Frauen fĂŒhlen sich nach Arbeit ausgebrannt

Veröffentlicht am: 31.05.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Steigende KrankenstÀnde und psychische Belastungen prÀgen die Arbeitswelt. Naturerlebnisse und Tourismus boomen als Gegenmittel.

Burnout-Zahlen: 40% der Frauen fĂŒhlen sich nach Arbeit ausgebrannt Illustration mit AI erstellt.
Burnout-Zahlen: 40% der Frauen fĂŒhlen sich nach Arbeit ausgebrannt Illustration mit AI erstellt.

Urlaub ist lĂ€ngst mehr als Freizeit – er wird zur notwendigen Gesundheitsmaßnahme.

Belastung am Arbeitsplatz erreicht neue Höhen

2025 lag die durchschnittliche Krankheitsdauer in Deutschland bei 14,5 Tagen pro Arbeitnehmer. Experten registrieren einen kontinuierlichen Anstieg von Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen. Die Politik reagiert: Im Juni 2026 soll ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, der die tÀgliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche ersetzt.

Anzeige

Warum so viele BerufstĂ€tige im Hamsterrad feststecken und wie der Ausstieg gelingt, zeigen konkrete Strategien gegen die tĂ€glichen Zeitdiebe. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen, beruflichen Erfolg und persönliches GlĂŒck wieder in Einklang zu bringen. Kostenlosen Work-Life-Balance-Leitfaden herunterladen

Eine Erhebung im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt die Folgen der Belastung. 40 Prozent der Frauen und 29 Prozent der MĂ€nner fĂŒhlen sich nach der Arbeit hĂ€ufig ausgebrannt. 53 Prozent der Befragten wĂŒnschen sich weniger Arbeitszeit. Besonders VĂ€ter wollen kĂŒrzertreten: 63 Prozent von ihnen möchten ihre Stunden reduzieren.

Trotz der hohen Belastung bewerten rund 70 Prozent der Mitarbeiter die Teamarbeit positiv. Das soziale GefĂŒge in vielen Betrieben scheint stabil.

Wie Berge und WĂ€lder heilen

Die Forschung entdeckt die Heilkraft der Natur neu. Eine Studie der Paracelsus Medizinischen PrivatuniversitÀt Salzburg unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Arnulf Hartl belegt: Bergaufenthalte stÀrken das Immunsystem, den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System. Besonders Höhen zwischen 1.500 und 2.500 Metern zeigen signifikante Effekte.

Österreich bietet dafĂŒr ideale Bedingungen. Landesweit stehen rund 530 AlmhĂŒtten zur VerfĂŒgung, die meisten in KĂ€rnten (220) und der Steiermark (151). FĂŒr 44 Prozent der GĂ€ste ist die Alleinlage entscheidend, fĂŒr 32 Prozent das Naturerlebnis.

Auch das japanische Waldbaden (Shinrin Yoku) gewinnt an Zuspruch. Kursleiter betonen die stressreduzierende Wirkung von Terpenen – sie senken den Blutdruck und aktivieren körpereigene Abwehrzellen.

Stressforscher Professor Adli erklĂ€rt das PhĂ€nomen: Nicht die Reizdichte in der Stadt macht krank, sondern das GefĂŒhl des Kontrollverlusts. Erholung hilft, Selbstwirksamkeit zurĂŒckzugewinnen.

Wellness-Stress: Wenn Erholung zum Druck wird

Doch es gibt eine Kehrseite. Studien des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) zeigen: FĂŒr 16- bis 24-JĂ€hrige wird Wellness zunehmend zur Belastung. Mehr als die HĂ€lfte dieser Altersgruppe klagt trotz ausreichendem Wochenendschlaf ĂŒber MĂŒdigkeit und Zeitdruck.

Anzeige

Um im stressigen Alltag nicht nur zu funktionieren, sondern wirklich abzuschalten, sind oft nur kleine VerĂ€nderungen nötig. Entdecken Sie 5 Sofortmaßnahmen fĂŒr mehr Ausgeglichenheit und weniger Druck im Berufsalltag in diesem kostenlosen E-Book. 5 Sofortmaßnahmen fĂŒr mehr Balance jetzt gratis sichern

84 Prozent der jungen Erwachsenen greifen zu NahrungsergÀnzungsmitteln. 9 Prozent nutzen sogar GLP-1-PrÀparate. Dabei betrachten 74 Prozent viele Beauty-Trends als reine Marketingstrategie.

Die Wellness-Ökonomie wĂ€chst trotzdem massiv. 2024 erreichte sie ein Volumen von 6,8 Billionen US-Dollar weltweit. Bis 2029 sollen es 9,8 Billionen sein.

Tourismus boomt – mit EinschrĂ€nkungen

Die Nachfrage nach Erholung treibt die Reisebranche an. alltours erzielte 2024/25 einen Rekordumsatz von 2,735 Milliarden Euro. FĂŒr 2026 rechnet der Veranstalter mit einem Plus von sechs Prozent. Besonders gefragt: Griechenland, Thailand und die Dominikanische Republik.

Auch der Inlandstourismus wĂ€chst. Im FrĂŒhjahr 2026 stiegen die Übernachtungszahlen um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die gesamte Branche trug 2025 ĂŒber 390 Milliarden Euro zur deutschen Wirtschaft bei.

Experten des Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) warnen jedoch: Der Tourismus kann wegfallende IndustriearbeitsplĂ€tze nicht vollstĂ€ndig ersetzen.

Ab dem 1. Juli 2026 gelten zudem neue Regeln fĂŒr SozialleistungsempfĂ€nger. Mit der EinfĂŒhrung des Grundsicherungsgeldes bleibt der Urlaubsanspruch auf maximal drei Wochen pro Jahr begrenzt – mit verschĂ€rften Erreichbarkeitsregeln. Die Debatte ĂŒber den Stellenwert von Freizeit in verschiedenen sozialen Schichten wird damit neu entfacht.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69454318 |