CAC-Score, Kardiovaskuläre

CAC-Score über 90 Prozent: Kardiovaskuläre Sterblichkeit steigt auf das 2,6-Fache

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hohe Koronarkalkwerte gingen bei jüngeren Erwachsenen mit höherer Langzeitsterblichkeit einher; der Nutzen von Scans bleibt auf bestimmte Patienten begrenzt.
Ein anatomisches Modell eines menschlichen Herzens in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die frühzeitige Erkennung von Gefäßverkalkungen gewinnt in der kardiologischen Vorsorge zunehmend an Bedeutung. Eine Untersuchung des CAC-Konsortiums, die am 23. Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlicht wurde, liefert neue Einblicke in die langfristigen Risiken bei jüngeren Menschen.

Die Analyse zeigt, dass bereits im Alter zwischen 30 und 45 Jahren festgestellte Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen mit einer signifikant höheren Sterblichkeit über die folgenden Jahrzehnte einhergehen.

Deutlich erhöhte Sterblichkeitsraten bei hohen Kalkwerten

Für die Erhebung untersuchten die Wissenschaftler des CAC-Konsortiums einen Datensatz von rund 13.000 Erwachsenen im Alter von 30 bis 45 Jahren. Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 41 Jahren, während der Männeranteil 77 Prozent betrug. Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 22,6 Jahren hinweg erfassten die Forscher die gesundheitliche Entwicklung der Probanden.

Die Ergebnisse verdeutlichen die prognostische Aussagekraft des sogenannten Koronarkalk-Scores (CAC). Bei Personen mit einem Score von über 90 Prozent ergab sich im Vergleich zu jenen ohne nachweisbaren Gefäßkalk (CAC 0) ein adjustiertes Hazard-Verhältnis von 1,87 für die Gesamtmortalität.

Für die kardiovaskuläre Sterblichkeit stieg der Wert auf 2,60, während er bei der Mortalität infolge koronarer Herzkrankheiten (CHD) einen Wert von 3,71 erreichte. Insgesamt traten im Beobachtungszeitraum 624 Todesfälle auf, darunter 149 kardiovaskuläre Fälle sowie 81 durch koronare Herzkrankheiten bedingte Todesfälle.

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Verteilung der Ablagerungen und modelliertes Langzeitrisiko

Innerhalb der untersuchten Gruppe wiesen 72 Prozent der Teilnehmer einen CAC-Wert von 0 auf. Jeweils 13 Prozent fielen in den Bereich von 75 bis 90 Prozent beziehungsweise über 90 Prozent. Auf Basis dieser Daten berechneten die Forscher das modellierte 30-Jahres-Risiko.

Beim Vergleich der Gruppe mit einem CAC-Score von über 90 Prozent mit der Kontrollgruppe ohne Kalkablagerungen zeigten sich klare Unterschiede:
- Das Gesamtmortalitätsrisiko belief sich auf 13 Prozent gegenüber 8 Prozent.
- Das Risiko für kardiovaskuläre Mortalität lag bei 5 Prozent im Vergleich zu 2 Prozent.
- Für die CHD-Mortalität betrug die Wahrscheinlichkeit 3 Prozent gegenüber 1 Prozent bei einem Score von 0.

Die Forscher des Konsortiums betonen, dass hohe CAC-Scores mit stark gesteigerten Raten für herzbedingte Todesfälle korrelieren. Frühe Plaque-Ablagerungen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren gelten demnach als relevanter Indikator für das langfristige Gefäßrisiko. Dieser Auswertung lag ein Analysezeitraum von Oktober 2025 bis September 2026 zugrunde.

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Differenzierte Betrachtung des diagnostischen Nutzens

Trotz der klaren statistischen Zusammenhänge wird der breite Einsatz von CAC-Scans in der medizinischen Fachwelt differenziert bewertet. Laut einer im Fachblatt JAMA publizierten Untersuchung bietet ein solcher Scan vielen Menschen keinen signifikanten Zusatznutzen. Dies betreffe insbesondere Personen, die ohnehin ein sehr niedriges oder bereits ein klar definiertes hohes Risiko für Herzkrankheiten aufweisen.

Der klinische Mehrwert der Untersuchung bleibe daher auf eine bestimmte Teilgruppe von Patienten beschränkt, bei denen bestehende Risikomodelle keine eindeutige Einstufung erlauben.

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de | wissenschaft | 70423808 |