CagriSema, Gewicht

CagriSema: 52-Wochen-Studie zeigt 22,4 Prozent weniger Gewicht

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 08:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hirnscans zeigen weniger Appetit und 22,4 Prozent placebokorrigierten Gewichtsverlust nach 52 Wochen; die FDA-Entscheidung wird für Ende 2026 erwartet.
Laborausrüstung mit Glasbechern und Flüssigkeiten in einer sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der Erforschung neuer medikamentöser Adipositastherapien stehen duale Peptidansätze im Fokus der klinischen Entwicklung. Neue Erkenntnisse zu dem noch nicht zugelassenen Prüfpräparat CagriSema von Novo Nordisk verdeutlichen nun, wie die Kombination zweier Wirkprinzipien neuronale Appetitsignale und das Körpergewicht beeinflusst.

In einer 52-Wochen-Studie mit Hirnscans reduzierte das Mittel das Verlangen nach Nahrung, das Hungergefühl und das ständige gedankliche Kreisen um das Essen deutlich. Begleitet wurde dieser Effekt von einer placebokorrigierten Gewichtsabnahme von 22,4 Prozent.

Zusammenspiel zweier Signalwege und metabolische Effekte

CagriSema kombiniert zwei unterschiedliche Substanzen: Cagrilintid, ein langwirksames Amylin-Analogon, das als körpereigenes Sättigungssignal fungiert, sowie Semaglutid, einen GLP-1-Rezeptoragonisten, der den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität steuert. Das Zusammenspiel beider Komponenten zielt auf eine verringerte Nahrungsaufnahme und eine optimierte Fettverwertung ab.

Neben den neurologischen Beobachtungen in den Hirnscans weisen separate Untersuchungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes auf zusätzliche organische Veränderungen hin. Dort zeigte sich unter CagriSema eine Verringerung der Fettansammlungen um die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Zudem wurden frühe Hinweise auf eine erhaltene Knochengesundheit dokumentiert.

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Ergebnisse der klinischen Phase-3-Studie REDEFINE 1

Umfangreiche Daten zur Wirksamkeit stammen aus dem klinischen Phase-3-Programm. In der Gesamtstudie REDEFINE 1 mit rund 3.400 Erwachsenen, von denen 67 Prozent Frauen waren, erreichten die Teilnehmenden nach 68 Wochen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 22,7 Prozent gegenüber 2,3 Prozent unter Placebo. Dieses Ergebnis lag leicht unter der ursprünglichen Prognose des Unternehmens von etwa 25 Prozent.

Detailliertere Auswertungen heben deutliche Unterschiede zwischen Patientengruppen hervor. Bei Frauen mit Übergewicht oder Adipositas betrug die Gewichtsreduktion unter einer Dosis von 2,4 mg nach 68 Wochen durchschnittlich 25 Prozent bei 2.309 Teilnehmerinnen, verglichen mit 3 Prozent in der Placegruppe. Eine zusätzliche Post-hoc-Analyse von 1.902 Frauen differenzierte nach dem Menopausenstatus:

  • Prämenopausale Frauen verzeichneten einen Gewichtsverlust von 26,7 Prozent.
  • Perimenopausale Frauen erreichten eine Abnahme von 24,8 Prozent.
  • Postmenopausale Teilnehmerinnen verloren 23,1 Prozent an Gewicht.

In den jeweiligen Placebogruppen lag der Wert bei etwa 2 Prozent. Die Studienautoren ordnen diese nachträglichen Auswertungen als hypothesengenerierend ein.

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Regulatorischer Zeitplan und Umfeld im Peptidmarkt

CagriSema steht vor entscheidenden regulatorischen Schritten. Eine Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde FDA über den Einsatz im Gewichtsmanagement wird für das vierte Quartal 2026 erwartet, eine Markteinführung könnte Anfang nächsten Jahres folgen.

Laut FactSet-Konsens gehen Branchenanalysten davon aus, dass Novo Nordisk mit dem Präparat allein im Indikationsbereich Adipositas im Jahr 2028 einen Umsatz von 11,84 Milliarden US-Dollar erzielen könnte.

Gleichzeitig forschen auch Wettbewerber an kombinierten Peptidtherapien. Eli Lilly erprobt die Kombination EloraTZP (Eloralintid und Zepbound), die in Phase 2b nach 48 Wochen einen Gewichtsverlust von 23,3 Prozent erreichte, verglichen mit 14,8 Prozent unter Zepbound allein und 3 Prozent unter Placebo.

Die Therapieabbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag bei EloraTZP zwischen 10,8 und 27 Prozent. Bei Zealand Pharma und Roche wiederum erbrachte das Peptid Petrelintid in Phase 2 nach 28 Wochen eine mittlere Gewichtsreduktion von bis zu 9,2 Prozent.

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