Callcenter-Betrug, Delhi

Callcenter-Betrug in Delhi: Polizei zerschlÀgt internationales Netzwerk

Veröffentlicht: 21.06.2026 um 15:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ermittler in Delhi nehmen 14 VerdĂ€chtige fest, die US-BĂŒrger mit falschem Tech-Support um Millionen betrogen haben sollen.

Indische Polizei zerschlÀgt internationalen Callcenter-Betrugsring
Handcuffs on a computer keyboard in a dimly lit office, with blurred figures of law enforcement in the background. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die indische Polizei hat einen international agierenden Callcenter-Betrugsring zerschlagen, der vor allem US-BĂŒrger um Millionen brachte. Die TĂ€ter gaben sich als Technik-Support eines multinationalen Konzerns aus.

Falsche Virenwarnungen als Masche

Die Sondereinheit IFSO der Delhi-Polizei stĂŒrmte am Samstag ein GebĂ€ude im Stadtteil Dwarka im SĂŒdwesten der indischen Hauptstadt. Dort hatten die BetrĂŒger ein professionell gefĂŒhrtes Callcenter eingerichtet. Ihre Methode: Über aufpoppende Virenwarnungen im Browser tĂ€uschten sie ihre Opfer und gaben sich anschließend als Mitarbeiter des Technik-Supports aus.

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Die Bande nutzte modernste Technologie, um ihre Spuren zu verwischen. Per VoIP (SprachĂŒbertragung ĂŒber das Internet) und sogenanntem Spoofing leiteten sie Anrufe um und verschleierten ihren Standort. Die Opfer wurden zur Zahlung fĂŒr angebliche Sicherheitsdienstleistungen gedrĂ€ngt – per Geschenkkarte, KryptowĂ€hrung oder durch Bargeldabholungen.

Unter den 14 Festgenommenen befinden sich der 32-jĂ€hrige Manager und IT-Leiter Pawan Gupta, der 30-jĂ€hrige IT-Experte Ved Prakash Gaur sowie der 26-jĂ€hrige Sicherheitsmitarbeiter Kushagr Bisnoi. Die Ermittler beschlagnahmten 13 aktive Laptops, die zur DurchfĂŒhrung des Betrugs dienten.

Welle von CyberbetrugsfÀllen in Indien

Der Schlag gegen das Callcenter in Dwarka ist kein Einzelfall. Bereits am 17. Juni hatte die Polizei im Zentralbezirk Delhis zwei VerdĂ€chtige – Piyush Kumar und Jatin Khajotia – festgenommen. Ihnen wird ein Online-Investmentbetrug vorgeworfen. Ein Opfer verlor umgerechnet rund 900.000 Euro, nachdem es gefĂ€lschten Börsentipps gefolgt war. Die Behörden froren daraufhin Aktien im Wert von etwa 280.000 Euro der VerdĂ€chtigen ein.

Die indischen Strafverfolgungsbehörden stehen zunehmend unter Druck. Organisierte CyberkriminalitĂ€t aus indischen GroßstĂ€dten hat sich zu einem globalen Problem entwickelt. Besonders Callcenter-Betrug, der sich gegen US-BĂŒrger richtet, ist ein lukratives GeschĂ€ftsfeld.

Weltweite Betrugsnetzwerke im Visier

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Die Methoden der Bande in Delhi sind Teil eines internationalen PhĂ€nomens. In Amsterdam nahm die niederlĂ€ndische Polizei kĂŒrzlich sechs VerdĂ€chtige im Alter von 15 bis 30 Jahren fest. Sie hatten in einer Wohnung ein improvisiertes Callcenter eingerichtet und gaben sich als Bankmitarbeiter aus – eine Masche, die als "Vishing" (Voice-Phishing) bekannt ist.

Bereits Anfang 2025 hatte die Polizei im griechischen Chania eine Gruppe identifiziert, die sich als Sozialversicherungsmitarbeiter ausgab und gezielt Ă€ltere BĂŒrger betrog. Und im September 2025 fĂŒhrte eine Großrazzia in einem Hotelresort im indischen Bundesstaat Punjab zu 38 Festnahmen. Die dortige Bande nutzte exakt dieselbe Methode wie die nun in Dwarka ĂŒberfĂŒhrte Gruppe: gefĂ€lschte Virenwarnungen, um US-BĂŒrger zu tĂ€uschen.

Die Ermittler betonen, dass es sich um hartnĂ€ckige, gut organisierte Netzwerke handelt. Die AufklĂ€rung solcher FĂ€lle erfordert internationale Zusammenarbeit – und einen langen Atem.

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