Cannabis-Medikament Exilby: Bessere Wirkung als Opioide ab September
13.06.2026 - 06:35:03 | boerse-global.de
Gleichzeitig kommt ein neues Cannabis-Medikament auf den Markt.
Schlafende Nervenzellen als Schmerztreiber
Zwei Studien revolutionieren das VerstÀndnis chronischer Schmerzen. Teams der University of Texas at Dallas und der RWTH Aachen identifizierten sogenannte schlafende Nozizeptoren als zentrale Akteure bei neuropathischen Schmerzen.
Anzeige: Ab September 2026 kommt mit Exilby die erste neue Behandlungsoption seit 15 Jahren auf den Markt â ein Cannabis-Vollspektrum-Extrakt, der bei chronischen Kreuzschmerzen teils besser wirkt als Opioide, aber kein AbhĂ€ngigkeitsrisiko birgt. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Exilby nutzen können. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Die am 12. Juni im Fachjournal Cell veröffentlichte Studie erstellte ein molekulares Profil dieser Nervenzellen. Die entscheidenden Marker: der Oncostatin-M-Rezeptor und Somatostatin. Diese Zellen können sich spontan aktivieren und so chronische SchmerzzustÀnde auslösen. Rund 20 Prozent der Erwachsenen in den USA sind davon betroffen.
Eine zweite Studie in Nature beschrieb einen spezifischen Hirnschaltkreis fĂŒr chronische Schmerzsignale. Er verbindet RĂŒckenmark, Thalamus, Kortex und Hirnstamm â und arbeitet unabhĂ€ngig von der akuten Schmerzverarbeitung. In MĂ€useversuchen gelang es, chronische Schmerzen gezielt stummzuschalten, wĂ€hrend die Reaktion auf akute Reize erhalten blieb.
Cannabis-Extrakt als Opioid-Alternative
Auf der Medikamentenseite tut sich ebenfalls etwas. Das Biopharmaunternehmen Vertanical erhielt am 11. Juni in Deutschland die Zulassung fĂŒr Exilby â einen Cannabis-Vollspektrum-Extrakt. Das PrĂ€parat ist speziell fĂŒr chronische Kreuzschmerzen mit neuropathischer Komponente gedacht.
Die Zulassung basiert auf zwei Phase-3-Studien mit ĂŒber 1.200 Patienten. Die Ergebnisse, unter anderem in Nature Medicine publiziert, zeigen eine signifikante Schmerzreduktion ĂŒber zwölf Monate. Im Vergleich zu Opioiden: teils bessere Wirksamkeit, höhere VertrĂ€glichkeit und kein AbhĂ€ngigkeitsrisiko. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte Exilby zuvor als Breakthrough Therapy eingestuft. Es ist die erste neue Behandlungsoption in diesem Bereich seit rund 15 Jahren.
Die MarkteinfĂŒhrung in Deutschland und Ăsterreich ist fĂŒr September 2026 geplant.
Elektroakupunktur ĂŒberzeugt in Studie
Auch die integrative Medizin liefert neue Daten. Eine randomisierte kontrollierte Studie in eClinicalMedicine untersuchte die Wirkung von Elektroakupunktur bei Knie-Arthrose. 480 Patienten wurden sechs Wochen lang dreimal wöchentlich behandelt.
Das Ergebnis: Der WOMAC Global Score sank in der behandelten Gruppe um 65 Punkte, in der Kontrollgruppe nur um 25 Punkte. Begleitende MRT-Untersuchungen bestĂ€tigten deutlich verbesserte EntzĂŒndungswerte.
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Internationale Forschung und neue Klinikangebote
Das Projekt RESOLVE soll die Behandlung chronischer Nervenschmerzen weiter voranbringen. Die Kooperation unter Beteiligung der UniversitĂ€t Duisburg-Essen und des UniversitĂ€tsklinikums Essen wird ĂŒber zwei Jahre mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, EntzĂŒndungsprozesse ĂŒber extrazellulĂ€re Vesikel von Stamm- und Bindegewebszellen zu steuern.
Praktisch wird es am Westpfalz-Klinikum Kirchheimbolanden: Dort entsteht ein neuer Schwerpunkt fĂŒr Schmerztherapie. Das Konzept sieht eine multimodale stationĂ€re Behandlung ĂŒber mindestens sieben Tage vor â fĂŒr Patienten mit chronischen SchmerzzustĂ€nden.
