CaptiveCrunch-Malware, Microsoft

CaptiveCrunch-Malware: Microsoft warnt Reisende vor Hotel-WLAN

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft identifiziert russische Gruppe Storm-2945 als Urheber der WLAN-Angriffskampagne „CaptiveCrunch“ auf Reisende und empfiehlt VPN-Nutzung.

Microsoft warnt: Hacker attackieren Hotel-WLANs und Flughäfen weltweit
Ein Laptop in einer Flughafen-Lounge symbolisiert die Sicherheitsrisiken durch unsichere öffentliche WLAN-Netzwerke. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern Microsoft hat eine dringende Sicherheitswarnung für Reisende veröffentlicht, die öffentliche WLAN-Netzwerke nutzen. Nach Erkenntnissen des Unternehmens werden Hotel-Netzwerke, Flughäfen und Konferenzzentren weltweit zum Ziel einer spezialisierten Angriffskampagne. Unter dem Namen „CaptiveCrunch“ versuchen Hacker, Passwörter abzugreifen, Microsoft-Konten zu übernehmen und Schadsoftware auf den Endgeräten der Nutzer zu installieren.

Russische Hacker-Gruppe als Urheber identifiziert

Die Experten von Microsoft schreiben die Angriffe der russischen Gruppierung Storm-2945 zu. Diese Einheit, die in Sicherheitskreisen auch als Midnight Blizzard bekannt ist, soll Verbindungen zum russischen Auslandsaufklärungsdienst SVR unterhalten. Den vorliegenden Analysen zufolge ist die Kampagne „CaptiveCrunch“ bereits seit Mai 2026 aktiv und zielt systematisch auf die Kommunikationsinfrastruktur von Gastgewerben und Reiseknotenpunkten ab.

Dabei nutzen die Angreifer verschiedene technische Methoden, um den Datenverkehr zu kompromittieren. Neben dem sogenannten Packet Sniffing, bei dem Datenpakete im unverschlüsselten Netzwerk mitgelesen werden, kommen auch sogenannte Rogue Access Points zum Einsatz. Dabei erstellen die Hacker eigene, gefälschte Funkzellen, die den Namen des offiziellen Hotel-WLANs imitieren, um Nutzer zur Verbindung mit ihrer Infrastruktur zu verleiten.

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Manipulation von Anmeldeseiten und DNS-Diensten

Ein zentrales Element der Strategie von Storm-2945 ist die Manipulation von Captive Portals. Dies sind die Vorschaltseiten, auf denen sich Gäste üblicherweise mit ihrem Namen oder einer Zimmernummer anmelden müssen, um Internetzugang zu erhalten. Durch die Manipulation von DNS-Einstellungen (Domain Name System) leiten die Angreifer die Nutzer auf präparierte Webseiten um.

Auf diesen gefälschten Portalen werden die Reisenden häufig dazu aufgefordert, scheinbar notwendige Software-Updates oder Browser-Erweiterungen zu installieren, um die Internetverbindung stabilisieren oder nutzen zu können. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Downloads jedoch um Malware. Ziel dieser Man-in-the-Middle-Angriffe ist es, die volle Kontrolle über die Geräte zu erlangen oder gezielt Anmeldedaten für Microsoft-Dienste zu stehlen.

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Microsoft gibt Schutzempfehlungen für unterwegs

Angesichts der anhaltenden Bedrohungslage empfiehlt Microsoft allen Reisenden, öffentliche WLAN-Verbindungen grundsätzlich als unsicher und nicht vertrauenswürdig zu betrachten. Das Unternehmen rät dazu, für sensible Tätigkeiten bevorzugt mobile Hotspots über das Mobilfunknetz zu verwenden, statt sich in Hotel- oder Flughafen-Netzwerke einzuwählen.

Sollte die Nutzung eines öffentlichen WLANs unumgänglich sein, sei der Einsatz eines Virtual Private Network (VPN) zwingend erforderlich, um den Datenstrom zu verschlüsseln. Zudem warnt das Unternehmen explizit davor, Downloads oder System-Updates durchzuführen, die direkt über eine WLAN-Anmeldeseite angeboten werden. Nutzer sollten zudem darauf achten, keine sensiblen Kontodaten einzugeben, solange sie mit einem öffentlichen Netzwerk verbunden sind, das keine zusätzliche Absicherung bietet. Die Kampagne zeigt laut den Analysten, dass insbesondere internationale Geschäftskunden und Konferenzteilnehmer im Fokus der staatlich gesteuerten Spionageaktivitäten stehen.

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