Carotisstenose: CREST-H findet nach Stent oder OP keinen kognitiven Vorteil
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deEingriffe an der Halsschlagader zur Behebung einer Verengung ohne vorangegangene Symptome führen zu keiner messbaren Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit gegenüber einer reinen Arzneimitteltherapie. Das belegen Auswertungen aus dem Studienprogramm CREST-2 sowie der zugehörigen Teilstudie CREST-H, wie Berichte von Mitte Oktober 2026 darlegen. Während bestimmte Verfahren das Schlaganfallrisiko reduzieren können, bleibt der erhoffte Nutzen für die kognitive Funktion aus.
CREST-H zeigt keine Kognitionsunterschiede nach einem Jahr
In der von der Columbia University geleiteten Teilstudie CREST-H wurde untersucht, ob die Wiederherstellung des Blutflusses durch einen Stent oder eine Operation die Kognition von Betroffenen verbessern kann. An der Untersuchung nahmen 291 Patientinnen und Patienten teil, bei denen eine asymptomatische Carotisstenose von mindestens 70 Prozent vorlag.
Die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmenden wurden zu Beginn der Studie sowie nach Ablauf eines Jahres erhoben. In beiden Gruppen – sowohl bei den mit Stenting oder Operation Behandelten als auch bei den Personen unter alleiniger medikamentöser Therapie – zeigte sich nach einem Jahr eine leichte Verbesserung der kognitiven Werte. Ein statistischer Unterschied zwischen den Behandlungsansätzen trat jedoch nicht auf.
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Der Studienleiter Randolph Marshall von der Columbia University erläuterte diesbezüglich, dass von einer Revaskularisation keine Umkehrung des kognitiven Abbaus zu erwarten sei. Stattdessen müsse der Schwerpunkt in der klinischen Praxis auf der Prävention der Carotisstenose liegen.
Langzeitergebnisse von CREST-2 und differenzierte Effekte
Die Ergebnisse decken sich mit den langfristigen Daten der übergeordneten CREST-2-Studie, einer multizentrischen, randomisierten Phase-III-Studie unter Leitung von Ronald M. Lazar von der University of Alabama, über die im Fachjournal JAMA berichtet wurde.
In der Untersuchung wurden das Carotis-Stenting (CAS) oder die operative Carotis-Thrombendarteriektomie (CEA) in Kombination mit einer intensivierten medikamentösen Therapie (IMM) mit einer alleinigen IMM verglichen. Über eine Nachbeobachtungszeit von bis zu vier Jahren ergab sich auch hier keine signifikante kognitive Verbesserung durch die zusätzlichen interventionellen Eingriffe.
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Hinsichtlich des vaskulären Schutzes differieren die Ergebnisse jedoch je nach Verfahren: Im Rahmen von CREST-2 halbierte die Kombination aus medikamentöser Behandlung und Stenting – im Gegensatz zum operativen Eingriff – das Auftreten von Schlaganfällen im Vergleich zur alleinigen Medikation.
Diese Erkenntnis hat die klinische Versorgung bereits beeinflusst und zu einem vermehrten Einsatz von Stents geführt. Auf den Verlauf der kognitiven Leistungsfähigkeit hatte dieser Vorteil jedoch keinen Einfluss.
