Ceramix-Nano: 3D-Drucker stellt Keramikkronen in 30 Minuten her
27.06.2026 - 18:27:11 | boerse-global.de
Der chinesische Dentaltechnik-Spezialist SHINING 3D Dental hat seinen kabellosen Intraoralscanner Aoralscan Elite für das Apple-Betriebssystem geöffnet. Die neue Softwareversion 3.6.0.x für macOS ist funktional identisch mit der Windows-Version 3.5.6.x und erweitert die Einsatzmöglichkeiten des Scanners erheblich.
Bislang war die Nutzung des kabellosen Scanners auf Windows-Umgebungen beschränkt. Mit dem Update können Zahnmediziner nun auch auf Mac-Systemen arbeiten – ein Schritt, der vor allem in Praxen mit Apple-Infrastruktur auf große Erleichterung stoßen dürfte.
Neue Workflows und Spezialmodule
Die macOS-Version bringt gleich mehrere spezialisierte Funktionen mit. Dazu gehören der Cap-Scanbody-Workflow, die Module CreSplint und AccuDesign sowie die Kompatibilität mit den Systemen ConsulOS und MetronTrack. Besonders praktisch: Die Software erstellt direkt aus den Scandaten Oral Health Reports – also umfassende Mundgesundheitsberichte.
3D-Druck direkt am Behandlungsstuhl
Erst vor gut einer Woche, am 18. Juni 2026, hatte SHINING 3D Dental den Ceramix-Nano vorgestellt – einen chairside-3D-Drucker für den Behandlungsraum. Das kapselbasierte System stellt permanente Keramikkronen her. Vom Scan bis zur Zementierung vergehen rund 30 Minuten.
Der Drucker wiegt gerade einmal zwei Kilogramm und ist mit etwa 8,6 mal 13,2 mal 27,7 Zentimetern erstaunlich kompakt. Ein einzelner Druckvorgang dauert zwischen acht und elf Minuten, gefolgt von einem dreiminütigen Aushärtezyklus. Das System ist zunächst in Nordamerika und Asien erhältlich – eine Markteinführung in Europa dürfte folgen.
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Milliardenmarkt Digitaldentistik
Die Branche befindet sich im Umbruch. Laut einer Studie von Grand Research Store war der globale Markt für 3D-Intraoralscanner 2025 rund 592 Millionen Euro schwer. Bis 2034 soll er auf 1,3 Milliarden Euro wachsen – ein jährliches Plus von 12,1 Prozent.
Die Treiber sind klar: Immer mehr Praxen setzen auf digitale Abläufe und CAD/CAM-Integration. Doch die Hürden sind nicht zu unterschätzen. Hohe Anschaffungskosten und fehlende Kompatibilität zwischen verschiedenen Systemen bremsen die Entwicklung noch. Zu den wichtigsten Playern zählen Align Technologies, Dentsply Sirona, 3Shape, Carestream und Planmeca.
Eine weitere Prognose von Meticulous Research sieht den gesamten Dental-3D-Druck-Markt bis 2030 bei umgerechnet 13,4 Milliarden Euro – angetrieben vor allem durch Dienstleistungen und die Vat-Photopolymerization-Technologie.
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Investitionen in die digitale Praxis
Erst vor wenigen Tagen, am 24. Juni 2026, sorgte das Startup Magdent für Aufsehen. Beim Dentalcorp Demo Day in Orlando sicherte sich das Unternehmen eine investition von 150.000 Euro für seine elektronische Einheil-Kappe für Zahnimplantate. Den zweiten Platz belegte Oral Genome mit 50.000 Euro für eine chairside-Speicheltest-Plattform. Beide Technologien sollen nun in Pilotprogrammen bei über 600 Dentalcorp-Praxen getestet werden.
Industrielle Qualität für die Zahnmedizin
Nicht nur für Dentisten hat SHINING 3D Neues zu bieten. Am 25. Juni 2026 brachte das Unternehmen den OptimScan Q12 HD auf den Markt – einen Industriescanner für Luftfahrt und Medizintechnik. Mit vier hochauflösenden Kameras und einer Genauigkeit von 0,004 Millimetern ist das Gerät für robotergestützte Präzisionsmessungen ausgelegt. Ein klares Signal: Die Technologien aus dem Industriebereich finden zunehmend ihren Weg in die Zahnmedizin – und umgekehrt.
