Charter Communications: 13 Millionen Kunden im Vishing-Angriff betroffen
29.05.2026 - 09:36:59 | boerse-global.de
Die Hackergruppe ShinyHunters erbeutete sensible Kundendaten des US-Kabelnetzbetreibers.
MĂŒnchen â Der US-Telekommunikationsriese Charter Communications hat einen schwerwiegenden Cyberangriff bestĂ€tigt. Die Hackergruppe ShinyHunters behauptet, zwischen 40 und 49 Millionen KundendatensĂ€tze erbeutet zu haben. Das Unternehmen selbst spricht von einem âSicherheitsvorfall" und hat die Behörden eingeschaltet.
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Vishing-Angriff traf Salesforce-System
Der Angriff begann am 1. April 2026. Ein Angreifer nutzte Vishing â eine Form des Telefon-Phishings â um Zugang zum Microsoft-Entra-ID-Konto eines Charter-Mitarbeiters zu erhalten. Von dort aus verschaffte er sich Zugriff auf die Salesforce-Umgebung des Unternehmens. Das Ergebnis: Ein massiver Datencxport mit Kunden- und internen Informationen.
Branchenkenner erkennen ein Muster: Dieselbe Methode setzte ShinyHunters zuvor bereits gegen 7-Eleven und den Sicherheitsdienstleister ADT ein.
Uneinigkeit ĂŒber Datenmenge
Die genaue Zahl der betroffenen Personen ist noch unklar. WĂ€hrend die Hacker von bis zu 49 Millionen DatensĂ€tzen sprechen, schĂ€tzen Cybersicherheitsexperten die Zahl der tatsĂ€chlich betroffenen Individuen auf rund 13 Millionen. Ein Datenmonitoring-Dienst identifizierte 4,9 Millionen einzigartige E-Mail-Adressen in den veröffentlichten Dateien â etwa 32 Prozent davon tauchten zum ersten Mal in einem Leak auf.
Die im Darknet veröffentlichten Daten umfassen:
- Namen, Adressen und Telefonnummern
- E-Mail-Adressen und Kontodetails
- Verlauf von 10 Millionen Support-Tickets
- Daten von 27.000 Mitarbeitern inklusive Jobtitel und E-Mail-Adressen
Die komprimierte Datei hat eine GröĂe von 1,5 Gigabyte. Die Hacker behaupten, die Daten nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Unternehmen veröffentlicht zu haben.
Unternehmen widerspricht â Klagen drohen
Charter Communications bestĂ€tigte den Vorfall, dementiert jedoch den Diebstahl besonders sensibler Daten oder von CPNI (Customer Proprietary Network Information). ShinyHunters veröffentlichte Screenshots als angeblichen Beweis fĂŒr die Tiefe des Einbruchs.
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Rechtsexperten prĂŒfen bereits die Möglichkeit von Sammelklagen. Die Gefahr fĂŒr betroffene Kunden ist real: IdentitĂ€tsdiebstahl, SIM-Swapping und gezielte Phishing-Angriffe stehen im Raum.
Social Engineering als wachsende Bedrohung
Der Fall zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Immer hÀufiger setzen Angreifer auf soziale Manipulation statt auf technische Hacks. Erst im April traf es den Kreuzfahrtkonzern Carnival Corp, wo ebenfalls Millionen DatensÀtze durch Social Engineering abflossen.
Sicherheitsexperten warnen: Selbst die besten technischen SchutzmaĂnahmen nutzen wenig, wenn Angestellte durch gezielte Anrufe und IT-Support-IdentitĂ€ten getĂ€uscht werden. Auch Anwaltskanzleien in den USA wurden zuletzt mit dieser Masche attackiert.
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