ChatGPT, Claude und Gemini: KI erobert Gruppenchats und Slack
25.06.2026 - 11:36:10 | boerse-global.de
ChatGPT, Claude und Gemini erobern Gruppenchats – von Viber bis Slack.
Die großen KI-Anbieter OpenAI, Anthropic und Google treiben die Integration ihrer Modelle in Messaging-Dienste und Kollaborationsplattformen massiv voran. Die in den letzten Tagen angekündigten Neuerungen zielen darauf ab, KI von einfachen Chatbots zu aktiven Teammitgliedern zu machen, die Zusammenfassungen erstellen, Medien generieren und administrative Aufgaben übernehmen.
Rakuten Viber bringt ChatGPT aufs Smartphone
Am 24. Juni 2026 gab Rakuten Viber eine Partnerschaft mit OpenAI bekannt. Die Integration von ChatGPT in die Messaging-App startete zunächst in den Philippinen. Nutzer können Nachrichten umschreiben, übersetzen und zusammenfassen lassen. In Gruppenchats lässt sich die KI durch das Taggen eines speziellen Handles aktivieren.
Die Neuerung umfasst einen eigenen Chat-Tab und ein Tool zur Bildbearbeitung, für das allerdings ein separater Account nötig ist. Während die meisten Funktionen zunächst auf iOS und Android verfügbar sind, soll eine Desktop-Version folgen. Viber-CEO Ofir Eyal betonte, die Partnerschaft ziele darauf ab, den Nutzern täglichen Mehrwert zu bieten. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt dem Unternehmen zufolge bestehen – nur explizit übermittelte Inhalte werden an OpenAI weitergegeben.
Parallel dazu sucht OpenAI derzeit einen Ingenieur für KI-Integrationen in Messenger-Diensten, der ChatGPT-Erlebnisse für Messaging-Apps entwickeln und Prototypen für künftige Partner bauen soll.
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Slack bekommt Schreibzugriff und Claude-Tagging
Im professionellen Umfeld verschärft sich der Wettbewerb um KI-Dominanz. Am 22. Juni 2026 gewährte OpenAI den Enterprise- und Edu-Versionen von ChatGPT Schreibzugriff auf Slack. Die KI kann nun Kanälen beitreten, Erinnerungen erstellen, Dateien hochladen und Benutzerprofile aktualisieren. Administratoren behalten über ein Kontrollpanel die Aufsicht – OpenAI räumt ein, dass Risiken wie Prompt-Injection wohl nie vollständig auszuschließen sind.
Nur einen Tag später führte Anthropic Claude Tag für Slack ein. Das Tool, das sich derzeit in der Beta-Phase für Enterprise- und Team-Nutzer befindet, ersetzt die bestehende Slack-Anwendung. Nutzer können dem Agenten in einem Kanal Aufgaben zuweisen oder Datenanalysen anfordern. Anthropic berichtet, dass das interne Produktteam bereits 65 Prozent seines Codes über das Tagging-System erstellt.
Samsung schaltet KI wieder frei – Google arbeitet an "Robin"
Nach einer Phase eingeschränkter Nutzung aus Datenschutzgründen weitete Samsung Electronics am 24. Juni 2026 den Zugang zu ChatGPT Enterprise und Codex für seine Mitarbeiter aus. Betroffen sind alle Elektronik-Mitarbeiter in Korea sowie globale Device-Experience-Angestellte. Die Tools kommen in der Softwareentwicklung, im Marketing und in der Fertigung zum Einsatz. Seit dem 1. Februar 2026 verzeichnet Samsung in Korea einen Anstieg der wöchentlich aktiven Nutzer um 800 Prozent.
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OpenAI skaliert derweil sein Werbegeschäft global. Das Unternehmen expandiert nach Brasilien und Mexiko, um seine kostenlosen und "Go"-Tarife zu finanzieren. Brasilien ist mit 50 Millionen monatlichen Nutzern ein bedeutender Markt. OpenAI zählt aktuell eine Milliarde wöchentliche Nutzer und über neun Millionen zahlende Enterprise-Kunden. Die Unternehmenseinnahmen sollen bis Jahresende mit den Verbrauchereinnahmen gleichziehen.
Auch Google mischt im Wettbewerb um Gruppenchat-KI mit. Eine Analyse des Google-App-Codes vom 24. Juni offenbarte einen gemeinsamen Gemini-Agenten mit dem Arbeitstitel "Robin". Dieser soll administrative Aufgaben für alle Teilnehmer von Gruppenchats oder E-Mail-Threads übernehmen. Zudem führte Google neue Computer-Use-Funktionen für sein Gemini 3.5 Flash Modell ein, die KI-Agenten die Interaktion über Desktop- und Mobile-Browser hinweg ermöglichen.
