ChatGPT Health: OpenAI integriert Krankenakten und Fitnessdaten
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI hat seinen KI-Chatbot ChatGPT um eine umfassende Gesundheitsfunktion erweitert. Ab sofort können erwachsene Nutzer in den USA ihre persönlichen medizinischen Daten und Fitnessinformationen direkt in die Plattform einbinden – und erhalten personalisierte Antworten zu Gesundheitsfragen.
Die neue Funktion, die Ende Juli 2026 für alle angemeldeten Nutzer ab 18 Jahren freigeschaltet wurde, markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung KI-gestützter Gesundheitsberatung. Möglich wird dies durch Partnerschaften mit führenden Gesundheitsplattformen und Krankenhausnetzwerken.
Vernetzung mit Fitness-Apps und Krankenhäusern
ChatGPT unterstützt nun die Anbindung von Apple Health sowie populärer Fitness-Apps wie MyFitnessPal, Peloton und Weight Watchers. Noch bedeutender: Über die Kooperation mit der Gesundheitsdatenplattform b.well, die rund 2,2 Millionen Leistungserbringer abdeckt, können Nutzer auch ihre offiziellen Krankenakten verknüpfen. Dazu gehören Daten großer Krankenhausverbünde und elektronischer Gesundheitsdatensysteme von Anbietern wie Epic, Oracle Health und One Medical.
Die schiere Nutzungsintensität zeigt den Bedarf: Bereits jetzt wickelt die Plattform wöchentlich über 300 Millionen gesundheitsbezogene Anfragen ab. Rund 70 Prozent davon erfolgen außerhalb des speziellen Gesundheitsbereichs der Benutzeroberfläche. Mit einem speziellen Gesundheits-Tag in ihren Nachrichten können Nutzer nun die integrierten Datenfunktionen gezielt aktivieren.
Unterschiedliche KI-Modelle je nach Abo
Je nach Abonnement kommen unterschiedliche Versionen der neuesten OpenAI-Modelle zum Einsatz. Gratisnutzer erhalten Zugriff auf GPT-5.5 Instant, während Abonnenten der kostenpflichtigen Tarife – Plus, Pro, Go sowie Unternehmenslösungen – auf das leistungsstärkere GPT-5.6 Sol zurückgreifen können.
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Die technischen Leistungsdaten sind beeindruckend: Das Modell GPT-5.6 Sol erreichte im HealthBench Professional-Test eine Genauigkeit von 91 Prozent. Mehr als 260 Ärzte waren an der Entwicklung der Gesundheitsfunktionen beteiligt, um die Relevanz und Struktur der KI-Antworten sicherzustellen.
Datenschutz und rechtliche Hürden
OpenAI betont, dass die Gesundheitsdaten der Nutzer verschlüsselt werden. Das Unternehmen versichert, diese Daten weder für das Training seiner KI-Modelle noch für Werbezwecke zu verwenden. Dennoch bleibt eine entscheidende Frage offen: Der offizielle HIPAA-Konformitätsstatus – der US-amerikanische Standard für den Schutz von Gesundheitsdaten – ist für die neue Funktion weiterhin unklar.
Die breite Einführung erfolgt zu einem heiklen Zeitpunkt. OpenAI sieht sich derzeit mit zwei Klagen konfrontiert. Ein Fall betrifft einen Mann aus Florida, der dem Unternehmen vorwirft, die KI habe im Juli 2026 gefährliche medizinische Ratschläge zu einer Lungenembolie gegeben. Eine weitere Klage, die bereits früher eingereicht wurde, steht im Zusammenhang mit dem Tod eines Teenagers im Mai 2025.
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Verfügbarkeit und Ausblick
Aktuell ist die Gesundheitsfunktion in den USA über das Web und iOS-Plattformen verfügbar. Eine Unterstützung für Google Health-Daten gibt es bislang nicht. Wann und ob die Funktion auch für Nutzer in Deutschland und der EU freigeschaltet wird, bleibt abzuwarten – die strengeren europäischen Datenschutzbestimmungen dürften hier eine besondere Hürde darstellen.
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