ChatGPT, Health

ChatGPT Health: OpenAI startet Gesundheitsdaten-Integration für alle

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OpenAI schaltet Gesundheitsfunktion für US-Nutzer frei, während eine Klage wegen angeblicher Fehldiagnose eingereicht wird.

OpenAI startet Health-Funktion: ChatGPT verarbeitet Gesundheitsdaten
Ein Smartphone-Bildschirm mit Gesundheitsdaten und medizinischen Analysen in einem modernen, professionellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ChatGPT kann jetzt Gesundheitsdaten verarbeiten. Doch ein Rechtsstreit überschattet den Start.

Der KI-Konzern OpenAI hat am Donnerstag seine Health in ChatGPT-Funktion für alle US-Nutzer freigeschaltet. Die Erweiterung erlaubt es, persönliche Gesundheitsdaten direkt in den Chatbot einzubinden. Zeitgleich reichte ein ehemaliger Pastor aus Florida Klage ein – mit schweren Vorwürfen gegen die KI.

Integration mit Apple Health und Fitness-Apps

Nutzer ab 18 Jahren können auf allen Tarifstufen – vom kostenlosen Account bis zum Pro-Abo – ihre Apple Health-Daten sowie medizinische Aufzeichnungen mit ChatGPT verknüpfen. Möglich macht das die Plattform b.well, die Zugang zu rund 2,2 Millionen Ärzten und 320 Krankenversicherungen bietet. Auch Daten von Fitness-Apps wie Peloton, MyFitnessPal und Instacart lassen sich einbinden.

Der Relaunch folgt auf einen Pilotversuch im Januar 2026, der gemischte Kritiken erhielt. OpenAI hat die Funktion seither grundlegend überarbeitet. Mehr als 260 Mediziner bewerteten über 600.000 Modellausgaben in 30 Gesundheitsbereichen. Interne Tests mit dem HealthBench Professional-Rahmenwerk zeigten, dass die neueste GPT-5.6-Generation ihre Vorgänger bei Gesundheitsthemen deutlich übertraf.

Datenschutz: Getrennter Speicher, keine HIPAA-Regeln

OpenAI betont, dass Gesundheitsgespräche in einem separaten Bereich gespeichert werden. Sie fließen weder ins Training der KI-Modelle noch in Werbezwecke ein. Nach dem Trennen der Verbindung löscht das System die Daten innerhalb von 30 Tagen.

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Doch Kritiker sehen Probleme: Die Funktion unterliegt nicht dem US-Gesundheitsdatenschutz HIPAA. Zudem verlassen die Daten das Apple-Ökosystem – anders als bei Konkurrenzprodukten, die Informationen direkt auf dem Gerät oder in privaten Cloud-Umgebungen verarbeiten.

Klage: „ChatGPT verharmloste lebensbedrohliche Symptome“

Am selben Tag reichte Scott Winters, ein ehemaliger Pastor aus Florida, Klage beim San Francisco County Superior Court ein. Der Vorwurf: Eine ältere Version des Chatbots, ChatGPT-4o, habe gefährliche medizinische Ratschläge erteilt.

Laut Klageschrift konsultierte der Kläger die KI im Juli 2025 wegen Schwindel und Leistenschmerzen. Die Antwort: harmlose Symptome, er solle sich zu Hause ausruhen. Stunden später wurde Winters mit einer massiven Lungenembolie ins Krankenhaus eingeliefert.

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Die Klage fordert Schadensersatz und die sofortige Aussetzung der Health-Funktion, bis eine umfassende Sicherheitsprüfung vorliegt. Zudem verlangt sie, dass OpenAI automatische Diagnoseverweigerungen einbaut und Gespräche bei möglichen Notfällen abbricht.

Wissenschaftliche Bedenken und Nutzerzahlen

Die Freigabe folgt auf eine Studie des Mount Sinai Hospital vom Februar 2026. Sie ergab, dass das System in ernsten medizinischen Fällen gelegentlich nicht auf Notfallhilfe verwies.

OpenAI stellt klar: Der Chatbot sei kein lizenzierter Mediziner und kein Ersatz für professionelle Behandlung. Dennoch nutzen die Plattformen wöchentlich über 300 Millionen Gesundheitsanfragen – ein Beleg für die enorme Nachfrage nach KI-gestützter Gesundheitsberatung.

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