ChatGPT macOS: OpenAI führt Computer History ab August ein
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 06:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI hat am 13. August 2026 die Einführung einer neuen Funktion namens „Computer History“ für die ChatGPT-Desktop-App unter macOS angekündigt. Das Werkzeug ermöglicht eine umfassende Protokollierung von Nutzeraktivitäten, um eine durchsuchbare Timeline für die Interaktion mit den Modellen ChatGPT und Codex zu erstellen.
Die Funktion ersetzt die bisherige Lösung namens Chronicle und soll die nahtlose Zusammenarbeit zwischen dem Betriebssystem und der Künstlichen Intelligenz vertiefen.
Funktionsweise und Integration über Accessibility-Schnittstellen
Die neue Computer-History-Funktion basiert auf der Nutzung von Accessibility-APIs (Bedienungshilfen) des macOS-Betriebssystems. Über diese Schnittstelle zeichnet die Anwendung verschiedene Interaktionen auf, darunter Klicks, Tastatureingaben, Tastenkürzel sowie den Wechsel zwischen verschiedenen Programmen. Ziel ist es, den Kontext der Nutzeraktivitäten für die KI-Modelle greifbar zu machen.
Im Gegensatz zu früheren Ansätzen oder konkurrierenden Tools verzichtet OpenAI bei der Computer History explizit auf die Erstellung von Screenshots oder die Aufnahme von Audiosignalen. Die Erfassung beschränkt sich auf die textbasierte und strukturelle Protokollierung der Ereignisse auf der Benutzeroberfläche.
Nutzer haben zudem die Möglichkeit, die Aufzeichnung für bestimmte Anwendungen oder Webseiten zu deaktivieren sowie die Protokollierung jederzeit zu pausieren oder einzelne Einträge zu löschen.
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Verfügbarkeit und regionale Einschränkungen für Firmenkunden
Die Funktion ist als Opt-in-Lösung konzipiert und somit standardmäßig deaktiviert. Sie richtet sich an Abonnenten der Tarife ChatGPT Pro, Business und Enterprise. Bei den Unternehmensvarianten (Business und Enterprise) liegt die Entscheidungsgewalt über die Nutzung bei den jeweiligen Administratoren, welche die Funktion erst zentral freischalten müssen, bevor sie den Mitarbeitern zur Verfügung steht.
Ein wesentlicher Aspekt der Markteinführung ist die regionale Beschränkung: OpenAI stellt Computer History vorerst nicht im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), in der Schweiz sowie in Großbritannien zur Verfügung. Damit reagiert das Unternehmen offensichtlich auf die strengen regulatorischen Anforderungen in diesen Gebieten.
In den unterstützten Regionen wird zudem sichergestellt, dass privates Surfen oder Inkognito-Tabs im Browser grundsätzlich von der Aufzeichnung ausgenommen bleiben.
Datenschutzaspekte und lokale Datenspeicherung
Hinsichtlich der Datensicherheit gibt OpenAI an, dass die rohen Ereignisdateien lokal auf dem Endgerät des Nutzers gespeichert werden. Diese Dateien liegen im Markdown-Format als unverschlüsselter Klartext vor. Um die Datenmenge zu begrenzen und die Privatsphäre zu schützen, erfolgt eine automatische Löschung der lokalen Ereignisdateien nach einem Zeitraum von 48 Stunden.
Bezüglich der Verwendung der Daten für die Weiterentwicklung der Modelle betont das Unternehmen, dass die Informationen aus der Computer History nicht für das Training der KI-Modelle genutzt werden.
Allerdings wird darauf hingewiesen, dass der Kontext aus den aktiven Chats, in denen diese Historie verwendet wird, weiterhin für Trainingszwecke herangezogen werden könnte. Branchenanalysten äußerten bereits Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verhaltensprofilierung durch die detaillierte Erfassung der Arbeitsschritte.
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Kontext zur Weiterentwicklung der Desktop-Integration
Die Einführung der Computer History ist Teil einer kontinuierlichen Erweiterung der macOS-Anwendungen von OpenAI. Bereits im Mai des Jahres wurde die Codex-Desktop-App für den Mac um eine sogenannte „Appshots“-Funktion ergänzt. Diese erlaubt es Nutzern, per Befehlstaste Screenshots aktueller Fenster sowie deren Textinhalte direkt an Codex zu senden. Dabei ist das System in der Lage, Texte auch außerhalb des unmittelbar sichtbaren Bereichs auszulesen.
Mit der nun eingeführten Computer History geht OpenAI einen Schritt weiter weg von punktuellen Momentaufnahmen hin zu einer kontinuierlichen, ereignisbasierten Protokollierung, um die KI tiefer in den digitalen Arbeitsalltag zu integrieren. Während Appshots eine gezielte Übermittlung von Bild- und Textdaten darstellt, bildet die Computer History eine fortlaufende Zeitachse der Nutzerinteraktionen ab.
