ChatGPT macOS: OpenAI protokolliert Klicks und Tastatureingaben
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hat Mitte August eine neue Funktion namens „Computer History“ für seine macOS-Anwendung von ChatGPT freigeschaltet.
Mit diesem Update ist die Künstliche Intelligenz in der Lage, Nutzerinteraktionen auf dem Betriebssystem detailliert zu erfassen und daraus eine durchsuchbare Zeitleiste sowie Erinnerungen zu erstellen. Die Funktion soll den Kontext für Anfragen verbessern und es dem System ermöglichen, vergangene Arbeitsschritte des Anwenders besser zu verstehen.
Funktionsweise und erfasste Datenpunkte
Die Computer History zeichnet gezielt verschiedene Ereignisse auf, die während der Nutzung des Macs auftreten. Dazu zählen laut Unternehmensangaben unter anderem Klicks, Tastatureingaben, die Verwendung von Tastenkürzeln sowie der Wechsel zwischen verschiedenen Applikationen. Diese Protokollierung dient dazu, eine chronologische Übersicht zu erstellen, auf die sowohl ChatGPT als auch das Modell Codex zugreifen können.
Im Gegensatz zu dem früher genutzten System „Chronicle“, das auf der Anfertigung von Screenshots basierte, verzichtet die neue Computer History auf die Erfassung von visuellen oder akustischen Medien. Es werden keine Bildschirmfotos, Videos oder Audioaufnahmen gespeichert.
Stattdessen konzentriert sich das Tool rein auf die Protokollierung von sogenannten „Events“. Um die Privatsphäre zu wahren, werden private Browser-Tabs von der Aufzeichnung ignoriert. Zudem bietet OpenAI den Nutzern die Möglichkeit, spezifische Apps oder Webseiten manuell von der Erfassung auszuschließen.
Lokale Speicherung und technische Voraussetzungen
Die Speicherung der erfassten Interaktionsereignisse erfolgt lokal auf dem Rechner des Nutzers. Dabei werden die Daten als unverschlüsselte Markdown-Dateien im Klartext abgelegt. OpenAI gibt an, dass temporäre Dateien nach einem Zeitraum von 48 Stunden automatisch gelöscht werden. Während die Daten für die Verarbeitung an die Server von OpenAI übermittelt werden, findet dort laut den vorliegenden Informationen keine dauerhafte Speicherung statt.
Die Nutzung der Computer History ist an bestimmte technische Bedingungen geknüpft. So muss die „Memories“-Funktion innerhalb des ChatGPT-Kontos aktiv sein. Das Feature ist zudem ausschließlich für die macOS-App vorgesehen; ein Zugriff über die API oder Plattformen wie Amazon Bedrock besteht nicht.
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Sicherheitsaspekte und administrative Kontrolle
Hinsichtlich der Datensicherheit weist das Unternehmen auf potenzielle Risiken hin. Da die Protokolldateien unverschlüsselt auf dem lokalen System liegen, könnten theoretisch andere Programme, die Zugriff auf das Dateisystem haben, diese Informationen auslesen. Ein weiteres Risiko stellt die Gefahr von Prompt-Injection-Angriffen dar, die durch bösartige Webseiten ausgelöst werden könnten.
Bei der Einführung handelt es sich um eine reine Opt-in-Funktion, die standardmäßig deaktiviert ist. Für Nutzer der Versionen ChatGPT Pro, Business und Enterprise ist das Feature in der macOS-App verfügbar.
Während Pro-Nutzer die Funktion eigenständig in den Einstellungen aktivieren können, ist in Unternehmen (Business und Enterprise) eine explizite Freigabe durch den zuständigen Administrator erforderlich. Nutzer haben zudem jederzeit die Möglichkeit, die gespeicherten Daten einzusehen und bei Bedarf manuell zu löschen.
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Regionale Einschränkungen der Verfügbarkeit
Trotz der breiten Einführung für verschiedene Abonnement-Modelle bleibt der Zugang geografisch stark begrenzt. Die Funktion Computer History wird derzeit nicht für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angeboten.
Auch Anwender in der Schweiz und im Vereinigten Königreich sind von der Nutzung des neuen Features vorerst ausgeschlossen. Ob und wann eine Einführung in diesen Regionen geplant ist, geht aus den aktuellen Informationen nicht hervor.
