ChatGPT, OpenAI

ChatGPT: OpenAI führt Benachrichtigungen für Eltern ein

17.06.2026 - 01:07:07 | boerse-global.de

OpenAI reagiert auf regulatorischen Druck und Klagen mit neuen Eltern-Kontrollen für ChatGPT. Ein Benachrichtigungssystem erkennt Stress bei Minderjährigen.

OpenAI führt neue Jugendschutz-Funktionen für ChatGPT ein
ChatGPT - Parental hands guiding a child's hands on a tablet displaying AI patterns, with a digital lock icon. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

OpenAI kündigte am Dienstag an, innerhalb des nächsten Monats eine Reihe von Jugendschutz-Funktionen für ChatGPT einzuführen. Eltern sollen künftig ihre Konten mit denen ihrer Kinder verknüpfen können, um die Nutzung zu überwachen und zu steuern. Die neuen Werkzeuge erlauben es, Antworttypen einzuschränken, die „Erinnerungsfunktion“ sowie den Chatverlauf zu deaktivieren.

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Besonders brisant: Ein Benachrichtigungssystem soll Eltern alarmieren, wenn die KI bei Minderjährigen Anzeichen von Stress oder seelischer Belastung erkennt. Zwar verwies OpenAI auf bestehende Schutzmaßnahmen wie Altersschätzung und Krisen-Hotlines, räumte jedoch ein, dass die Sicherheitsstandards bei längeren Interaktionen schwerer aufrechtzuerhalten seien.

Ermittlungen mehrerer US-Bundesstaaten

Die Ankündigung fällt mit einer Ausweitung der Untersuchungen durch einen Zusammenschluss mehrerer US-Bundesstaaten zusammen. Bereits am 13. Juni forderte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James OpenAI per Vorladung zur Herausgabe von Informationen auf. Im Fokus stehen Nutzerbindungsstrategien, der Umgang mit Gesundheitsdaten sowie die Aktivitäten junger Nutzer auf der Plattform.

Die Ermittlungen erinnern an frühere Untersuchungen gegen soziale Netzwerke wie TikTok. OpenAI bestätigte die Vorladung am Montag, nur kurz vor einem geplanten Börsengang. Das Unternehmen zeigte sich kooperativ: Man wolle aus der Untersuchung lernen, um die Sicherheit der Nutzer weiter zu verbessern.

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Großbritannien verbietet Social Media für unter 16-Jährige

Der Druck auf Tech-Konzerne wächst international. Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte am Montag ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren an, das im Frühjahr 2027 in Kraft treten soll. Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube müssen dann eine Altersverifikation per Ausweis oder Gesichtsscan einführen. Apps wie WhatsApp und Signal sind ausgenommen – Datenschützer und Tech-Manager kritisieren das Gesetz dennoch als Schritt in Richtung Überwachungsstaat.

Auch Google zog nach: Am Dienstag erweiterte der Konzern die elterlichen Kontrollen für das kommende Android 17. Tägliche Bildschirmzeit-Limits und App-Sperren sind Teil des Updates. Zudem stockt Google seinen „Digital Wellbeing Fund“ auf über 50 Millionen US-Dollar auf.

Übernahme eines deutschen Cloud-Startups

Parallel zu den Sicherheitsinitiativen treibt OpenAI seine technische Infrastruktur voran. Am 11. Juni unterzeichnete das Unternehmen eine Vereinbarung zur Übernahme von ONA, einem deutschen Cloud-Startup, das früher unter dem Namen Gitpod bekannt war.

ONA entwickelt Technologien, die KI-Agenten über verschiedene Sitzungen hinweg aktiv halten. Die Plattform bietet vier Kontrollstufen, darunter standortbasierte Einschränkungen und detaillierte Prüfprotokolle. OpenAI plant, die Technologie bis zum vierten Quartal 2026 in seine Codex-Plattform zu integrieren. Die Übernahme wird auf über 100 Millionen Euro geschätzt. Zum Kundenstamm zählen große US-Banken und europäische Pharmakonzerne.

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