ChatGPT: OpenAI lÀsst 900 Millionen Nutzer von Externen bewerten
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 01:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI lĂ€sst echte Konversationen seines Chatbots ChatGPT von externen ArbeitskrĂ€ften manuell einsehen und bewerten. Dies geht aus Medienberichten vom 15. September 2026 hervor und sorgt fĂŒr erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Von der Praxis sind potenziell ĂŒber 900 Millionen Nutzer der Plattform betroffen.
Projekt Lily und die Bewertung von Dialogen
Nach Angaben von 404 Media sind im Rahmen einer intern als âProject Lilyâ bezeichneten Initiative hunderte Auftragnehmer damit beschĂ€ftigt, echte Chatprotokolle zu analysieren. Die Vermittlung dieser HilfskrĂ€fte lĂ€uft ĂŒber die Dienstleister Crossing Hurdles sowie Mercor, wobei die Entlohnung bei ĂŒber 50 US-Dollar pro Stunde liegt.
Die PrĂŒfer erhalten dabei den Auftrag, jeweils vier Antwortvarianten des Modells auf einer Skala von 1 bis 7 zu bewerten. Als zentrales Ziel dieser menschlichen ĂberprĂŒfung gilt die qualitative Nachbesserung der Modelle: OpenAI will damit das sogenannte sykovantische Verhalten â also das ĂŒbermĂ€Ăige, unkritische Zustimmen der KI gegenĂŒber Nutzern â sowie unnatĂŒrliche, generative Sprachmuster eindĂ€mmen.
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LĂŒcken in den Schutzmechanismen
Um die PrivatsphĂ€re der Nutzer zu wahren, setzt OpenAI auf einen automatisierten Filter, der Nutzernamen und Klarnamen vor der Weitergabe an die PrĂŒfer entfernt. Allerdings rĂ€umt das Unternehmen ein, dass dieser Filter seltene Identifikatoren verfehlen und insbesondere bei kurzen Dialogen personenbezogene Daten durchlassen kann. Sensible Details in den Eingabetexten bleiben daher unter UmstĂ€nden fĂŒr die Lesenden sichtbar.
Zudem erhalten die PrĂŒfkrĂ€fte weitergehende Kontextdaten: Eine Zusammenfassung der gespeicherten Nutzerinformationen zeigt den beauftragten ArbeitskrĂ€ften unter anderem Interessen, Details zur frĂŒheren Nutzung sowie den ungefĂ€hren Standort der betroffenen Personen an.
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Einstellungen zur Datennutzung und Branchenstandard
Dass Interaktionen fĂŒr das Training und die ĂberprĂŒfung verwendet werden, hĂ€ngt von den Voreinstellungen des Nutzerkontos ab. Bei den Tarifstufen Free, Plus und Pro ist die Option zur Modellverbesserung standardmĂ€Ăig aktiviert.
Nutzer können dieser Erfassung zwar widersprechen, ein solcher Opt-out greift jedoch ausschlieĂlich fĂŒr kĂŒnftige Sitzungen und wirkt nicht rĂŒckwirkend auf bereits gefĂŒhrte Unterhaltungen.
TemporĂ€re Chats sind von der Nutzung fĂŒr Trainings- und PrĂŒfzwecke generell ausgenommen. FĂŒr Kunden von Enterprise-, Business- und BildungszugĂ€ngen ist die Weiterverwendung von Daten zur Modelloptimierung hingegen bereits standardmĂ€Ăig abgeschaltet.
Die manuelle Auswertung von Benutzerdialogen ist in der Branche nicht unĂŒblich. Auch das KI-Unternehmen Anthropic bestĂ€tigte ein Ă€hnliches manuelles PrĂŒfverfahren fĂŒr Konversationen mit dem System Claude, sofern die Nutzer der Modellverbesserung zugestimmt haben. Ebenso weist Google bei seinem Dienst Gemini darauf hin, dass menschliche PrĂŒfer Einblick in Chats erhalten können.
