ChatGPT: OpenAI schützt einzelne Chats mit PIN, Face ID und Touch ID
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer KI-Entwickler OpenAI hat eine neue Sicherheitsfunktion für ChatGPT eingeführt. Unter der Bezeichnung gesperrte Chats können Nutzer einzelne Unterhaltungen gezielt absichern. Die Freigabe erfolgt wahlweise über eine vierstellige PIN, biometrische Verfahren wie Face ID und Touch ID oder die reguläre Geräteentsperrung. Der schrittweise Rollout dieser Funktion startete am Dienstag, dem 20. Oktober 2026.
Die Neuerung steht für eine breite Palette an Tarifen bereit, darunter Free, Go, Plus, Pro, Business, Enterprise sowie Edu. Einzig die spezialisierte Variante für das Gesundheitswesen ist von der Funktion ausgenommen.
Unsichtbar im Verlauf und automatischer Schutz
Sobald eine Konversation gesperrt wird, verschwindet sie aus dem regulären Verlauf, den angepinnten Unterhaltungen und der internen Suchfunktion. Die Aktivierung erfolgt über das Drei-Punkte-Menü des jeweiligen Dialogs, wobei die gewählte PIN kontoweiter Gültigkeit unterliegt. Wiederzufinden sind die geschützten Inhalte gesammelt im Bereich für Projekte unter den gesperrten Chats.
Die Zugriffsregeln sind strikt getaktet: In der mobilen App schließt sich der Zugang automatisch, wenn sich die Anwendung länger als eine Minute im Hintergrund befindet. Im Desktop-Browser endet die Freigabe sofort beim Neuladen der Seite oder beim Schließen des jeweiligen Reiters.
Nutzer können den Chat zudem jederzeit manuell sperren. Um ein Abgreifen von Inhalten auf Mobilgeräten zu erschweren, schwärzt die Android-Anwendung Bildschirmfotos gesperrter Chats oder gibt diese komplett leer aus.
Nicht alle Formate lassen sich mit der Sperre belegen. Ausgenommen sind temporäre Dialoge, archivierte Verläufe, Gruppen-Chats sowie geteilte Links und geplante Aufgaben. Ein gesperrter Chat kann im Gegenzug weder archiviert noch angepinnt oder mit anderen Personen geteilt werden. Der Sprachmodus lässt sich mit den geschützten Konversationen ausschließlich mobil nutzen, während Programmier-Chats mit Codex gänzlich unberücksichtigt bleiben.
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Datenschutzgrenzen und Richtlinien für Unternehmen
Hinsichtlich der Datensicherheit stellt OpenAI klar, dass die neue Funktion keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Ebenso wenig existiert ein separater, verschlüsselter Tresor auf Serverebene. Die allgemeinen Aufbewahrungsfristen bleiben unberührt. Sofern Nutzer dem Modelltraining nicht widersprochen haben, fließen auch die Inhalte gesperrter Chats in das allgemeine Training der KI-Modelle ein.
Für den geschäftlichen Einsatz in Enterprise- und Edu-Umgebungen gelten zusätzliche Vorgaben. Die Konversationen bleiben für Administratoren in den Protokollen der Compliance-Plattform weiterhin einsehbar, sodass interne Kontrollrichtlinien und gesetzliche Meldepflichten gewahrt bleiben.
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Eigenständiges Gedächtnis und unwiderrufliches Löschen
Beim internen Gedächtnis der KI verfolgt die Funktion ein hybrides Modell. Gesperrte Unterhaltungen verfügen über ein eigenes Gedächtnis, dürfen aber relevante Kontextinformationen aus dem regulären Modellspeicher abrufen. Umgekehrt fließen neue, in den geschützten Chats preisgegebene Daten nicht in den allgemeinen Speicher zurück. Informationen, die vor der Sperrung hinterlegt wurden, bleiben erhalten.
Besondere Vorsicht ist beim Verlust des Sicherheitscodes geboten: Ein Zurücksetzen der PIN löscht sämtliche gesperrten Chats, die angehängten Dateien und die exklusiven Speicherinhalte dauerhaft und unwiderruflich. Weder der Kundensupport noch Administratoren können diese Daten wiederherstellen. Eine reguläre Änderung der Ziffernfolge bei bekannter PIN ist hingegen ohne Datenverlust möglich.
