ChatGPT-Sicherheitslücke, Manipulierte

ChatGPT-Sicherheitslücke: Manipulierte Freigabelinks lasen private Chats aus

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 07:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI behob den von Parameter gemeldeten Fehler am 26. Oktober; Hinweise auf einen Missbrauch vor der Schließung liegen nicht vor.
Dunkler, minimalistischer Serverraum mit glänzendem Betonboden und kühler, blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Sicherheitsfirma Parameter hat eine kritische Schwachstelle in ChatGPT entdeckt, über die manipulierte öffentliche Freigabelinks fremden Programmcode in aktiven Nutzersitzungen ausführen konnten. Wie aus einem Bericht von The Hacker News hervorgeht, ermöglichte das Sicherheitsproblem Angreifern, private Konversationen der Betroffenen unbemerkt mitzulesen und deren Konten zu manipulieren.

Codeausführung über manipulierte Schnittstellen

Nach Angaben der Sicherheitsforscher von Parameter mussten Betroffene keinerlei zusätzliche Software installieren, um Ziel des Angriffs zu werden. In der verlässlichsten Angriffsvariante genügte ein Klick auf die Vorschau eines geteilten Links. In einer später entwickelten Fassung öffnete sich diese Vorschaufunktion sogar vollständig automatisiert.

Sobald die Zielperson den Link aufrief, konnte der eingeschleuste Schadcode direkt auf die internen Schnittstellen von ChatGPT in der bereits aktiven Benutzersitzung zugreifen. Dies versetzte Angreifer in die Lage, private Chats der Betroffenen auszulesen und beliebige Aktionen im Namen des Opfers über dessen Benutzerkonto anzustoßen.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherheit seiner digitalen Konten befasst, sollte über moderne Schutztechnologien informiert sein. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie Ihre Accounts bei großen Plattformen wie Amazon oder WhatsApp ohne klassische Passwörter absichern. Passkey-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen

Ursache in fehlerhafter Nachrichtenverarbeitung

Den technischen Hintergrund der Schwachstelle führt Parameter auf eine fehlerhafte Komponentenverarbeitung zurück. Die Ursache lag demnach in einem Listener der Bibliothek MathLive, der Tastaturnachrichten von beliebigen Absendern mitsamt rohem HTML-Code verarbeitete.

Durch dieses Verhalten erzeugte die Anwendung einen nicht isolierten Frame, der die offizielle Domainidentität von chatgpt.com trug. Als abschließender Workaround bei der Ausnutzung diente den Forschern dabei ein eingebundenes YouTube-Skript.

Laut Angaben von Parameter gibt es bislang keine Erkenntnisse darüber, dass die Schwachstelle vor ihrer Schließung tatsächlich für reale Angriffe missbraucht worden ist.

Anzeige

Hacker nutzen immer häufiger Schwachstellen in digitaler Software aus, um an private Daten zu gelangen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, mit welchen fünf einfachen Maßnahmen Sie Ihr Smartphone effektiv vor Viren und Datenmissbrauch schützen. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone entdecken

Meldung und Behebung über das Bug-Bounty-Programm

Die Entdecker hatten das Problem am 18. Oktober 2026 über das Bug-Bounty-Programm von OpenAI eingereicht. Der KI-Entwickler stufte die Meldung intern in die höchste Kritikalitätskategorie P1 ein.

Acht Tage nach dem Eingang des Hinweises schloss OpenAI die Sicherheitslücke am 26. Oktober 2026. Bis zu diesem Datum hatten beide Web-Frontends von ChatGPT entsprechende bösartige Nachrichten blockiert. Für das Aufdecken des Fehlers zahlte OpenAI eine Prämie in Höhe von 5.000 US-Dollar an Parameter. Eine detaillierte technische Analyse der Sicherheitslücke veröffentlichte das Sicherheitsunternehmen am 28. Oktober 2026.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70437674 |