ChatGPT, Roblox

ChatGPT und Roblox: EU stuft Dienste als Mega-Plattformen ein

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 11:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission plant, ChatGPT und Roblox als sehr große Online-Plattformen einzustufen. Beide Dienste müssen dann umfassende Auflagen erfüllen.

EU-Kommission: ChatGPT und Roblox werden zu streng regulierten Plattformen
Moderner Serverraum mit leuchtenden Glasfaserkabeln, die digitale Regulierung und Datenaufsicht symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die EU-Kommission nimmt zwei der beliebtesten digitalen Dienste ins Visier: ChatGPT und Roblox sollen künftig den strengsten Anforderungen des Digital Services Act (DSA) unterliegen. Bereits im August könnte die formelle Einstufung als „sehr große Online-Plattformen“ erfolgen.

Millionen-Nutzer überschreiten EU-Schwelle

Der Schritt kommt nicht überraschend: Beide Plattformen haben die entscheidende Marke von 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU überschritten. EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier bestätigte, dass sowohl OpenAI als auch Roblox entsprechende Nutzerzahlen gemeldet haben. Damit ist ihre Aufnahme in das Register der besonders überwachten Dienste so gut wie sicher.

Die Zahlen sind beachtlich: ChatGPT verzeichnet schätzungsweise 120 Millionen monatliche Nutzer in der EU – rechnet man die Suchfunktion hinzu, sind es sogar bis zu 159 Millionen. Roblox kommt auf rund 48 Millionen. Zum Vergleich: Das entspricht mehr als dem Doppelten der gesamten deutschen Bevölkerung, die täglich mit diesen Diensten arbeitet oder spielt.

Mit der Einstufung reihen sich beide Unternehmen in einen exklusiven Kreis ein: Bislang zählen 19 Plattformen zu den sogenannten VLOPs (Very Large Online Platforms), darunter Amazon, YouTube, TikTok und Google.

Vier Monate Zeit für umfassende Auflagen

Nach der offiziellen Benennung haben OpenAI und Roblox vier Monate Zeit, ein Bündel verpflichtender Maßnahmen umzusetzen. Die Anforderungen sind ambitioniert:

Risikomanagement: Beide Unternehmen müssen systematische Risiken identifizieren und bekämpfen – von illegalen Inhalten bis hin zu Desinformation.

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Transparenz: Nutzer sollen verständliche Geschäftsbedingungen erhalten und nachvollziehen können, wie Werbung und Empfehlungsalgorithmen funktionieren.

Kontrollstrukturen: Anlaufstellen für Behörden, interne Compliance-Teams und unabhängige Jahresprüfungen werden Pflicht.

Dateneinsicht: Die EU-Kommission erhält Zugriff auf interne Daten, zudem müssen geprüfte Forscher Plattformdaten auswerten können.

Nutzerschutz: Wer keine personalisierten Empfehlungen möchte, muss eine Opt-out-Option erhalten. Öffentliche Werbearchive werden ebenfalls verpflichtend.

Hinzu kommt eine jährliche Aufsichtsgebühr an die Kommission, die Verwaltungs- und Durchsetzungskosten abdeckt.

Hohe Strafen bei Verstößen

Die finanziellen Risiken sind erheblich: Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Dass die Kommission diese Mittel ernsthaft einsetzt, hat sie erst kürzlich bewiesen. Im Juli 2026 verhängte sie gegen AliExpress ein Rekordbußgeld von 550 Millionen Euro – die höchste Strafe seit Inkrafttreten des DSA. Bereits Ende 2025 kassierte eine große Social-Media-Plattform 120 Millionen Euro.

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Kinderschutz und Sicherheit im Fokus

Der Zeitpunkt der Verschärfung ist kein Zufall. Beide Plattformen stehen seit Monaten in der Kritik. Roblox sieht sich mit mehreren Klagen in den USA konfrontiert, die den Schutz junger Nutzer betreffen. Das Unternehmen hat als Reaktion bereits strengere Kontrollen für Kinder eingeführt – ob diese ausreichen, wird sich zeigen müssen.

OpenAI kämpft derweil mit eigenen Problemen: Die Kontenmoderation geriet in die Schlagzeilen, nachdem ein Tatverdächtiger eines Amoklaufs mit einem ChatGPT-Konto in Verbindung gebracht wurde. Zudem läuft ein Rechtsstreit wegen angeblich unzureichender Schutzvorkehrungen.

Unter den neuen EU-Regeln werden beide Unternehmen verpflichtet, mutmaßliche Straftaten den Strafverfolgungsbehörden zu melden und robuste Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen und Datenschutzrisiken nachzuweisen. Die kommenden Monate dürften zeigen, wie ernst die Tech-Konzerne die neuen Auflagen nehmen – und ob die EU-Kommission bei Verstößen erneut zur Kasse bittet.

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