ChatGPT, Dominanz

ChatGPT verliert Dominanz: Marktanteil auf 46,4% gefallen

23.06.2026 - 17:58:32 | boerse-global.de

ChatGPT verliert im Mai 2026 auf 46,4 Prozent Marktanteil, während Konkurrenten wie Gemini und Claude stark zulegen.

ChatGPT-Marktanteil sinkt: Gemini und Claude holen auf
ChatGPT - A stylized bar chart visually representing a decline in market share for one dominant AI platform and growth for others. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Mai 2026 fiel der Marktanteil des OpenAI-Flaggschiffs auf 46,4 Prozent – ein historischer Einschnitt.

Laut Daten von Sensor Tower und Branchenanalysen setzt sich damit ein Abwärtstrend fort, der bereits Ende 2024 begann. Damals lag ChatGPT noch bei 65,3 Prozent, im Dezember 2025 bei 52,8 Prozent. Paradoxerweise erreichte die Plattform im Mai 2026 mit 1,11 Milliarden monatlich aktiven Nutzern einen neuen Rekord. Damit ist ChatGPT die am schnellsten wachsende Anwendung, die die Milliardengrenze geknackt hat – noch vor TikTok, YouTube und Instagram.

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Gemini und Claude legen massiv zu

Der Rückgang von OpenAI ist vor allem das Werk zweier Konkurrenten. Googles Gemini konnte seinen Marktanteil auf 27,7 Prozent steigern. Die monatliche Nutzerbasis wuchs von 533 Millionen im Dezember 2025 auf 662 Millionen im Mai 2026. Analysten führen diesen Erfolg vor allem auf die tiefe Integration in das Google-Ökosystem zurück.

Noch spektakulärer fällt die Entwicklung bei Anthropics Claude aus. Der KI-Assistent erreichte einen Marktanteil von 10,3 Prozent – und vervierfachte seine monatlichen Nutzer innerhalb von sechs Monaten: von 60,2 Millionen im Dezember 2025 auf 245 Millionen im Mai 2026. Claude zeigt zudem eine bemerkenswerte Monetarisierungsstärke: 13 Prozent der Nutzer zahlen für den Dienst, das entspricht rund 31,8 Millionen Abonnenten. In den USA stieg der durchschnittliche mobile Umsatz pro Nutzer von unter 0,50 Euro im September 2025 auf 2,76 Euro im Mai 2026.

Der Markt wächst – aber anders

Der gesamte KI-Markt boomt weiter, auch wenn sich die Gewichte verschieben. Die weltweit in KI-Anwendungen verbrachte Zeit soll im ersten Halbjahr 2026 auf 36 Milliarden Stunden steigen – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum (17,2 Milliarden Stunden). Die Ausgaben der Verbraucher dürften die Vier-Milliarden-Euro-Marke überschreiten, ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem vorherigen Halbjahr.

OpenAI selbst kämpft mit steigenden Kosten. Im ersten Quartal 2026 verbrannte das Unternehmen 3,7 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 5,7 Milliarden Euro. Um gegenzusteuern, testet OpenAI seit Februar 2026 Werbung. Bereits 17 Prozent der Nutzer sehen täglich Anzeigen auf der Plattform. Ein im Februar unterzeichneter Regierungsauftrag führte Berichten zufolge zu einer Welle von App-Deinstallationen.

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Personalrochaden und Milliarden-Deals

Die Wettbewerbslandschaft wird zudem durch spektakuläre Abwerbungen und Übernahmen durcheinandergewirbelt. Am 18. Juni 2026 verließ Noam Shazeer Google, um zu OpenAI zu wechseln – ein Schritt, der die Alphabet-Aktie um sieben Prozent einbrechen ließ.

Die Stimmung an den Märkten bleibt angespannt. Am 22. Juni 2026 fiel der Nasdaq Composite um 1,11 Prozent auf 26.222 Punkte. Alphabet-Aktien verloren 5,55 Prozent und schlossen bei 347,60 Euro. Im Privatsektor übernahm SpaceX per Aktientausch den Cursor-Entwickler Anysphere für 60 Milliarden Euro. Cursor, ein KI-gestützter Programmierassistent, meldete im Juni 2026 einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von vier Milliarden Euro.

Der Preiskampf verschärft sich weiter: DeepSeek senkte die Preise für sein V4-Pro-Modell um 75 Prozent. OpenAI und Anthropic bereiten derweil die allgemeine Verfügbarkeit von GPT-5.6 und Claude Sonnet 4.8 in den kommenden Wochen vor.

de | wissenschaft | 69612004 |